B enennungen:G r i e c h. ßf#&v( Diosc. Spreng, hist. r. herb. p.
191. — HafttSfo*.
Deutsch. Der Sadebaum, Sadelbaum, Sagebaum,Sevenbaum.
Franz. le genevrier sabine, le savinier, la Sa-
bine male, die erste var., la sabine femel-le, die zweite.
ftal. Span, und Port. Sabina.
Engl. The Savin.
Ho 11. Sevenboom.
Dan» Seveboom.
S c h w e d. Säfv enboom.
Russ, (Siber) Artsch.
Der Sadebaum ist ein sehr artiger, immer-grüner Strauch von einem sehr starken, durchdrin-genden eigenthümlichen Geruch. Erwächst inPortugal,Spanien, Italien, Frankreich, der Schweiz, Crain, Kärn-then, Salzburg, Siberien, der Tartarey und in den Mor-genländern auf Bergen, und wird bey uns in Gär-ten gezogen, wo er an schattigen Orten sehr gutgedeibt.
Der Stengel desselben ist strauchartig, scbiefaufsteigend und sehr ästig. Zuweilen wird dieserStrauch baumartig und erhebt sich aus geradem Stam-me zu einer Höhe von 8 bis 10 Fufs. Die Aeste sindzahlreich, gegenüberstehend, aufsteigend, schlankund sehr biegsam. Die Rinde der Jüngern Zweigeist lichtgrün, die des Stamms und der Aeste rauh,aschgrau, etwas röthlich, so wie auch das Holz.
Die sehr kleinen, kurzen, lanzettförmigen, oval-zugespitztcn Blättchen stehen gegen einanderüber. Sie sind glatt, dunkelgrün, herunterlaufend,und gehen am Grunde becherförmig in einander.Die untern schliefsen fester an die Aeste und Zweigean, die obern sind lockerer.
Die männlichen B1 ü t h e n bilden gelbliche,kurze, stiellose Kätzchen, von demselben Baue undnämlicher Einrichtung wie die des gemeinen Wach-holder.
Eben so sind auch die weibli eben Blütbenwelche sich an den Seiten der jüngsten Zweige be-finden und hakenförmig zurückgebogen sind, übri-gens denen des Wachholderbaums nicht unähnlich.
Die unter sich und seitwärts hängenden Bee-ren sind rundlich, bläulich schwarz, kleiner als diedes gemeinen Wachholder und enthalten gewöhnlichdrey Saamen.
Der Sadebaum blüht im April und seine Früch-te reifen im Herbste des zweyten Jahrs. Die Fort-piianzung desselben geschieht theils durch Saamen,
theils durch Ableger und Stecklinge. Auch hat manmehrere Varietäten dieses Strauchs; eine mit gro-fsen Blättern, die denen der Cypressen ähnlich sind(Juniperus sabina cupressina); eine andere mit sehrkleinen Blättern, welche mit den Tamarisken Aehn-lichkeit hat (Juniperus sabina tamariseifolia) und au-fser diesen noch eine Abänderung mit weifs odergelbbunten Blättern (foliis variegatis) und abstehen-den, sehr schmalen, spitzigen Blättern.
Die Blätter (Sadebaumblätter herba sabina?)sind offizinell. Man sammelt im April die Spitzender Aeste mit den kreuzweise gegen überstehenden,aufrechten, nadeiförmigen, dicken, kurzen, spitzi-gen, dunkelgrünen, an den Zweigen fortlaufenden,angedrückten'Blättern, welche immer paarweise ineiner Scheide eingeschlossen und am Grunde zusam-mengewachsen sind. Sie haben einen harzicht bit-tein, scharfen Geschmack, und äufserst starken,widrigen, etwas betäubenden, eigenthümlichen Ge-ruch,
Durch Destillation der Blätter wird ein ätheri-sches Oel (Sabebaumöl, Ol herbae sabina?) gewonnen.
Die Sabebaumblätter werden zuweilen aus Un-kunde mit den Blättern vom Bermudischen und Vir-giuischen Wachholder (Juniperus Barmudiana et vir-giniana L ) vermischt. Diese Wachholderarten sindaber nicht nur an dem fehlenden, dem Sadebaumeigenthümlichen Geruch und Geschmack sehr leichtzu erkennen, sondern bey den jungen Pflanzen undan den untern Theilen der Zweige des erstem, ste-hen die etwas plattgedrückten Blätter zu dreyen;an den altern Pflanzen und obern Theilen der Zwei-ge zu zweyen wie bey dem Sadebaum. Die Blätterdes zweyten stehen durchgehends zu dreyen bei-sammen. Beyde Arten sind an ihren Zweigen miteiner rothbräunlichen Rinde bedeckt.
Abbildungen.
Flor, d, dict. d. scienc. med. livr. 79, pl, 3o5.
B u 11 i a r d herb, franc. t. 189.
Pall. fl. ross. tab. 56. fig. 2.
Ludwig Ectyp. t. g3.
Kniphoff cent. 5. n. 4ö.
Du Hame 1 arb. 2. t. 62.
Black well herb. t. 214.
Erklärung der Platte.
1.
2.3.4-
Tat No.
Ein Zweig von einem weiblichen Individuum mit
Blütben und Früchten.Ein Zweig, der blos männliche Blüthen trägt.Eine quer durchschnittene Frucht.Ein einzelnes Saamenkorn.