Salix Russeliana Sm.
(Die Rufsel'sche Weide.)
C h a r.Salix Russeliana Sm.
S. foliis lanceolatis acuminatis serratis glabris, sub-tus glaucis, amentis coetaneis diandris, nec-tario masculinorura gemino, germinibus brevi-pedicellatis glabris......
S. pendula Var........
S. coerulea. . . . . . ,
p e c.
Smith Fl. Britt. p. ic-45.Seringe Monogr. des Saules p. 79.Sm. Engl. Bot. (?)
Man findet diese Weide durch ganz Deutsch-land an feuchten Orten ; in unsern Rheingegendenist sie eine der gemeinsten Arten.
Der Baum ist grofs und ansehnlich. Die jun-gen Zweige fallen sehr leicht ab.
Das Holz, ist leicht und weifs, wie bei allenWeidenarten, die Binde der jungen Zweige ist gelb-lich-grün, welche Fai*be an den altern in grauübergeht.
Die Knospen sind eirund-länglich, gelblich-braun.
Die Blüthen kommen gleichzeitig mit denBlättern hervor, (amenta coetanea). Die Kätzchenstehen in der ersten Jugend aufrecht, später sind sieabstehend und überhängend; die kurzen Stiele sindweichhaarig und mit drei oder vier kleinen ganz-randigen Blättchen besetzt. Die männlichenKätzchen sind uugefähr anderthalb bis zwei Zolllang; ihre Spindel (rachis) ist wie der Stiel weich-haarig, die kleinen Schuppen sind oval, an derSpitze etwas breiter und eingebogen, stumpf, etwasrunzlig, blafs-gelblich und mit langen Haaren ge-wimpert. Die beiden Staubfäden sind zweimallänger als die Schuppen, glatt, an der Basis genä-hert und auf jeder Seite mit einer eirundlichengrünlich - gelben Drüse versehen, die Staubbeutelsind goldgelb mit etwas entfernten Fächern.
Die weiblichen Kätzchen sind in der Ju-gend ebenfalls aufrecht, einen Zoll lang, dicht,blafs-grün, nach der Blüthe verlängern sie sichund gehen in 21/2 bis 31/2 Zoll lange lockerefruchttragende Kätzchen über: die Schuppen sindhier mehr oval, convex und liegen dicht an demlänglichen runden kurz - gestielten und gegen die
Spitze verdünnten glatten Fruchtknoten an; nachder Blüthe fallen sie ab. Die beiden iNarbensitzen auf einem sehr kurzen Griffel, sind stumpf,etwas undeutlich ausgerandet, gelblich. Am Grundedes Fruchtknotens ist eine runde zusammengedrücktegrüne Drüse.
Die Blätter sind beim Hervorbrechen aus denKnospen mit einem zarten leicht vergänglichenFlaum (lanugo) bekleidet, die erwachsenen sindlanzettförmig, lang zugespitzt, am Rande, mit Aus-nahme der äufsersten Spitze, mit gleichförmigenkleinen stumpfen Sägezähnen besetzt; die obere Seiteist schön grün und kaum merklich behaart, dieuntere Seite ist glatt und mit blaugrauem Reifüberzogen. Die kurzen Blattstiele sind schwach be-haart und besonders bei den Blättern der JüngernTriebe an der Spitze mit Drüsen besetzt.
Die. Rinde dieser Weide soll (nach Sm. Fl. Britt.)vorzüglich reich au Tanin seyn und verdient des-halb besonders berücksichtigt zu werden.
Anm. Diese Weidenart ist vielseitig mit S. fragi-lis verwechselt worden und wird von Andernals eine Spielart derselben betrachtet. Wir hal-ten sie für verschieden und hoffen im nächstenHefte eine gute Darstellung der S. fragilis,die wohl weit seltner vorkommt, mittheilen zukönnen. Uebrigens scheint es uns sehr wahr-scheinlich, dafs dieSalix fragilis Sm. (Engl.Bot.) zu S. Meyeriana, und dieS. fragilis,wie sie im mittlem Deutschland vorkommt, zu S.decipiensHoffm. undSm.Engl. Bot. gehören.
(N. v. E.)
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