Bei starker Vergröfserung zeigen sich in der Keim-schicht die dicht neben einander aufgerichtetenkeulenförmigen Schläuche mit kleinen dunklen Kör-nern, gegen die Spitze hin, erfüllt.
Unter dem Namen Mousse de la Suede kommtdiese Flechte in grofsen Schiffsladungen nach Hol-land und wird dort weit häufiger als die kostba-rere Roccelle von den canarischen Inseln zur Be-reituDg des Lakmus benutzt. In Schweden bereitetman aus ihr auch eine rothe Farbe, so dafs, wiebei der Roccelle, die Verschiedenheit der Farbe nurvon der verschiedenen Behandlung abhängt. InFrankreich wird aus einer ähnlichen Flechte (Va-riolaria orcina Ach.) ebenfalls eine rothe Farbe(Orseille) oder durch eine Art Gährung mit Urinund kohlensaurem Kalk Lakmus bereitet.
Anmerk. Die von dem anhängenden Moos ge-reinigte Lecanora tartarea giebt ein vollkom-men weifses Pulver, welches sich gegen Was-ser wie Lycopodium verhält, mit ihm nichtvermischt werden kann, auch keine Spur von
Färbung zeigt. Durch alkalische Stoffe ent-steht, wie bei der vorhergehenden, der rotheFarbestoff, der sich auch gegen Säuren wiejener verhält. Die roth gefärbte und fortwäh-rend befeuchtete Flechte sehe ich erst jezt,nach sechs Wochen, durch die violette in dieblaue Farbe übergehen. (N. v. E.)
Abbildungen.
Flor. Dan. tab. 712. Fig. 1. et tab. t348.Engl. Bot. tab. i56.Sturm. Germ, IL 6.
Erklärung der Tafel.
1. Die Flechte, im fruchttragenden Zustande.1. Dieselbe, unfruchtbar.
3. Ein Apothecium im Durchschnitt, etwas ver-
gröfsert.
4. Dasselbe, sehr stark vergröfsert.