Diese strauchartige Pflanze wächst iraheifsesten Afrika und in Aethiopien, auch in Egyp-ten, Arahien und auf den canarischen Inseln.
Die Wurzel derselben ist dick, länglich, flei-schig und an ihrem untern Theile in grofse Zweigegetheilt.
Der Stengel erhebt sich zu einer Höhe vondrey bis vier Fufs. Er ist gerade, sehr dick, flei-schig , saftig, nackt und auf seiner ganzen Längetief gefurcht, wodurch sehr hervorstehende Winkelgebildet werden, an deren Ecken, statt der Blät-ter, sich steife, weifsliche, pfriemenförmige, krummeStacheln befinden, die aus einem kleinen, ova-len Knötchen entspringen und zu zweyen beysam-men stehen. An dem Stengel bilden sich hier undda dicke, eyförmige, stumpfe, gefurchte Knospen,die sich in der Folge in Aeste verlängern.
Die Blüthen sind klein, von gelbgrüner Far-be und sitzen auf den Winkeln am Ende des Sten-gels und der Aeste. An jeder Blume bemerktman einen einblättrigen, bauchigen, vier bis fünf-
is
zähnigen, bleibenden Kelch; eine aus vier bifünf stumpfen, höckerigen, dicken, mit den Kelch-xäbnen wechselsweise stehenden und mit den Nä-geln dem Kelchrande eingefügten bleibenden Blu-menblättchen bestehende Krone; zwölf und meh-rere fadenförmige gegliederte, auf dem Blumenbo-den eingefügte Staubfäden, die etwas längersind, als die Krone und kleine, zweyknöpfige,rundliche Staubbeutel tragen; einen obern,rundlichen, stumpfen, dreyeckigen, gestieltenFruchtknoten und zweyspaltige mit stumpfenNarben versehene Griffel,
Die Frucht besteht in einer rundlichen, drey-knöpfigen, dreyfächerigen, gestielten, in drey Stü-cke aufspringenden Saamenkapsel. Die Saamensind einzeln, fast rund, glatt oder genarbt. Das,als Milchsaft aus der geritzten Rinde der Eu-phorbienwolfsmilch (Euphorbia officinarum L.) flies-fende und dann an der Pflanze erhärtete Gummi-harz Euphorbium (Gummi Euphorbia) ist offizi-
neil. Wir bekommen es aus der Barbarey in dich-ten, ledernen Säcken. Es besteht aus erbsengro-fsen, auch wohl etwas kleinern oder gröfsern Stü-cken von verschiedener, kugeliger, länglicher, ecki-ger oder ästiger Gestalt. Diese Stücke sind vondem Ansetzen und Eintrocknen des Safts an denStacheln der Pflanze häufig ausgehöhlt oder mitzwey kleinen Löchern versehen, Sie haben auswen-dig eine schmutziggelbliche oder rothbräunliche, in-wendig weifsliche Farbe , sind trocken, zerreiblich,leicht, und insgemein mit erdigen, holzigen oderandern fremdartigen Theilen verunreinigt. Für sichriecht das Euphorbium nicht; angezündet verbrei-tet es einen eben nicht unangenehmen Geruch undbrennt mit heller Farbe, Beym Kauen scheint esanfänglich geschmacklos zu seyn, nachher aberverursacht es einen äufserst ätzenden und brennen-den Geschmack, der sehr lange anhält und sichnur durch Ausspülen des Mundes mit Oel mildernläfst. Seine Schärfe ist so grofs, dafs das beymZerstofsen aufsteigende Pulver, wenn man sich nichtsehr sorgfältig davor schützt, ein sehr heftiges undanhaltendes Niefsen erregt und das Gesicht entzün-det. Die blässern, gröfsern und trocknern Stückesind am besten.
Abbildungen.
De Cand. pl. succ. 77. icon. optima,
Plenk Je. pl. med. t. 365.
Flor, du dict. des scienc. med. livr. 4 2 - pl« 160.
Blackwell herb. cent. 3. t. 34o, f. 2, bene,
Dodonaeus pempt, p, 378,
Regnault bot. vol, 3,
Isnard. act, 1720. p. 385. n. 4. t, 10.
Moris, hist. 3. 5. 7, 37» fig. 6, ic, mala.
Seb, thes. 1. p. 2g, t, 19. f. 2, bene,
Co mm. Amst. 1. p. 21. t. n.
Lob, icon, 2, t, 25.
Erklärung der Platte.Taf. No.Die ganze Pflanze in der Blüthe.
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