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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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B e nennungen:

G r i e c h.. eAsXiV<p*)w. Diosr.Deutsch. Die gemeine Salbey. Seif.

Franz.

La sauge.

Ital. u. Sp

a n. Salvia.

Port.

Salva.

Engl.

Sage.

Holl.

Salie.

Dan.

Salvie.

S c h w e d.

Salvia.

Russ.

Schalweja,

Poln.

Szalwia.

Böhm.

Ssalweg.

Ungar.

Sallya,

Die gemeine Salbey, welche als kleiner Strauchin Spanien, Italien, Frankreich, auf den Inseln desArchipelagus, in Dalmatien, Krain, Kärnthen etc.auf bergigen Gegenden wild wächst, und sechzehnbis zwanzig Iahre dauert, gehört zu einer sehr zahl-reichen Pflanzengattung. In Deutschland wird sienicht nur zum Arzneygebrauche, sondern auch derschönen, durch Kultur davon erhaltenen Varietätenwegen in Gärten als Zierpflanze gezogen. Sie ge-deiht bey uns recht gut und ist sehr dauerhaft.

Sie hat einen holzigen rauhen Stengel odervielmehr Stamm, welcher sich in viele aufrechte,fast viereckige, haarige, etwas weifsliche, ohnge-fähr ein bis zwey Fufs lange Aeste ausbreitet.

Die Blätter sind gegenüberstehend, ziemlichlang gestielt, ey-lanzettförmig, ungetheilt, an denRändern fein gekerbt, warzig, runzlich, dick, sanftanzufühlen und von grünlich-grau-weifslicher Farbe.

Die Blumen bilden eine einfache, lockereAehre am Ende der Zweige und stehen in zusam-mengedrängten, wenig blüthigeu Quirlen, welchemit hinfälligen, eyförmigen, spitzigen Deckblättchenversehen sind.

Der röhrige, einblättrige Kelch ist gestreift,nach oben zu allmählig erweitert, und hat zweyLippen mit fünf zugespitzten Zähnen, wovon diedrey obern kleiner sind. Die unregelmäßige, ra-chenförmige Blumenkrone ist ziemlich grofs,einblättrig, violettblau, zweylippig und oben er-weitert. Die obere Lippe ist gekrümmt, zusam-mengedrückt, stumpf und eingeschnitten; die un-tere dreylappig; der mittlere Lappen gröfser und

eingeschnitten. Die bey den gabelförmigen Staub-fäden sind quer auf einem im Grunde der Kroneentstehenden kurzen Stiele befestigt, und tragen aneinem Ende einen fruchtbaren, am andern einenzweyten unentwickelten Staubbeutel. Auch fin-den sich im Grunde der Krone noch zwey Spurenvon nicht entwickelten Staubgefafsen. Der Frucht-knoten ist viertheilig; der Griffel sehr lang; dieNarbe zweyspaltig. Im Grunde des Kelchs sindvier unbedeckte Saamen enthalten.

Die Edelsalbey blüht im Juni bis August. DieZeit der Saamenreife ist Juli bis September. Esgibt mehrere Abarten dieser Pflanze mit schmalen,mit weifs 7 und gelbbunten, gestreiften Blättern,auch mit röthlichen und weifsen Blumen. Siewächst fast in jedem Boden sehr gut, und wirddurch Ableger, Zertheilung der Wurzel und amvortheilhafteaten durch Saamen vermehrt.

Das Kraut (Salbeyblätter, herba salviae) ist of-fizinell. Die Blätter werden im May mit den nochnicht entwickelten Blumen eingesammelt. Zum Arz-neygebrauche soll die auf steinigem Boden wachsen-de Salbey am besten seyn. Da sich viel Staub undandere Unreinigkeiten in ihrer runzlichen, warzigenOberfläche festsetzen, so ist es dienlich sie gleichabzuwaschen und zu reinigen. Der Geruch dersel-ben ist anfangs angenehm, stark gewürzhaft undetwas campferartig; der Geschmack bitterlich-ge-würzhaft und ein wenig zusammenziehend.

Abbildungen.

Du Hamel. edit. Michel. Tem. VI. t. 25.

Flor, du dict. des scienc. med. livr. 81. pl. 3i.3.

Plenk icon. pl. medicin. t. 19.

Sturm. Fl. germ. fasc. 9.

St. Hilaire. va. tab. 1.

Trattinick tabular. t. 3io.

Blackw. herbar. t. 10.

Lam. illustr. gen. tab. 20. fig. 1.

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Ein Zweig mit Blumen.

2. Eine einzelne von einander geschnittene Blumen-

krone.

3. Ein einzelner Staubfaden, mit seinen an einem

quer überstehenden Stiele befestigten Staub-beutel.4- Der Griffel auf dem Fruchtknoten.