Benennungen.
Deutsch.
Das stachliche Süsshol:
Franz.
la reglisse herissee. Ra
Ital.
Regolizia.
Span.
Regaliz. Regalicia.
Port.
Regaliz. Alcacuz.
Engl.
Liquorice.
Holl.
Zoethout.
Dan.
Lakris.
S c h w e d.
Lakrits.
Russ.
Dubez Solotkoi.
Poln.
Lakrycia.
*
Diese Pflanze ist in den südlichen ProvinzenRufslands und in Ungarn zu Hause, lässt sich übri-gens auch bei uns leicht cultiviren.
Die Wurzel ist perennirend, stark, holzig, ästig,aufsen bräunlich, innen gelblich-weifs. Aus ihrkommen mehrere aufrechte, 5-6 Fufs hohe, mitaufrecht-abstehenden langen Aesten besetzte, amGrunde runde, oben etwas eckige und glatte Stengelhervor.
Die Blätter sind abwechselnd, abstehend, un-gleich gefiedert, der gemeinschaftliche Blattstiel istan der Basis verdickt und an den Seiten mit zweysparrig-abstehenden oder zurückgeschlagenen lanzett-förmigen Afterblättchen versehen, zwischen den Fie-derblättchen ist er rinnenförmig ausgehöhlt und ge-wimpert; die Fiederblättchen, (gewöhnlich neun)sind länglich und endigen in eine runde feine Spitzevon dem auslaufenden Mittelnerv gebildet; sie sindam Rande schwach gewimpert und auf der unterenSeite mit vertieften drüsigen Punkten besetzt.
Die Blüthen stehen in kurz gestielten rundenkopfförmigen Aehren in den Winkeln der Blätter,und sind durch schmale, lanzettförmige, lang zuge-spitzte, gewimperte Deckbläüchen unterschieden.Die Kelche sind walzenförmig, röthlich, schwachbehaart, mit fünf ungleichen Zähnen, von denen diedrey kürzeren auf der Seite der Fahne stehen; mit
der Lupe bemerkt man glänzende, gelbliche, leichtabzuwischende, drüsige, punktförmige Körner. DieFahne der Blumenkrone ist gerade, zusammenge-faltet, länger als die Segel und der Kiel, amGrunde violett, an der Spitze weifs; die beiden Segelund der Kiel bestehen aus vier gleichförmigen, klei-nen, stumpfen, violetten Blättchen mit zarten wei-fsen Nägeln. Die Hülse ist eyförmig, zugespitzt,einsaamig, am Grunde kahl, an der Spitze auf bei-den Seiten mit starken steifen Borsten besetzt.
Nach der Angabe unsrer Pharmacopee undmehrerer anderer pharmacologischen Werke wirddie Wurzel dieser Pflanze, eben so wie die derLiquiritia glabra, in Rufsland als Süfsholz benutzt;die bei uns cullivirte Wurzel zeigt übrigens einennur sehr unbedeutend süfsen Geschmack.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Hayne. Getr. Darst. Vol. VI. tab. 41.Plenk Icon. pl. med. tab. 571.Jacquin Hort. Vindob. I, tab. 93.Gärtner de fruct. Cent. 9. tab. 148. f. 6,Kniphoff Cent. 5. n. 37.
Erklärung der Tafel.
1. Der obere Theil einer blühenden Pflanze.
2. Der Kelch.
3. Ein Deckblättchen.
4. Eine Blume mit dem Deckblättchen von der Seite
gesehen.
(Alle Figuren etwas vergrössert.)
5. Eine auseinander gelegte Blumenkrone, stark
vergffcöfsert.
6. Die Staubgefäfse und das Pistill, ebenfalls stark
vergröfsert.
7. Die Frucht.
8. Dieselbe im Durchschnitt, so dafs man die bei-
den Saamen sieht, in natürlicher Gröfse.
9. Die Wurzel.