Diese auch unter dem Namen Purgirkörner -oder Springkörner Euphorbie bekannte Wolfsmilchist zvreyjährig und eine der schönsten unter den inEuropa wachsenden Arten. Sie wachst wild in Spa-nien, Jtalien, Frankreich und der Schweiz, auch ineinigen Gegenden Deutschlands an sandigen, wal-digen Stellen. Ebenfalls wird sie auch an manchenangebauten Orten, an Ackerrändern angetroffen undihres besondern Anstandes wegen oft in Gärten gezogen.
Die Wurzel, welche kaum dicker ist, als derStengel, ist gerade, spindelförmig und theilt sichseitwärts in einige abwechselnde Aeste.
Der Stengel ist aufrecht, rund, sehr glatt,saftig, von etwas röthlich-grüner Farbe, besondersam Grunde, wenigstens zwey bis drey Fufs langund oben ästig.
Die zahlreichen, stiellosen, kreuzweise undgegenüberstehenden Blätter sind glatt, hart, ganzungetheilt, Knien-lanzettförmig, stumpf, vier bisfünf Zoll lang, sechs Linien breit und von bläulich-grüner Farbe.
Die Dolde ist gewöhnlich vierspaltig, sehr aus-gebreitet; die besondern sind gabelförmig und ästig.Die Hülle besteht aus vier gröfsern, aufsitzenden,am Grunde eingedrückten, eyförmig-lanzettförmigen,etwas spitzigen und die besondern aus zwey Blätt-chen von derselben Form.
Die Blumen sind fast stiellos, einzeln amEnde und in der Theilung der Strahlen stehend undvon grüngelber Farbe.
Der Kelch ist .einblättrig, bauchig und blei-bend. Die vier Abtheilungen defselben haben zweystumpfe Hörner. Die Krone ist bleibend und be-steht aus vier dreyspaltigen, mit den Kelchzähnenwechselweise stehenden und dem Kelchrande ein-gefügten Blumenblättern. Die (zwölf und mehrere)Staubfäden sind fadenförmig, länger als die Kro-ne, zu verschiedenen Zeiten hervorbrechend, gegendie Mitte gegliedert und auf dem Blumenboden ein-gefügt. Die Staubbeutel sind zweyknöpfig und rund-lich. Der obere Fruchtknoten ist stumpf-dreyeckig, rundlich und gestielt. Die drey Grif-fel sind zweispaltig; die Narben stumpf.
Die Frucht besteht in einer gestielten, grün-lichen oder aschfarbigen, stumpfen, rundlichen,
ziemlich dicken, glatten, dreyknöptigen, dre)fäche-rigen, elastisch in drey Stücke aufspringenden unddrey eyförmige Saamen enthaltenden Kapsel.
Die Blüthezeit dieser Pflanze ist Juni bis Au-gust und die Zeit der Saamenreife August und Sep-tember.
Die Saamen sind offizineil und werden in denApotheken unter dem Namen Springkörner, Purgirkör-ner (semfcn Cataputiae minoris) aufbewahrt. Sie sindeyförmig, an dem einen Ende schief abgestumpft,etwas gröfser als der Hanfsaame und enthalten un-ter einer graubraunen, runzlichen, zerbrechlichen .geschmacklosen Schale einen weifsen öligen KernSie sind anfangs fast geschmacklos oder schmeckenmild und süfslich, dann aber wird der Geschmackhinterher sehr scharf und beifsend. Die Schärfe ver-danken diese Saamen einem giftigen Stoffe, welcherin der Schale und im Keim enthalten ist.
Jm frischen Zustande enthalten alle Theile die-ser Pflanze einen sehr scharfen, ätzenden Milchsaft.
Abbildungen:
Flor, du Dict. des sciene. med. liv. 4 2 » pl. lag.Plenk. Jcon, plant, med, 366. 'Blackw. herb. t. 123.Buillard herb. t. io3,
Erklärung der Platte.
Taf. No,i. Ein Zweig mit Blüthen und Früchten; ein blof-
ser Strahl von der vierspaltigen Dolde,a. Eine ganze junge Pflanze.
3. Der Umrifs eines grofsen Stengelblattes,
4. Eine einzelne Blüthe.
5. Dieselbe etwas vergröfsert.
6. Eine von den vier Abtheilungen des Kelches,
mit zwei stumpfen Hörnern, die die Ho-niggefäfse bilden.
7. Der Bündel sich nach und nach entwickelnder
Staubfäden mit den Griffeln.
8. Die gestielten Fruchtknoten mit den drei Griffeln.
9. Die drei Griffel,
10. Ein einzelner Staubfaden.
11. Die dreifächrige Kapsel quer durchschnitten.
12. Ein einzelner Saame,