Benennungen:
Griech. Kamas. Diosc. ex Spreng, hist. r. herb,p. 182.
Deutsch. Der gemeine oder offizinelle Erdrauch,Alprauch, Alpraute, Feldraute, wilde Rau-te, Taubenkopf, Taubenkerbel, Katzenker-bel, Grünwurzel, Nonnenkraut, Krätzheil.
Franz. La fumeterre officinale.
Span. Palomilla, Filomosterra.
Port, Fumaria, Fumiterra, herva moleirinha.
Engl, The common fumitory, earthsmoke.
Ho 11. Gemeene Duivekervel, Aardrook.
Dan. Jordrög.
Schwed. Jordrok.
Russ. Semlanja Orech.
Po In. Rutka prasza albo polna.
Böhm. Gedrutka.
Un;
Föld - füst - fü.
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Der gemeine Erdrauch ist eine einjährigePflanze, welche durch ganz Deutschland, überhauptdurch ganz Europa, häufig auf Aeckern unter derSaat, auf Brachäckern, ungebauten Orten, an We-gen, Gräben, in Gärten und Weinbergen angetrof-fen wird.
Die weifsen, zaserigen, länglichen Wurzelntreiben aufrechte, auch niederliegende, dünne, zar-te, -weitschweifige, glatte Stengel, die eckig, saf-tig, sehr ästig, gräulich - grün, und 8 bis to Zollauch drüber hoch sind.
Die vielfach zusammengesetzten Blätter sindglatt, abwechselnd, dünn-gestielt, saftig und weich;die kleinen Blättchen keil-lanzettförmig, einge-schnitten und von matt bläulich-grüner Farbe.
Die Blüthen bilden an den Seiten und ander Spitze der Stengel aufrechte, lange, lockereTrauben. Sie sind kurz gestielt, unten mit einemkurzen, stumpfen und zusammengedrückten Spornversehen und von purpurröthlicher Farbe, an denSeiten dunkler, auch weifs, zuweilen auch bleich-fleischfarbig. Unter jeder Blume befindet sich einhäutiges, weifsliches, lanzettförmiges Deckblättchen.
Der sehr kleine Kelch besteht aus zwey hin-
fälligen entgegengesetzten, aufrechten, spitzigen Blätt-chen, die doppelt kürzer sind, als die Blumenstiel-chen. Die Krone ist länglich, röhrig und unre-gelmäfsig.
Sie hat 4 ungleiche Blumenblätter, dem An-schein nach wie bey einer Schmetterlingsblume ge-staltet, und sechs Staubfäden, die in zwey gleich-förmigen, breiten, zugespitzten Bündeln vereinigtsind. Der Fruchtknoten sitzt oben, ist etwaszusammengedrückt und hat einen einfachen Grif-fel mit kopfförmiger Narbe Die Frucht ist einkleines, rundliches, glattes, ausgerandetes einsaa-miges Schötchen, welches abfällt und nicht aufspringt.
Die Blütezeit des gemeinen Erdrauchs ist vomApril bis September und der Saamen reift im Julybis September. Das Kraut (herba fumaria) ist of-fizinell. Man sammelt die ganze Pflanze in denFrühlingsmonaten vor der Blüthe ein. Das frischeKraut hat einen bittern, etwas scharfen Geschmack,der beym getrockneten merklicher salzig bitter ist.Geruch ist eben nicht zu bemerken,Abbildungen:Dodon. pempt. 59.Camer. eptt. 890. ic. 32.Dalech. lugd-b. 1292. f. 2.Weinm. phyt. t. 519. f. c. d. e.Morison hist. t. 12, f. 9.Ludw. ect. t. 83.Blackwell herb. t. 237.Flor. dan. t. g4o.Curt. Lond. 2. t. 52.Woodville med. bot. 241. t. 88.Gilibert. hist. pl. Europ. 2. p. 229,Engl. bot. t. 589.Sturm Deutschi. fl. I. 2.Plenk icon. pl. med. 545.Flor, du dict. d. scienc. med. livr. 46- ph i"3,Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Die ganze Pflanze in der Blüthe.
2. Die vier einzelnen Blumenblätter.
3. Der zweyblättrige Kelch, nebst den in zwey
Bündel verwachsenen Staubfäden und demPistille.