Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Der gemeine Löwenzahn, eine ausdauerndePflanze, wächst sehr häufig in ganz Deutschlandund in andern Ländern des nördlichen Europa, fer-ner in Asien und Amerika, auf Wiesen, Weiden,Triften, an Wegen und Zäunen, in Ohstgärten undFeldern.

Die Wurzel ist spindelförmig, ein his zweySpannen lang, fingersdick, zuweilen ästig, hefasert,auswendig schwarz - braun, inwendig weifs und hatin der Mitte einen holzigen Kern.

Die Blätter sind lang, meistens auf der Er-de liegend, sägenförmig, scharf gezähnt, glatt undvon hellgrüner Farbe.

Die grofsen, gelben Blüthen stehen einzelnauf einem runden, röhrigen, glatten, selten einenFufs hohen Schafte.

Der gemeinschaftliche Kelch ist doppelt-*blättrig, glatt, länglich und schuppig. Die äufsernKelch schuppen sind lanzettförmig und zurückge-schlagen; die innern länger, gleich-breit, gleichlau-fend, gleich-grofs und aufrecht. Die zusammenge-setzte Blumenkrone ist einförmig und dachzie-gelförmig. Die vielen kleinen Zwitterblumensind gleich. Die besondere Blumenkrone istzungenförmig, gleichbreit, abgestutzt und fünfzäh-nig. Die sehr kurzen, haarförmigen Staubfädensind mit walzenförmigen, röhrigen Staubbeu-teln versehen. Der Fruchtknoten ist last ey-fövmig; der Griffel fadenförmig, so lang als dieKrone, und hat zurückgerollte Narben. Der Blu-meuboden ist erhaben, nakt und punktirt.

Der Saame, in dem länglichen, aufrechten,endlich zurückgeschlagenen Kelch ist länglich, ge-

streift und mit einer langgestielten, etwas federar-tigen Saamenkrone versehen.

Diese Pflanze blüht im März bis May und zu-weilen im Herbste zum zweytenmal. Die Saamenreifen im Juny und August.

Die Wurzel, Löwenzahnwurzel, Pfaffenröhr-chen oder Butterblumenwurzel und das Kraut,(radix et herba Taraxaci s. dentis leonis) sind offi-cinell. Die Wurzel enthält im frischen Zustande,Avie die ganze Pflanze, einen milchartigen Saft, istgeruchlos und hat einen nicht unangenehmen,schleimigen, gelinde salzigen, bitterlichen Geschmack.Sie wird, wie auch das Kraut, welches ebenfallseinen bittern Geschmack besitzt, im Frühjahr ein-gesammelt, und beyde werden zur Auspressung desSafts und Bereitung des Extracts gebraucht.

Abbildungen.

Plenk Je. pl. med. t. 593.

Engl. bot. t. 5io.

Lam. illust. t. 653.

Flor. dan. t. öji.

Schkuhr. Deutschi. fl. t. 21g.

Blackwell herb, t. 1» et 5oi.

Bull. t. 217.

Erklärung der Platte. >Taf. No.

1. Die sanze Pflanze in der Blüthe.

2. Ein einzelnes Blüthchen.

3. Ein einzelnes Blüthchen, wo unten der Saame

und das Federchen schon deutlicher zusehen sind.