Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Länge beträgt zwei bis drei Zoll, bei einer Breitevon acbt bis zehn Linien.

Die kleinen Blüthen stehen in den Winkelnder Blätter und an der Spitze der jungen Zweige inkurzen Trauben mit glatten runden Blüthenstielen,sie sind im ersten Aufblühen gelblich, dann pur-purrot. Der Kelch ist glockenförmig mit einem invier eiförmige spitze Abschnitte gctheilten Saum.Mit diesen Abschnitten wechselt eine aus vier klei-nern abgerundeten fleischigen Schüppchen gebildeteNebenkrone (coronula, nectarium) von derselbenFarbe»

Zwischen diesen Schuppen stehen die vier kur-gen Staubgefäfse, die kaum über sie hervorra-gen; die Staubfäden sind weifslich, von derLänge der Staubbeutel, welche aus zwei nach in-nen gekehrten gesonderten gelben Fächern bestehen.

Der Fruchtknoten ist mit dem untern Theildes Kelchs verwachsen; der Griffel reicht bis andie Basis der Staubbeutel und ist mit vier run-den Narben gekrönt.

Die Frucht ist eine runde fleischige in reifemZustande schwarze Steinfrucht von der Gröfse einerkleinen Kirsche; sie schliefst ein rundes einsamigesNüfschen ein. Der Saamen ist mit einer zartenschwammigen weifsen Schale bedeckt, und enthältim weifsen Eiweifskörper einen pfriemenförmigenumgekehrten Embryo von der Länge des Saamens.

Der innere Theil des Stammes, besonders vonälteren Bäumen, liefert das gelbe feste wohl-riechende Santelholz, Lignum Santali ci-trin um, der Splint und das jüngere Holz überhauptsoll nachRoxb. neuesten Berichten das weifse San-

telholz seyn, welches weicher ist und dem gel-ben au Wohlgeruch weit nachsteht. Früher schriebman diese beiden Holzarten verschiedenen Bäumenzu. Guibourt will den weifsen Santel als dasHolz einer Wurzel erkannt haben. Durch Destillationerhält man aus dem gelben ein schweres in derKälte leicht crystallisirbares ätherisches Oel, wel-chem das Holz seinen Wohlgeruch verdankt.

Anm. Die neueren Autoren vereinigten mit die-sem bis jetzt noch wenig bekannten Baumenach Roxb. Plant, of Corom. das dort absre-gebildete Sirium myrtifolium R., welchesin der neuesten Flora Indiae von Careyund Wal lieh als eine eigene Art derselbenGattung Santalum myrtifolium hinlänglich un-terschieden auftritt. In demselben Werke fin-den wir auch die erste genauere Beschreibungdes ächten Santelbaumes.

Wir haben hier zugleich ein schönes Exem-plar, aus der Copenhagner Sammlung gütigst

mitgeheilt, benutzt.

(N. v. E.)

Erklärung der Tafel.

l.' Ein blühender Zweig,

2, Die Blüthe, in natürlicher Gröfse,

3, Dieselbe, vergröfsert.

4, Dieselbe, von oben gesehen.

5, Dieselbe ausgebreitet, mit den Staubgefäfsenund 1 dem Pistill.

6, Die Frucht von der Seite, in natürlicher Gröfse.

7, Dieselbe von oben.

8, Dieselbe im Querdurchschnitt.