Fr an,
Ital.
Span.
Port.
Benennungen.
G r i e eh. CirtfiKou
Deutsch. Das gemeine Hartheu. Iohanniskraut,Iohannisblut. Hexenkraut. Teufelsraub.
Le Millepertuis commun. Lherbe deSt. Jean.
Pilatro Iberico,
Corazoncillo. Hierba de St. Juan.
Milfurada. Herba de Saö. Joaö. Hy-pericaö.
The perforated St. John's wort.
St. Jans kruid.
Hypericon. Pirikon. Blodblomster.
Prikked. Mandebled.
Johannisört, Pirken,
Siveroboi.
Dziurawiek. Jana St. Ziele,
Swato Janska zelina.
Orbantz-fü. Csengö virag.
Engl.
Holl.
Dan,
Norw,
S c h w e d,
Russ.
Poln.
Böhm,
Ungar,
Das gemeine Iohannishartheu ist eine ausdau-ernde Pflanze , welche durch ganz Deutschland,überhaupt in Europa angetroffen wird, und an un-gebauten, sonnigen Orten, aufwiesen, in holzigen ;bergigen Gegenden, an Hecken und Wegen, aufFeldern, an Ackerrändern und in Weinbergenetc. wächst. Auch wird sie zur Zierde in Gärtengezogen.
Die Wurzel derselben ist kriechend, sehr äs-tig, hart, holzig und von braun - gelblicher Farbe.Sie treibt mehrere aufrechte, feste, sehr ästige, glat-te, zwey bis drey Fufs hohe, cylindrischc Sten-gel, die da wo die Blätter und Zweige sitzen aufge-schwollen, und an diesen Zwischenknoten mit zweyentgegengesetzten Schneiden versehen sind, welchedurch die (mittlere Fuppe jedes Blattes hervorge-bracht wird.
Die Blätter sind klein , gegenüberstehend,aufsitzend, halbumfafsend, länglich - eyförmig, et-wasstumpf, glatt, hellgrün, ganz ungetheilt, durch-sichtig punktirt, sechs bis neun Linien lang, undzwey bis vier breit.
Die Blumen sind gelb, von mittler Gröfse, kurzgestielt, mit Nebenblättern versehen, sitzen am En-de der Nebenzweige zahlreich beyeinander und bil-den ausgebreitete, ästige Rispen.
Jede Blume besteht aus einem einblättrigen,bleibenden Kelche, mit fünf lanzettförmigen, spit-zigen, gleichen, vertieften Einschnitten, die kürzersind als die Blumenblätter; einer fünfblättrigen Kro-ne, derer Blätter länglich - eyförmig, abstehend,
schief abgestutzt, an einem Rande etwas gekerbt,und mit dazwischen stehenden kleinen, schwar-zen, drüsigen Körperchen bezeichnet sind; ausseinvielen haarförmigen an der Basis in 3 oder 5 Bün-del verwachsenen Staubfäden, welche kleine, schwarzpunktirte Staubbeutel tragen; aus einem obern rund-lichen, mit drey einfachen, auseinanderstehendenGriffeln, von der Länge der Staubfäden, verse-henen Fruchtknoten. Die Narben sind ein-fach und blutroth.
Die Frucht ist eine eyförmige, zugespitzte,dreyfächerige und vielsaamige Kapsel. Die Saamensind länglich, klein und dunkelbraun.
Die Blüthezeit ist .Tdnius bis September, die derSaamenreife August bis Öctober.
Das Kraut und die Blumen, ehedem auch derSaame (herba et flores Hyperici) sind offizineil.
Gewöhnlich wird das Kraut mit den Blüthenim Juni oder Juli eingesammelt. Der Geruch istschwach und angenehm ; der Geschmack balsamischbitterlich und etwas zusammenziehend. Man ver-wechselt das Kraut mit den Blättern des vierkanti-gen Hartheu (Hypericum quadrangulare L.), wel-ches sich aber durch den einfachen, vierkantigenStengel, der nicht so holzig und astig ist, unter-scheidet. Das Kraut und die Blumen, so wie über-haupt die ganze Pflanze enthalten einen rothen Far-bestoff.
Abbildungen:
Flor, du Dict. des scienc. med. liv. 62. pl, 238.
Plenk. Jcon. plant, med. 58a.
Blackw. herb, t. i5.
Miller, illustr. Jcon.
Curtis. flor. Lond. n. 2.
Flor. Dan. io43.
Engl, botany. 2()j.
Sturm. Deutsch. 11. I. 18.
Ludwig. Ectyp. J. 11.
Kniphoff. Centur. 3. n. 46-
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Stengel.
2. Ein einzelnes Stengelblatt.
3. Ein einzelnes Blumenblatt,
4. Ein Bündel Staubfäden.
5. Ein einzelner Staubfaden.
6. Ein einzelner Fruchtknoten mit den drei Griffeln
vom fünfspaltigen Kelche eingeschlofsen.