Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Noch vor den Blättern bildet sich der Schaft,welcher einfach, gerade, dick, cylindrisch, 3 bis 4Fufs hoch, beyiiahe um die Hälfte seiner Länge mitzahlreichen, weifsen, lang gestielten Blümchen ge-ziert ist. Die Stielchen sind an ihrem Grunde mithäutigen pfriemenformigen Nebenblättchen versehen.Jede Blume besteht aus einer sechs blätterigenKrone ohne Kelch. Die Blumenblättchen sind ey-rund, weit abstehend, hinfällig. Sie hat sechs Staub-fäden; die Träger sind pfriemenformig, halb solang als die Krone; die Staubbeutel länglich, queraufgelegt. Der Fruchtknoten ist rundlich; der Grif-fel einfach, So lang als die Staubfaden, hinfällig;die Narbe einfach.

Die Frucht ist eine fast eyrunde, glatte, drey-furchige Kapsel, welche drey Fächer und drey Klap-pen hat und mehrere rundliche Saamenkörnchenenthält.

Sie blüht im Monat August und September. DieZwiebel dieser Pflanze (radix Scilla? seu Squillae ma-ritim«) welche unter mehrern Gestalten in den Offi-zinen aufbewahrt wird, gehört zu den urintreiben-den Mitteln.

Aeufserlich bey Jüngern Zwiebeln mit mehrweifslichen; bey altern aber mit braunröthli-hen, aus dünnen, troknen Schuppen bestehenden,gestreiften Häutchen bedeckt, besteht sie in-wendig aus vielen breiten, dicken, an den Seitendünnern, nervigen, weifsen, fleischichten, meist insGrünliche spielenden Schuppen, die im frischen Zu-stande sehr reichlich mit einem dickschleimichten,

weifsen, sehr scharfen, an den Händen Jucken, Bren-nen, und Blasen erregenden Safte angefüllt sind.Ihr Geruch ist zwar unbedeutend ; jedoch dem dergewöhnlichen Zwiebel nicht ganz unähnlich undreitzt sowohl das Auge, als auch die Nase, Ihr Ge-schmack ist anfangs schleimicht, dann aber scharf,sehr bitter und ekelhaft. Die getrockneten Schup-pen sind länglich, etwas durchsichtig, zerbrechlich,weifslich, inwendig glatt und mit Linien durchzo-gen. Beym Kauen sind sie zähe, sehr bitter, lassenjedoch keine Schärfe bemerken.

Abbildungen.-

Seb. mus. l. t. 44« f- 4^ 5.

Black well herb, t, 59i.

Zorn pl. l. 3So.

Handb. der pharm. Bot. B. XXVU. f. i54.

J. J. Plenk ic. pl. med. 271.

Redoute, lilia. Vol. 2. t. 116.

Fl. du dict, des sc. med. livr. 82. ph 3i8.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Ein blühender Stengel in natürlicher Gröfse.

2. Eine Zwiebel von natürlicher Gröfse.

3. Eine querdurchschnittene Zwiebel.

4. Die hervorkommenden halb ausgewachsenen

Blätter.

5. Ein etwas vergröfsertes Blumenblatt.

6. Der Stempel vergröfsert.

7. Ein vergröfsertes Staubgefäfs.