Stacheln, gegen die Spitze hin theilt er sich inzahlreiche aufrecht-ahstehende hlüthetragende Aeste.Die Blätter umfafsen mit ihrer pfeilförmigenBasis den Stengel und stehen besonders in der Mittedesselben vertikal, d. h. so, dafs sie den einenRand (nicht die Fläche) nach dem Himmel richten;übrigens sind sie horizontal-abstehend, am Randebuchtig eingeschnitten (sinuato-pinnatifida), die Ab-schnitte sind entfernt, ungleich, etwas stumpf, dreibis vier auf jeder Seite. Der Rand und die weifseMittelrippe auf der untern Seite sind mit feinen Sta-cheln besetzt; die beiden Flächen sind gleich-farbig, blafs-grün oder schwach bläulich bereift.Gegen die Spitze des Stengels hin werden die Blät-ter klein, pfeilförmig, ganzrandig.
Die Blüthen stehen in vielblüthigen sparrigenRispen, so dafs einzelne Blüthen länger, anderesehr kurz gestielt sind; am Grunde dieser Blüthen-stiele finden sich sehr kleine umfafsende Bracteen.Der gemeinschaftliche Kelch (periclinium) ist wäh-rend der Blüthe walzenförmig, später mehr kegel-förmig, aus dachziegelförmig über einander liegen-den fast gleichbreiten stumpfen glatten Blättcheugebildet, von denen die äufsersten viel kürzer sind;diese Blättchen sind gewöhnlich auf einer Seite desKelchs von dunkel violetter Farbe.
Die blafs gelben zungenförmigenBlütli-eh en (flosculi ligulati), deren ungefähr zwanzig injedem gemeinschaftlichen Kelche vorhanden, sindnur in den Morgenstunden, wie bei allen hierhergehörigen Pflanzen, ausgebreitet; der zungenförmigeSaum ist rinnenförmig gefaltet, an der Spitze infünf kleine Zähne gespalten und länger als dasweifse Rohr; an dessen Mündung sich ein Ring kur-zer weifser Haare findet, die Richard als eincharakteristisches Zeichen dieser Gruppe der Ci-choraeeen annimmt. Die verwachsenen Staub-beutel und die hervorragenden Narben sind gelb.Der verkehrt-eiförmige zusammengedrückte glatteFruchtknoten trägt auf einer sehr kurz gestiel-ten grünlichen Scheibe die lange einfache glänzen d-weifse Haarkrone. Die Achenien sind gestreiftvon grauer Farbe.
Die Pflanze ist auf unfruchtbarem Boden vielkleiner; auch kommt eine Spielart mit fast ganzenBlättern (foliis integris) vor.
Von Lactuca virosa (S. d. 4- Lief.) unter-scheidet sie sich durch folgende Merkmale:
Die eultivirte Pflanze blüht gewöhnlich schonim ersten Jahre; L. virosa ist dagegen immerzweijährig.
Der Stengel ist am Grunde weit weniger stach-lig, als jene.Die Blätter sind schmäler, mehr gleichbreit,mit dem einen Rande nach dem Himmel ge-richtet (oblique-verticalia), und auf beiden Sei-ten fast gleichfarbig (concolora).Die Blüthen sind etwas kleiner.Die Achenien (Saamen) sind grau, nichtschwarz.
Diese Art wird weit häufiger als die seltnereL. virosa angewendet, doch scheint ihr Milchsaftminder bitter und narkotisch.
Der Milchsaft von beiden nimmt getrocknet einegelblich-braune Farbe an, und bildet so einen demOpium an Geruch, Geschmack und Wirksamkeitähnlichen ArzneistofF. Acht Grammen des getrock-neten Milchsafts der L. virosa enthalten nach Pfaff(Mat. med. VI. p. 5o3):
Im Wasser lösliche Theile 4>»-Wachs . . . . o,7»Trocknes Harz . ". 0,6.
Kautschuck . . ♦ 1,8.Feuchtigkeit . • . 0,8.Gewöhnlich wird das aus dem ausgeprefstenSaft der ganzen Pflanze bereitete Extract angewen-det, bei dessen Bereitung eine möglichst gelindeErhitzung anzuwenden ist.
Wer diese Pflanze oder die rechte L. virosanur einmal gesehen hat, wird sich gewifs nie Son-chus oleraceus, S. asper oder S. arvensisdafür geben lassen. Dafs aber schon Dipsacusfullonum oder campestris zur Bereitung desExtr. Lactucae angewendet worden seyn soll — ha-ben wir mit Erstaunen gehört.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Flor. dan. tab. 1227,
Moris. Hist, HI. Sect. 7. tab. 2. fig. 16.
Erklärung der Tafel.
1, Der untere Theil einer jungen Pflanze,
2. 3. Der mittlere und obere Theil eines blühen-
den Exemplars.
4. Eine Blüthe.
5. Ein äufseres und ein inneres Kelchblättchen.
6. Ein Blüthchen von der Seite mit dem Frucht-
knoten.
7. Dasselbe, -von vorn gesehen.
ö. Der Fruchtboden mit zwei Saamen.g. Ein Saamen (richtiger ein Saamenbalg achae-nium) mit der Haarkrone, in natürlicher Gröfse.10. Dieselbe, vergröfsert.