Basis eingeschnittenen, mehr oder minder concaven,an den Rändern aufwärts gebogenen und einge-schlagenen häutigen Körper dar. Sein Durchmesserbeträgt bald nur einen bald zwei bis drei Zoll.Die Oberfläche ist schön braun, glänzend, glatt,mit vorspringenden Falten; auf der untern Seite istder Pilz mit einem grünlich - grauen kurzen Filzbedeckt, der in einer Spielart, die in Frankreich,und wahrscheinlich auch bei uns vorkommt, fehlt,und mit zahlreichen Runzeln und Falten durchzo-gen, wodurch er eine oft auffallende Aehnlichkeitmit einem Menschen-Ohr gewinnt. Die Substanz istweich, fleischig-knorpelig (cartilaginea) und läfst sichleicht in zwei Häute trennen. — Im trocknen Zu-stande zieht sich der Pilz bedeutend zusammen,wird schwarz, spröde und zerbrechlich. Ein feinerDurchschnitt, unter dem Mikroskop betrachtet, zeigtin der Mitte die äufserst zarte flockige Structur;auf der untern Seite sieht man die kurzen aberstarken durchsichtigen Haare, an der obern glat-ten Seite hingegen eine dunklere Schicht, ausdicht-verwachsenen undeutlichen Schläuchen (Asci)gebildet, aus denen sich die kleinen runden Spo-ren sondern.
Der Pilz kommt in den Officinen unter demNamen Fungus Sambuci, Hollunderschwamm,vor und wurde sonst wegen der Eigenschaft, dasWasser einzusaugen und nur allmählig wieder auszu-trocknen zur Auwendung von Augenwassern benutzt.
Er ist ohne Geschmack, besitzt aber im feuch-ten Zustande einen eigenthümlichen Geruch, dersich nach dem Trocknen wieder verliert. Das gutausgetrocknete, hier abgebildete Exemplar wog fünfund dreifsig Gran; nachdem es in Wasser vollkom-men aufgeweicht worden war, war es nach allen
Dimensionen noch einmal so grofs geworden undhatte jetzt ein Gewicht von zweihundert sieben und
vierzig Gran.
Anm. Statt dieser Tremella ist mir schon einganz verschiedener Pilz, Polyporus adus-tus Fr. im Handel vorgekommen. Dieser Pilzwächst auch rasenförmig beisammen, der Hutist ohne Strunk, dünn und unregelmäfsig; aufder obern Seite ist er mit einem graulich*-braunen Filz überzogen, die untere Seite istbraun und besteht aus sehr kleinen Poren; derRand ist schwarz. Durch gewaltsames Austrock-nen hatte der Schwamm sein gewöhnliches An-sehen fast ganz verloren und war viel schwär-zer geworden. Er bleibt auch im Wasserhart und holzig und so ist der Betrug
leicht zu entdecken.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Micheli Gen. tab. 66. fig. I.Bolt. Fungi tab. 107.
Bull. Champ. p. z\i. tab. 427. fig. 2. (Var. ru-bescenti-fusca.)
Erklärung der Tafel.
i. Zwei mit einander verwachsene Exemplare, imgetrockneten Zustande.
2. Dieselben, aufgeweicht, von der obern Seite.
3. Ein anderes Exemplar, von der unteren Seite.
4. Ein sehr stark vergröfserter Durchschnitt, um
die Keimschicht auf der oberen, und dieHaare auf der unteren Seite zu zeigen.