Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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dig, am Rande eingerollt, steif und lederartig, fastwie Lorbeerblätter.

Die End- und Blumenknospen vom letzten Iah-re bestehen aus grauen, fast filzigen, trocknen Schup-pen, wovon die äufsern eyförmig, die innern läng-lich und weifslicher sind. In ihnen bemerkt manim Herbste deutlich die Spuren der Blumen für dasfolgende Iahr.

Die Blumenstielchen stehen zwischen diesenSchuppen an der Spitze der Aeste abwechselnd undso, dafs sie eine Dolde bilden. Gewöhnlich findetman sechs oder weniger; zuweilen wohl zehn. Siesind aufrecht und haarig.

Die schonen, grofsen, nickenden Blumen ha-ben einen kleinen, fünfzahnigen Kelch, oder viel-mehr ist der Blumenboden, besonders bey den Kap-seln mit einem etwas schiefen, fünfzahnigen Randversehen. Die einblättrige Blumenkrone ist gelb,glockenförmig ausgebreitet und fünftheilig. Die Ab-schnitte sind verkehrt-eyförmig, etwas ungleich;die drey obern ein wenig gröfser, gegen die kurzeRöhre zu gefleckt und gestreift; die untern flecken-los. Die zehn ungleichen, fadenförmigen Staubfä-den sind etwas abwärtsr gebogen, und mit blafs-gelben , länglichen Staubbeuteln versehen. Derobere Fruchtknoten ist fünfeckig, steht nach demAbfallen der Blume mit aufrechtem Stiele, und trägteinen fadenförmigen, einfachen, abwärts - gebogenenGriffel, welcher länger ist, als die Staubfäden. DieNarbe ist kopfförmig, etwas fünflappig.

Die Frucht besteht in einer länglichen, fünf-seitigen, leicht gekrümmten, etwas filzigen, trock-nen, fünffächerigen, fiinfklappigen, an der Spitzesich öffnenden, vielsaamigen Kapsel. Die Klappensind kahnförmig und an den Rändern zusammen-gezogen; die Saamen sehr klein, grau und feilspähn-förmig.

Die Blüthezeit ist Juny und July.

Die Blätter (Folia Rhododendri Chrysanthi,herba Rhododendri, Sibirische Schueerosenblätter,Alprosenblätter,) sind offizinell.

Diese Blätter, wovon man erst in neuern Zei-ten Gebrauch machte, besitzen giftige Eigenschaf-ten. Man erhält sie aus Rufsland sammt spannen-langen, federkieldicken, getrockneten Zweigen undBlüthenknospen. Sie besitzen getrocknet einen schwa-chen, einigermafsen dem der Rhabarber ähnlichenGeruch und schmecken bitter, herbe, zusammen-ziehend, und die jungen Zweige selbst zugleich et-was scharf.

Nicht selten erhält man statt derselben die Blät-ter von Rhododendrum maximum L. und Rhodo-dendrum ferrugineum L., welche man auch nichtviel weniger wirksam befunden haben will.

Abbildungen:

Flor du Dict. d. Scienc. med. Livr. 78. pl. Soi.

Plenk Icon. pl. med. t. 33().

Pallas fl. rossica. I. tab. 3o.

Pallas ltin. app. n. 87. tab. N. fig. 1. 2.

Gmelin fl. sibir. 4- ta b. 54-

Erklärung der Platte.

Rhododendron Chrysantbum nach Pallas.Nro.

1. Eine Pflanze in der Blüthe.

2. Ein Zweig mit Frucht.

3. Eine an der Spitze aufgesprungene Kapsel mit

dem Saamenhalter.

4. Zwey Klappen mit den eingeschlagenen Rändern.

5. Eine Kapsel im Querdurchschnitt.