Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Diese einjährige Pflanze findet sich in verschie-denen Gegenden Deutschlands und in andern Län-dern des südlichen Europa's und wächst an Heckenund Zäunen, an Wassergräben und Wegen aufSchutthaufen und Dämmen.

Der Stengel ist aufrecht, rund, ästig, untenstachlich, zwey und mehrere Fufs hoch und so wieauch die Äste mit blutrothen Flecken, welche spä-ter schwärzlich werden bezeichnet.

Die Blätter stehen horizontal, sind stiellos,hart, steif, beynahe etwas eyförmig und mit stachli-cher Mittelrippe versehen. Die untern sind buch-tig gezahnt, wellenförmig; die obern pfeilförmig,ey-förmig-lanzettförmig, ungetheilt, und sehr fein ge-zahnt. Auch sie sind, besonders die untern grö-sern und breitern, dunkelroth und schwärzlichgefleckt.

Die kleinen blafsgelben, zusammengesetzten Blu-men kommen am Ende des Stengels und derZweige hervor.

Der gemeinschaftliche Kelch ist einfach, ein-blättrig, walzenförmig, und besteht aus ungleichen,lang zugespitzten, am Rande häutigen Schuppen.Die zusammengesetzte Blumenkrone ist einför-mig, Dachziegelförmig, und besteht aus vielen gleich-förmigen Zwitterhlumen. Die besondere Blumenkroneist zungenförmig, abgestutzt, und vier bis fönfzahnig.

Die Staubfäden sind haarförmig, sehr kurz,und die Staubbeutel walzenförmig und röhrig.Der fast eyförmige Fruchtknoten ist mit faden-förmigem Griffel der so lang ist, als die Staub-fäden versehen. Die Narben sind zurückgebo-gen. Die in dem zusammengeneigten eyrund-walzenförmioen Kelche enthaltenen Saamen sindkurz, eyförmig, über der. Mitte mit bläulichen Strei-fen bezeichnet, und mit einer geraden, dick undkurz gestielten Saamenkrone versehen. Der B1 u-menboden ist nackt und hat feine Vertiefungen.

Diese Pflanze blüht im Juni bis Au<rust. Diein Gärten besonders in fettem Boden gezogene wirdzwar gröfser, verliert aber viel an Kräften. Siemufsdaher an einem sonnigen Orte, in einen kiesigensteinigen Boden ausgesäet werden. AlleTheile der-selben enthalten einen zähen, scharfen, bittern, bren-nend schmeckenden Milchsaft und besitzen einensehr widrigen betäubenden Geruch.

Das Kraut (herba lactucae virosae) ist offizineil.

Man sammelt die ganze Pflanze zur Bereitungdes Extracts ein.

Das Kraut des wilden Lattig (Lactuca s. cario-laL.) welcher in manchen Dispensatorien als offizi-nelle Pflanze vorgeschrieben, von einigen Botani-kern nur für eine Varietät gehalten wird und in derWirkung mit dem Giftlattig überein kommen soll,wird in vielen Apotheken statt desselben einge-sammelt.

Abbildungen.

Plenk Jcon, plant, medic. 695.Schkuhr. bot. Handb. t, 217.Morisson. Hist. 7. tab. 2. fig. 16.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Der untere Stengel der Pflanze mit Blättern.

2. Ein blühender Stengel, mit Blättern.

3. Der Umrifs eines Wurzelblattes.

4. Ein einzelnes zungcnförmiges Zwitterblüthchen

aus der zusammengesetzten Blumenkrone.

5. Die Staubbeutel, mit dem Griffel in der Mitte,

der zwei zurückgerollte Narben trägt.G. Ein Saamenkom mit seinem gestielten haarför-migen Krönchen.