Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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und weifs bereift; gegen die Spitze hin theilen siesich in einige lange Acste.

Die Wurzelblätter breiten sich auf langenBlattstielen über der Erde aus, und werden oftüber einen Fufs lang, sie sind gefiedert zerschnit-ten mit grofsen aufrechten unregelmäfsig stumpf-gelappten und gezahnten Abschnitten; die oberenBlätter umfafsen mit ihrer Basis den Stengel, allesind etwas fleischig, blaugrün (glauca), weifs be-reift und besonders auf der obern Seite mit kur-zen weifsen aufrechten Haaren besetzt.

Die Blüthen stehen an der Spitze der Aeste,den Blättern gegenüber, auf sehr kurzen, zwei bisdrei Linien langen Stielen, die sich an der Spitzein eine runde abgestutzte Scheibe erweitern, vonwelcher der Kelch entspringt; die beiden Blättchendesselben sind auf dem Rücken grün, mit einzelnenlangen und gekrümmten weifsen Haaren besetzt, undan den eingerollten Rändern weifs und häutig, siefallen ab, sobald sich die Blüthe aus ihnen ent-faltet.

Die Blumenblätter sind grofs, abgerundet,am Rande wellenförmig gebogen, goldgelb zartund hinfällig.

Die zahlreichen Staubgefäfse sind etwaskürzer als das Pistill; die Staubfäden sind von ver-schiedener Länge, an der Basis zuweilen verwach-sen, blafs gelblich - weifs; die aufrechten Staubbeu-tel von gesättigt-gelber Farbe.

Der lange walzenförmige, auf beiden Seitenetwas zusammen gedrückte und mit einer vertieftenLinie bezeichnete Fruchtknoten ist punetirt,

grünlich-weifs und mit einer gespaltenen stumpfenund gerandeten Narbe gekrönt.

Die Frucht ist eine sechs bis acht Zoll langgekrümmte hornf Örmige zweiklappige Hülse mit ge-wölbten röthlich oder gelblich-grauen und durchkleine Höckerchen rauh anzufühlenden Klappen;die dicke schwammige Scheidewand endigt in einestumpf-dreilappige Narbe und trägt zahlreiche ein-gebettete kleine braune nierenförmige r unzlicheSaamen.

Das Kraut und die Wurzel enthält einen roth-gelben harzigen Saft, welcher ähnliche Kräfte wieChelidonium majus besitzt, doch minder schartund mehr diuretisch wirksam seyn soll. Man bring!in mehreren Gegenden Deutschlands ein durch Aus-pressen der frischen Pflanze bereitetes Extract inAnwendung. (N. v. E.)

Erklärung der Tafel.

i. Ein Zweig mit Blüthe und unreifer Frucht.

2. Ein Wurzelblatt.

3. Eine. Blüthenknospe (alabastrum),

4. Ein Kelchblatt, von der Seite gesehen.Dasselbe ausgebreitet.

Die Staubgefäfse und das Pistill.

Das Pistill mit einem Staubgefäfs.Zwei Blumenblätter von verschiedener Gestalt.Eine reife Frucht.10. Dieselbe nach Entfernung einer Klappe, um iVwScheidewand mit den Saamen zu zeigen.