Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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ist weifs und mit einer dünnen grauen Kinde be-kleidet.

Die Blätter stehen abwechselnd zu drei (fo-lia ternata) auf langen oben rinnenf örmigen und ander Basis verdickten Blattstielen; die einzelnen Blü-tlien sind verkehrt-eiförmig, gegen die Basis ver-schmälert , in ein kurzes Blattstielchen herablaufend,und daher fast keilförmig (cuneata), an der Spitzeabgerundet oder mit einem sehr kurzen Spitzchenendigend; sie sind auf beiden Seiten glatt, obendunkelgrün, unten blafs graulich-weifs, drei bisvier und einen halben Zoll lang, und einen biszwei Zoll breit.

Die Blüthen stehen in langen zusammenge-setzten spanigen Trauben, die an dem vorliegendenExemplar des Willd eno w'schen Herbariums anden älteren Zweigen theils in den Blattwinkeln, theilsauiserhalb entspringen. Sie sind sehr klein undbestellen aus einer einfachen, glockenförmigen,sechs-spaltigen Blüthenhülle (Kelch). Der gröfsteTbeil dieser Blüthen ist männlich, so dafs gewöhn-lich nur das Endblüthchen weiblich ist. In denmännlichen Blüthen findet sich ein walzenför-miges Säulchen, um ein Drittheil kürzer als derKelch, an dem der Länge nach die Antheren ansit-zen. JNach Richard sind es fünf zweifächerigeAntheren mit zweiklappigen Fächern. In denweiblichen Blüthen ist ein eiförmiger dreifäch-riger Fruchtknoten mit drei sitzenden zweispaltigenKarben.

Die Frucht ist eine grofse dreiköpfige drei-klappige Kapsel (Capsula tricocca), die Klappen sindfest, hart, gelblich und mit einer sich löfsendenaufsen fafsrigen Schale (epicarpium) bedeckt.

Die Saamen, deren in jedem Fach einer, zu-weilen (nach Au biet) zwei gefunden werden, sindeiförmig graulich-gelb mit braunem Fleck uud einervertieften Längslinie; sie sind ölig, efsbar, unsernHaselnüssen im Geschmack ähnlich.

Wenn der Baum verwundet wird, so ergiefster, wie die meisten Pflanzen dieser Familie, einenMilchsaft, der erhärtet braun wird und das bekannteFederharz, Elastisches Harz, Resina elas-

tica, Cautschuc darstellt, welches sich besondersdurch seiue Elasticität und Unauflöslichkeit in Wein-geist vor den übrigen Harzen als ein eigentümli-cher näherer PfianzenstofF auszeichnet. Wir nehmendiese Pflanze hier auf, weil dieses Federharz fürdie Verfertigung mehrerer chirurgischen Instrumentewichtig ist. Gewöhnlich wird der Milchsaft in wie-derholten Lagen auf thönerne Formen von Gestalteiner Flasche gestrichen und der Thon nach demErhärten durch Zerschlagen der Form herausgenom-men. Dieses elastische Harz ist aufser der Familieder Euphorbiaceen auch in mehreren Säften derUrticeen, Artocarpeen, Asclepiadeen undLobeliaceen enthalten. So wird in Südamerikaaus dem Milchsaft der C e cropia peltatain Verbin-dung mit dem mehrerer Feigenbäume, als Ficusnympheaefolia, F. populneau. a., nach v.Humboldt auch aus F. prinoides u. ellipticaFederharz bereitet. Nach Roxb. wird es auch ausArtocarpus integrifolia und dem herrlichen F.elastica und in Sumatra aus Urceola elasticagewonnen. In Quito endlich liefert nach v. Hum-boldt auch eine baumartige Lobelie (L o b e 1 i aCaoutchouc) dieses Harz. (S.Sprengel in Stolze

Jahrb. der Pharm. Jg. 26.)

(N. v. E.)

Abbildungen.

Richard Journ. de Physique. 178a. Aug.Aublet Hist. de Gujane. tab. 335. (c. fruct.)

Erklärung der Tafel.

1. Ein blühender Zweig, nach einem Exemplar des

Willd eno w'schen Herbariums.

2. Eine Blüthe von der Seite gesehen.

3. Eine geöffnete männliche Blüthe.

4. Der Fruchtknoten.

5. Dieselbe im Querdurchschnitt.

6. Derselbe mit einem geöffneten Fach, um dieLage des Saamens zu zeigen. (Diese Figurensind aus Adr. v. Jussieu's treflicher Mono-graphie genommen.)