Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Der stumpfblatterige Ampfer kommtdurch ganz Deutschland und die angrenzendenLänder auf Grasplätzen und Wiesen, in Wäldernund an Gräben sehr häufig vor.

Die Wurzel ist ästig, in Hinsicht der Stärkesehr verschieden, aufsen blafs gelblich-braun, in-nen in Rinde- und Marksubstanz gelb, in demholzigen Theil weifslich; die gelbe Farbe ist, wiebei allen verwandten Arten, bei solchen Exempla-ren, die an feuchten Orten wachsen, heller.

Der Stengel ist aufrecht, drei bis fünf Fufshoch, von Grund an mit aufrechten langen Aestenbesezt, an den xintern Internodien rund und glatt,an den obern gefurcht, eckig und schwach behaart.Die Wurzelblätter stehen ausgebreitet auflangen gefurchten Blattstielen, sind an der Basisungleich und undeutlich herzförmig, länglich, stumpf,am Rande sehr fein gekerbt und mehr oder weni-ger kraus, ihre Blattstiele sind länger als das Blattselbst; die unteren Stengelblätter sind gröfser, mitdem Stiel oft anderthalb Fufs lang und vier Zollbreit, die oberen lanzettförmig spitz, alle sind obengtatt, unten mit kurzem schwachem Haarüberzugbekleidet.

Die Blüthen bilden lange, gegen die Spitzeverdünnte blattlose Trauben; die einzelnen Quirlesind von zwei kleinen stumpfen verwachsenen häu-tigen bräunlichen Schuppen unterstützt. Die Blü-thenstielchen haben unter der Mitte ein Gelenk undsind etwas länger als die Blüthenhülle. Die äufsernBlatt eben derselben sind lanzettförmig stumpf,die innern Blättchen (valvulae) sind mehr oval,breiter, während der Blüthe kaum länger als dieäufseren und ganzrandig; nach der Blüthe wachsensie schnell in eine verlängerte stumpfe Spitze aus,werden am Rande gezahnt, und an der Basis er-hebt sich auf dem einen dieser Blättchen eine läng-liche Drüse (dasKorn, granulum, callus). Bei derReife sind die Kelche mit einem hervortretendenGefäfsnetz bedeckt (calyces venosi), ihre Farbe istblafs braun, die des Korns ist etwas heller.

Die Caryopse ist im Verhältnifs zu demKelch sehr klein, braun.

Anm. Dieser Ampfer ist schon durch seineGrÖfse ausgezeichnet und nur mit den vonWallroth neu aufgestellten Arten dem R.cristatus und R. sylvestris W. zu ver-wechseln. Dieser letztere soll sich durcheine dunkler-gelbe Wurzel, durch ganz glat-ten Stengel, vollkommen stumpfe Wurzelblat-ter und die sehr schwach gezahnten Kelch-klappen unterscheiden; der erstere zeichnetsich besonders dadurch aus, dafs die eine derinnern Kelch klappen viel gröfser ist als die

beiden andern.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Flor. Dan. tab. »334.Curt. Lond. HL tab. 22.Engl. Bot. tab. 1999.

Erklärung der Tafel.

1. Ein Wurzelblatt.

2. Der obere Theil einer blühenden Pflanze.

3. Eine Blüthenhülle, von der Seite gesehen, mitden Staubgefäfsen.

4. Ein Staubbeutel.

5. Die Blüthenhülle vor dem Blühen.

6. Dieselbe ausgebreitet, mit den Staubgefäfsenund dem Pistill.

7. Dieselbe nach der Blüthe, mit den Zähnen und

dem Granulum auf den innern Klappen.

8. Dieselbe ausgebreitet und auf dem Rücken an-

geschen.

9. Ein Aestchen mit reifer Frucht, in natürlicher

Gröfse.to. Die Caryopse ohne den Kelch. (Alle Figuren,mit Ausnahme von 1, 2 und 9, vergröfsertdargestellt.