Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen:

Deutsch. Der gemeine oder gewöhnliche Rain-faarn, Rheinfarrn, Wurmfarrn, Weinfarrn,das gemeine oder deutsche Wurmkraut,Revierkraut, Kraftkraut, RheinfallkrautWurmsaame, Revierblume, Rainfarrnrevier-hlume.

Franz, Tanaisie commune, Tanaisie vulgaire.

1 1 a 1. Tanaceto,

Span, Tanaceto.

Port, Tanasia,

Engl. Common tansy, Tansey«

H o 1 1, Gemeen reinevaren,

Dan. Reinfan.

S c h w e d. Renfana.

Russ, Dikaja riabina.

P o 1 n. Wroteez.

Böhm, Wratye.

Ü n g. Varadits;

Der gemeine Rheinfarrn ist eine ausdauern-de Pflanze, die durch ganz Europa wächst. Sie fin-det sich häufig in Deutschland, vorzüglich in Thü-ringen, Franken, Schwaben, auch am Rhein, inungebauten, steinigen, etwas feuchten Gegenden, anRändern der Aecker, an Wegen, Zäunen, Heckenund Gräben, an Ufern der Flusse und Bäche, aufDämmen und Mauern,

Die Wurzel ist ästig, kriechend und hart.Der aufrechte [Stengel ist fast glatt, eckig, hart,gestreift, vorzüglich oben sich in zahlreiche Aestetheilend und erreicht eine Höhe von zwey bis vierFufs.

Die Blätter sind abwechselnd, etwas gestieltdoppelt gefiedert, flach, glatt, oben mit vielen sehrfeinen, kleinen, hohlen Pünktchen bezeichnet undvon dunkelgrüner Farbe. Die Fiederblätfchen sindiast aufsitzend, abwechselnd und gegenüberstehend,etwas herablaufend, sehr eingeschnitten, scharf ge-sägt und spitzig. Zwischen diesen sind an den Blatt-stielen noch hin und wieder kleine, spitzige, zahn-artige weifsliche Afterblättchen befindlich, die sowie die Blattstiele meist mit mehr oder weniger fei-nen, weifsen, nicht kurzen, weichen Härchen be-setzt sind. Bey einer in Gärten gezogenen Varietät(Tanacetum crispum) sind sie mehr oder wenigerkraus.

Die halbkugeligen, schön goldgelben Blü-then stehen in flachen Doldentrauben an der Spi-tze des Stengels und der Aeste mit kleinen, kurzen,spitzigen Nebenblättchen versehen.

Der gemeinschaftliche, bleibende Kelch istglatt, halb kugelig, besteht aus Dachziegelförmig festübereinanderliegenden Schuppen und ist von etwasgelblich grüner Farbe.

Die zusammengesetzte Blume'nkrone ist er-haben, und besteht aus sehr vielen röhrigen Zwit-terblümchen in der Mitte, deren Krone trichterför-mig, fünfspaltig und zurückgebogen ist und einigenweiblichen Randblüthen, welche eine dreyspaltige, aufder innern Seite tiefer getheilte Krone haben undzuweilen gänzlich fehlen. Die Staubfäden sindhaarförmig, sehr kurz und die walzenförmigen, röh-rigen Staubbeutel derselben verwachsen. DerFruchtknoten ist länglich und klein; der Grif-fel fadenförmig, von der Länge der Staubfäden;die Narbe desselben zweyspaltig und zurückgerollt.Der Saame ist länglich, fünfeckig und ohne Haar-krone. Der Blumenboden ist erhaben, nacktund punktirt.

Die Blüthezeit ist Juli bis September und dieder Saamenreife August bis October.

Das Kraut, die Blüthen und Saamen (her-ba, fiores, et semen tanaceti) sind offizineil.

Das Kraut, so wie auch die Blüthen, be-sitzen einen stark balsamischen, campferarligen Ge-ruch und bittern, gewürzhaften Geschmack.

Der Saamen, welcher klein, länglich, etwasgekrümmt, mit tiefen Furchen bezogen, am obernEnde mit einem kleinem Rande eingefafst und brei-ter als am untern ist, riecht stark und balsamisch,und schmeckt bitter und campferartig.

Abbildungen;

Weinmann n, p,65. c. 966. a,

Zorn ic. pl. t. 246.

Black well herb. t. 464»

Oeder fl. dan. t. 871,

Kerner t. 536.

Gaertner de sem. pl. 2. p. 35(). t. iG5. f. 7.

Lamark ill, t. 696. f. l.

Engl, bot, t. 1229,

Handb, der pharm, bot. bl. LXXIV. f. 353.

Plenk icon. plant, med. t. 611.

Flor, du dict. des scienc. med. livr. 88. pl. 338.

, Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Ein blühender Stengel.

2. Ein Wurzelblatt.

3. Der gemeinschaftliche Kelch und Blumenboden.

4. Ein röhriges Zwitterblümchen auf der Scheibe

4 mal vergröfsert.

5. Ein ähnliches Zwitterblümchen mit zurückeebo-

genem Blumenkrönchen, wodurch dieStaub-gefäfse sich entblösst zeigen, ebenfalls 4mal vergröfsert.

6. Ein 4 mal vergröfsertes Saamenkorn.