Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen:Griech, Kct^ü* «rg{«-ix>|. Ex Spreng, hist, rei. herb.

p. io4- Kafjuo» ßcuriXiKät. Bxhcasc *«£u<*.Deutsch. Der gemeine Wall nufsbaum. Die wel-sche Nufs. Der Nufsbaum,Franz. Le noyer,

11 noce.

Nogal.

Nogueira.

The common Walnut-tree.

Ockernootenboom.

Valnödd.

Valnötträd.

Gi'ezkia.

Orzeszyna, wloska.

Wlasky orech.

Olafs-diö.

Ital.

Span,

Port.

Engl.

Holl.

Dan.

Seh w e d.

Russ.

Poln.

Böhm.

Ung.

Der gemeine Wallnussbaum ist bei uns schonlange bekannt, jedoch nicht in Europa zu Hause.Ursprünglich stammt er aus Persien her, wo er nochwild in der Mitte der Wälder angetroffen wird. Ob-gleich er, so zu sagen, einheimisch geworden, undeine gewöhnliche Kälte ziemlich gut aushäll, so ge-wöhnt er sich doch nicht so an unser Klima, dafser einersehr strengen Winterkälte ganz widerstehen könnte.Er wird im südlichen Europa, so wie auch in Deutsch-land und an manchen Orten sehr häufig angebaut.Sein Schatten, seine abfallenden Blätter und weitauslaufenden Wurzeln sind aber den um ihn ste-henden Vegetabilien nachtheiliff.

Er ist einer unserer schönsten Fruchtbaume,trägt eine ausgebreitete, dichte Krone, wird ziem-lich stark, fünfzig bis seelmig Fufs hoch; aber nichtleicht über achtzig Jahre alt.

Die Rinde ist glatt und glänzend-braun r.njungen, dick, aschfarben rauh, und aufgesprungen analtem Bäumen. Die Farbe der Jüngern Zweige istgrünlich oder aschgräulich. Das Holz ist hart.

Die grofsen, gestielten, schön grünen abwech-selnden Blätter sind ungepaart gefiedert, und be-stehen aus fünf, sieben bis neun oval-lanzettförmi-gen, fast gleichen spitzigen, selten etwas gesägten,glatten, entgegengesetzten, fast aufsitzenden Blättchen.

Die Blüthen sind einhäufig. Die männlichenbilden an dem altern Holze zu mehreren beysam-men oder einzeln hängende, zwey bis drey Zolllange, walzenförmige Kätzchen, von braun-grünerFarbe, mit einblumigen nach aufsen gekehrten Schup-pen, (Kelch) wovon jede durch einen horizontalabstehenden Stiel befestigt ist.

Der Kelch (Krone) ist elliptisch, flach undsechstheilig. Die Einschnitte sind aufrecht, vertieftund stumpf. Die Blumenkrone fehlt. Die Staub-fäden (18 bis a4) sind sehr kurz und tragen ovale,gleichlange, zwey fächerige Staubbeutel.

Die fast aufsitzenden, weiblichen Blüthensind entweder einzeln, zu zweyen oder dreyen anden Enden der Zweige befindlich. Ihr Kelch isteinblättrig, glockenförmig, vierspaltig, aufrecht undsehr kurz ; die einblättrige Blumenkrone etwasgröfser als der Kelch, aufrecht, viertheilig und spi-tzig. Der Fruchtknoten sitzt unten, ist eyförmig, grofsund hat zwey dicke, kurze Griffel. Die Narbensind grofs, zurükgebogen und oben zerrissen. DieFrucht (Steinfrucht) ist oval, etwas rundlich und ent-hält eine grofse, rundliche netzförmig-gefurchte,zweyklappige Nufs. Die äufsere Schale der Fruchtist glatt, fest, dick, fleischig, lebhaft grün, von ei-nem sehr bittern, zusammenziehenden, äufserst her-ben Geschmack und widrig-gewürzhalten Geruch.

Der Saft derselben färbt die Hände braungelb undschwarz. Die den Kern enthaltende Schale ist hart,zerbrechlich, blofs holzig, von fahler röthlich-gelberFarbe ohne Geruch und Geshmack. Der Kern selbstist unregelmäsig wellenförmig erhaben, vertieft undrunzlicb, mit einem sehr dünnen, gelblichen zusam-menziehend schmeckenden Häutchen überzogen undam Grunde in vier Lappen getheilt, die durch häu-tige Scheidewände getrennt sind. Die Substanz des-selben ist weifs, ölig und besitzt einen sehr ange-nehmen, süfsen Geshmack. Der Nufsbaum, welcherdurch Saamen , Ableger und V\ urzelfprosse fortge-pflanzt wird, blüht im April und May und die INüs-se reifen im September und October je nach derVarietät, deren es viele gibt und die sich durch ih-re Grofse, ihren Geschmack und die hartem oderweichern Schalen unterscheiden. Oflizinell sind dieunreifen Wallnüsse, (>mces juglandis immatime) wel-che in den Monaten Junius und Julius, wo sie nochleicht mit einem elfenbeinernenFfriemeu sich durch-stechen lassen, eingesammelt werden. Man wählt dienoch ganzen , nicht fleckigen zum Einmachen und zurBereitung desExtractes, (extractum Nucum juglandi-um, Wallnufs extract, eingedickter Saft) welches ei-ne braunschwarze Farbe hat, glänzend ist, und ei-nen bittern, herben, zusammenziehenden Geschmackbesitzt. Aus den Kernen preist man ein weifsesoder blafs citrongelbes Oel (Wallnufsoel, Oleumnucum Juglandis) welches frisch einen milden süs-sen Geschmack hat und ohne Geruch ist. Estrock-net schnell, wie Leinöl, gerinnt nicht leicht inder Kälte; wird aber bald ranzig.

Auch gebrauchte man sonst das Oberhäutchender Kerne (Epidermis nuclei Jugland.) die Blätterund Rinde (Folia e t. Cort. Juglandis.)

Abbildungen.

Flor, du dict. des Scienc. med. Ihr. 65. pl. 25o.

Plenk icon. pl. medicin. 672.

Du Hamel. edit. Michel. IV. t. 47.

Arbr. vol. II. pag, 5o. n. 1.

Rcgnault. Botan. jcon,

Oehlhof. t. 35.

Blackw. Herb. t. 247.

Ludw. Ectvp. t. 188.

Lnorr. Delic. 1. t. n. 7.

Kniphoff. Gent. 1. n. 4"»

Dodon. Pempt. p. 81G.

J. Bauh. Hist. p. vol. 1. p. 241

Lobel. Jcon. 11. t. 108.

Garn er. Epit. 172.

Tabernamont. Jcon. 971.

Pauli, fl. Dan. t. 93.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1, Ein Zweig mit Früchten.

2. Ein männliches Kätzchen.

3. Ein männlicher einzelner Blüthcnkelch.4. Ein einzelner Staubbeutel.5 u. 6. dieselben Theile ein wenig vergröfsert.

7. Weibliche Blüthen, zu zweien sitzend, wo der

Fruchtknoten schon angeschwollen ist.

8. Dieselbe ein wenig vergröfsert.

9. Eine Nufs deren äufsere grüne Schale halb weg-

genommen ist.

10. Der innere Kern.

11. Derselbe in der Mitte durchgeschnitten.