Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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I

Innern hingegen dunkelrolh; die Aeste gehen auihren Enden in dornige Spitzen über.

Die Blätter stehen abwechselnd und ausge-breitet, sie sind abgebrochen gefiedert (abrupte-pinnata), aus drei oder vier Paar gegenständigensehr kurz gestielten fast sitzenden Fiederblältcbengebildet; diese Blättchen sind klein, verkehrt-herzförmig, ganzrandig, fast lederartig, vollkommenglatt, mit zahlreichen parallelen Querrippen durch-zogen; an der Basis der Blätter stehen zwei sehrkleine pfriemenförmige Afterblättchen, und in denWinkeln der von uns untersuchten Exemplare kom-men gewöhnlich noch zwei Blätter nebst einer mehroder minder ausgebildeten Knospe vor, welchesvielleicht nur bei den unter der Scheere gehalte-tenen zu Hecken gezogenen Exemplaren der Fall ist.Die wohlriechenden Bliithen bilden zahlreichevielblüthige aufrechte einfache drei bis vier Zolllange Trauben. Der gemeinschaftliche Blüthenstielsowohl, als die dünnen ungefähr drei Linien lan-gen besondern Blüthenstielchen sind glatt.

Der Kelch besteht aus einem sehr kurzenkreifselförmigen stehenbleibenden Rohr und einemaus fünf ungleichen ovalen stumpfen röthlichen hin-fälligen Blättchen gebildeten Saum (limbus).

Die Blumenkrone ist aus eben so viel keil-förmigen stumpfen blafsgelben Blumenblättern, wel-che noch einmal so lang als der Kelch sind, undungefähr drei Linien messen, zusammengesetzt.

Die zehn Staubfäden sind an der Basis mitweifsen Haaren besetzt, von der Länge der Blu-menkrone. Die Staubbeutel sind oval, gelbund auf dem Rücken ebenfalls befestigt.

Der glatte zusammengedrückte Fruchtkno-ten ist fast so lang als die Staubfäden; der gebo-gene Griffel ragt über die Blume hinaus und en-digt in eine trichterförmige Narbe.

Die Frucht ist eine zusammengedrückte glattezweiklappige Hülse, welche drei bis vier flacherunde Saameh einschliefst.

Das innere dichte und ziemlich schwere Hoizdieses Baums ist unter dem Namen Campeschen-Holz, Lignum Campechianum, als Farbma-terial und als ein adstringirender Arzneistoff be-kannt. Wir erhalten es in grofsen von dem Splintbefreiten gelb - röthlichen Stücken; der Geschmackist süfslich, etwas adstringirend, der Geruch, wennes gerieben wird, schwach violenartig. Bei derchemischen Analyse wurden folgende nähern Be-standtheile erhalten:

Ein flüchtiges Oel,

Ein crystallisirbarer rother Farbestoff (Haema-toxylin),

Ein eigenthümlicher rothbrauner Gerbestoff,

Kleberartige Materie,

und einige Salze. (Chevreul in Ann. de Chem.

8i. 128.)

<N. v, E.)

Abbildungen.

Sloane Jam. tab. 23i. fig. 1. 2.Catesby Carol. HI. tab. 66.

Erklärung der Tafel.

1. Ein blühender Zweig.

2. Eine Blüthenknospe.

3. Dieselbe, mehr entwickelt.

4. Eine Blüthe, von der Seite gesehen.

5. Dieselbe ausgebreitet, vom Rücken gesehen.

6. Ein Blumenblatt.

7. Dasselbe, vergröfsert.

8. Die zehn Staubgefäfse und das Pistill, in natür-

licher Gröfse.

9. Ein Kelchblatt, ein Blumenblatt, nebst zwei Staub-

gefäfsen und dem Pistill, vergröfsert.

10. Die Hülse in natürlicher Gröfse.