herzförmig ausgerandet, nach der Spitze hin erwei-tert, am Rande tief buchtig-gezahnt; die obereSeite ist ganz glatt und mehr oder minder gesättigtgrün, die untere graulich-grün mit einem zuwei-len schwach behaarten Mittelnerven.
Die Blüthen sind einhäusig, (monoici,) undkommen gewöhnlich im Mai, gleichzeitig mit denBlättern, hervor.
Die männlichen bilden schlanke, fadenför-mige Kätzchen (amenta) am Grunde der jungenTriebe. Die kleinen Kelche sind aus sechs bis neunlinieuförmigen gewimperten Abschnitten gebildet, indenen sich gewöhnlich acht haarförmige kurze Staub-fäden mit gelben Antheren finden.
Die weiblichen Blüthen sitzen zu dreien inden Blattwinkeln an den Spitzen der jungen Zweige.Die Blüthenhülle besteht aus mehreren kleinen dach-ziegelförmig über einander liegenden Schuppen,die den kleinen rundlichen Fruchtknoten bedecken,der einen kurzen Griffel mit drei verhältnifsmäfsiggrofsen stumpfen dunkelrothen Narben trägt. DieseNarben bilden in der ersten Blüthezeit eine drei-lappige, becherförmige Erweiterung.
Die Frucht ist eine Eichelfrucht (glans); eineinsaamiges, einfachriges Nüfschen ohne Nath (nu-cula) sitzt mit seiner Basis in einem halbkugelför-migen Fruchtbecher (cupula), der innen ganz glattist, aufsen von den verwachsenen Kelchschuppeneine rauhe, schuppige Oberfläche zeigt. Der Saa-menkern (nucleus) besteht aus den beiden dickengelblich-weifsen Cotyledonen, an deren Spitze dasnach oben gerichtete VVürzelchen liegt. (Radiculasupcra, embryo inversus.)
Mit dieser Eiche ist eine zweite Art,Quer-cus pedunculata, die Stieleiche, die nochhäufiger als die hier beschriebene in Deutschlandvorkommt, so nahe verwandt, dafs man sie am be-sten in Vergleichung mit dieser unterscheidet. Wirgeben deshalb auf der zweiten Tafel ein getreuesBild derselben und fügen hier die unterscheidendenMerkmahle bei:
t) Die Stieleiche wird höher und dickerals die Steineiche, so dafs man schonExemplare mit einem fünf und zwanzigFufs dicken Stamm in Deutschland gefun-den hat.
2) Die Knospen sind eiförmig, kurz und stumpf.
3) Die Blä'ter sind sehr kurz gestielt,gewöhnlich kleiner, tiefer eingeschnittenund auf beiden Seiten glatt.
4) Die Früchte sind mehr walzenförmig undstehen auf langen, dünnen und rundenStielen, welches als der Hauptcharacterdieser Art zu betrachten ist.
Von beiden Arten wird die Rinde der jünge-ren Aeste (Cortex Quercus) wegen ihres reichenGebalts an Gerbestoff (Tannin) als ein stark ad-stringirendes Arzneimittel angewendet-, aufserdemwerden auch die gerösteten Früchte innerlich, wie.Caffee zubereitet, gegeben, zu welchem Zweck dievon dem Fruchtbecher und der Schale gereinigtenSaamen sorgfältig getrocknet oder auch geröstetaufbewahrt werden. (Glandes Quercus siccatae vcl
tostae.)
<N. v. E.)
Abbildungen.
Hayne Getr. Darst. VI. tab. 35.Diackw. Herb. tab. 487.
Erklärung der Tafeln,Quercus Robur:
1. Ein Zweig mit männlichen und weiblichenBlüthen.
2. Die männlichen Blüthen, vergröfsert.
3. Die weiblichen Blüthen, vergröfsert.
4. Ein Zweig mit vollkommen ausgebildeten Blät-tern und jungen Früchten.
5. Die reife Frucht.
Quercus pedunculata.
1. Ein Zweig mit männlichen und weiblichenBlüthen.
2. Ein anderer mit Früchten.
3. Die männlichen Blüthen, vergröfsert.
4- Die weiblichen Blüthen, ebenfalls vergröfsert.
5. Eine reife Frucht, mit dem Fruchtbecher.
t). Die Eichel ohne den Becher.
7. Die beiden Cotyledonen mit dem Würzclchen.