mehlich, von etwas scharfen unangenehmen Ge-schmack ; der holzige gelbliche Kern ist dünner alsdie Rinde und ganz ohne Geschmack.
Aus ihr kommen mehrere von Grund an ästigeniederliegende oder aufsteigende Stengel hervor;diese Stengel werden ungefähr einen Fufs hoch undsind besonders gegen die Spitze mit abstehendenweifslichen Haaren besetzt.
Die Blätter sind gegenständig einen bis an-derthalb Zoll lang, verkehrt-eiförmig, stumpf oderkurz zugespitzt und am Grunde in einen kurzenBlattstiel herablaufend, sie sind blafs grün und be-sonders unten an den Nerven mit anliegenden kur-zen Haaren bekleidet.
Die innerhalb der Blattstiele stehenden Schei-den (vaginae interpetiolares) sind häutig, blafs, wieder Stengel behaart und mit drei bis vier steifenborstenförmigen Spitzen.
Die kleinen Blüthen sind zu zwanzig: undmehreren in ein Köpfchen zusammen gehäuft, wel-ches von drei bis vier den andern Blättern ähnli-chen, nur kürzer gestielten Deckblättern umgebenist; diese Deckblätter sind bald mehr von gleicherGestalt und Gröfse, bald an üppig - wachsendenExemplaren ungleich.
Der Kelch ist am Rande mit langen Haarenbesetzt, seine sechs Abschnitte sind fast gleich, drei-seitig.
Die Blumenkrone ist weifs, noch einmal solang als der Kelch, trichterförmig mit sechs an derSpitze zart-gewimperten Abschnitten.
Die eingeschlossenen Staubgefäfse habenkurze pfriemenpförmige weifse Staubfäden undrundliche weifse Antheren.
Der vom Kelch bekleidete Fruchtknotenist eirundlich, stumpf-dreiseitig, fein behaart; derGriffel und die drei stumpfen Narben sind weifs,kürzer als die Blumenkrone.
Die Köpfe der dreiköpfigen Frucht sind %er-kehrt-eiförmig, etwas zusammen gedrückt, obenund unten ausgerandet, braun, innen bleifarbig undmit einer kammförmigen Längslinie bezeichnet. DerSaamen besteht aus einem dicken EiWeiskörper,in dem ein dünner aufrechter Embryo irt derMitte liegt,
Die oben beschriebene Wurzel dieser Pflanzeist die mehlige Tpecacuanha, Radix Ipeca-cuanha amylacea, womit sie weit richtiger alsmit der Benennung weifse Ipecacuanha bezeichnetwird. Sie ist unter dem Namen Spanische Ipe-cacuanha nach Hamburg gekommen, findet sich beiuns aber nur als eine Seltenheit im Handel vor. Durchdie eigenthümliche Beschaffenheit ihrer Rindensub-stanz läfst sie sich sehr leicht von der ächten brau-nen Ipecacuanha unterscheiden, der sie in Rück-sicht der Wirksamkeit weit nachsteht. (S. Buch-ners Repert. 1. c.)
Anm. Wir haben hierbei die Abbildung vonHayne und die treffliehe Beschreibung desHerrn von Martius benutzt. Die Pflanzen,die im botanischen Garten aus Saamen erzogenwurden, stimmen hiermit überein; die Blättersind etwas fleischig und wie der Stengel ziem-lich stark behaart, die Staubgefäfse ragen überdas Blumenrohr, aber nicht über den Saumhinaus. Der Griffel hat die Länge der Blu-menkrone. Die Wurzel ist an einem im Früh-jahr ins freie Land gepflanzten Exemplar jetzt(im August) dreitheilich geringelt, runzlich undgelblich-weifs. Nach dem Bericht unsers ver-ehrten Freundes vonMartius besitzt die nahverwandte Richardsonia emetica ähnlicheEigenschaften und ist in Brasilien als Brech-mittel besonders geschätzt. (N. v. E.)
Abbildungen.
Gomez Memoria 1. c. Lisb. 1801.Diction. des sciences med. Vol. VI.Hayne Getr. Darst. VIII. tab. 21.
Erklärung der Tafel.
Die blühende Pflanze mit der Wurzel.Ein Kelch mit der Blumenkrone, vergröfsert.Die Blumenkrone, der Länge nach geöffnet.Der Kelch mit dem Griffel.Die vom Kelch umkleidete Frucht.G. Ein Theil der dreiköpfigen Frucht.
7. Ein Stück der getrockneten Wurzel,
8. Eine frische Wurzel, aus dem bot. Garten.
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