Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Blätter sind gegenständig, aus vier odersechs sitzenden, oder kaum merklich gestielten Fie-derblättchen gebildet; diese Blättchen sind ebenfallsgegenständig, oval, gegen die Basis schmäler, ander Spitze stumpf, abgestutzt oder abgerundet, ganz-randig, glatt, blafsgrün, einen bis anderthalb Zolllang, und sechs bis acht Linien breit. Die Blättchenan der Basis des gemeinschaftlichen rinnenförmigenBlattstiels sind kleiner als die äufseren; zuweilenist ein ungepaartes Blättchen an der Spitze.

Die ßlüthen stehen zu sechs bis zehn auf einbis anderthalb Zoll langen Blüthenstielen an derSpitze der Zweige beisammen. Der Kelch ist ausfünf ovalen am Grunde übereinander liegendenstumpfen etwas ungleichen coneaven und schwach-behaarten Blättchen gebildet. Die Blumenkrone be-steht aus fünf keilförmigen stumpfen an der Ba-sis in einen kurzen Nagel verschmälerten Blumen-blättchen von blauer Farbe; sie sind doppelt so langals der Kelch.

Die Staubfäden sind aufrecht, glatt, an derSpitze verdünnt, etwas kürzer als die Blumenkronedie Staubbeutel sind gelb, nach der Befruch-tung rückwärts gebogen und gekrümmt. DerFruchtknoten erhebt sich auf einem Uorecu hiel-ten Stielchen; er ist zusammengedrückt, zwei-

fächrig, stumpf mit einer [*n»^* lu aer M,tte -j)^^ dMiti ist f'ederförmig spitz, etwas kürzer als

die Staubgefäfse.

Die Frucht ist eine verkehrt - herzförmigezusammengedrückte und gerandete etwas fleischigeKapsel.

Dieser Baum ist für die Medizin in doppelterHinsicht wichtig, indem sowohl sein Holz (Lig-numGuajaci) als das aus dem Stamme austre-tende Harz ^Resina Guajaci nativa) als selirwirksame Arzneistoffe anerkannt sind. Das Holzkommt in bedeutend grofsen Stücken zu uns, dieöfters noch mit einer grauen dichten Rinde bedecktsind; es ist sehr schwer, dicht, harzig, an einzel-nen Stellen gelblich, an andern bräunlich - grün;gerieben verbreitet es einen schwachen aber ange-nehmen Geruch, der Geschmack ist etwas scharf-aromatisch. Im geraspelten Zustande (Rasura 1.Guajaci) tritt durch Einwirkung des Sauerstoffsder Athmosphäre die grüne Farbe noch mehr her-vor. Das mehr gelbe Quajakholz, welches manunter dem Namen Lignum sanetum bei mehre-ren Pharmacologen unterschieden findet, enthält we-niger Harz und soll von einem nah verwandtenBaume, Guajacum s^netum, abstammen.

Das natürliche Guajakharz, Resina Gua-jaci nativa, welches schon seit dem Anfang dessechszehnten Jahrhunderts in Europa als Heilmit-tel angewendet wird, erhalten wir in gröfsern un-förmlichen trocknen und ziemlich festen Massenvon grünlich-branuer Farbe;, der Bruch ist glän-zend, gegen das Licht gehalten sind die dünnerndurchscheinden Stückchen gelblich - grün. Der Ge-ruch ist schwach, dem Benzoeharz ähnlich, derGeschmack etwas scharf krazend; das* frischfbe-reitete Pulver ist grau, und wird an der Luft grün-lich, iüo Theile enthalten 80 reines Harz und2oRindentheile; in diesen letzteren fand Buch-ner 2, 1 Extractivstoff, 1, 5 Schleim und Holzfa-ser. Dieses Harz zeichnet sich besonders durch dieEigenthümlichkeit, in Berührung mit mehreren Stof-fen eine blaue Farbe zu entwickeln, aus, welchesein Prüfungsmittel des ächten Harzes gewährt. Soentsteht diese Farbe durch verdünnte Salpetersäure,durch Salpeterweingeist, durch Kupfer wenn etwasBlausäure zugesetzt wird (nach Pagenstecher),durch eine kalte Lösung von Gummi arabicum, durchKleber und durch mehrere frische Wurzeln z. B.Cochlearia Armoracia, officinalis. Symphytum offi-ciuale. Leontodon Taraxacum. Cichorium Intybuscir (-» Planche). S. hierüber Pfaff Mat. med.VI. p. 35o. Gmel, Handb. der theor. Chem. p. 1261.Anm. Wir haben bei dieser Darstellung einigevollständige Examplare des W i 11 d e n o w'schenHerbariums und ein anderes von Herrn Dr.Zuccarini gütigst mitgetheiltes zum Grundegelegt. (N. v. E.)

Abbildungen.Sloane Histor. tab. 222. lig. 3.

Erklärung der Tafel.

i. Ein blühender Zweig.

2. Ein Zweig mit unreifen Früchten.

3. Eine Blüthenknospe.

4. Eine geöffnete Blüthe.

5. Ein Kelchblatt, von der äufsern

G. Dasselbe von der innern Seite gesehen.

7. Eine Blumenblatt (alle Figuren in natürlicher

Gröfse).

8. Die Staubgefäfse mit dem Pistill.

g. Ein Staubgefäfs, beides vergröfsert.

10. Der Fruchtknoten mit dem Griffel, in natürli-cher Gröfse.

11. Derselbe vergröfsert.

12. Derselbe im Querdurchschnitt.