Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

dicken Aeste, vier, selten fünfeckig und dunkelgrün;die Flächen sind gewöhnlich eben, doch gegen dieSpitze hin etwas rinnenförmig ausgehöhlt. An denKanten ist die ganze Pflanze mit kleinen, runden,braunen Erhabenheiten besetzt, aus denen an denjüngeren Theilen zwey paarweise beysammen - ste-hende kurze und spitze, braune Dornen hervorra-gen. Zwischen diesen erscheinen an der Spitze diekleinen, sitzenden Blüthen gewöhnlich zu dreybey-sammen. Diese bestehen aus einer einblättrigen,krugförmigen, geschlossenen Blüthenhülle, mit fünfoder sechs nach aufsen abstehenden stumpfen undfleischig-purpurrothen Fortsätzen (Blumenblätter),und eben so viel nach innen geschlagenen-schup-penförmigen, am Rande gezahnten Abschnitten (Kelch-blättchen.) Im Innern stehen zwischen vielfach ge-schlitzten , fast haarförmigen Spreublättchen dieStaubgetäfse in unbestimmter Zahl, mit kurzen,starken Trägern und purpurrothen Staubbeuteln.Der eyförmige, nur unvollkommen dreyeckige Frucht-knoten ist am Grunde mit einer ringförmigen Ein-fafsung (nectarium) umgeben, und trägt drey kurzeverwachsene Griffel.

Die ringförmige Einfafsung am Grunde desFruchtknotens ist auch in andern Arten dieser Gat-tung von Robert Brown beobachtet, und als einKelch der weiblichen ßlüthe betrachtet -worden, in-dem er das Ganze, was wir eine hermaphroditischeBlüthe nennen, für eine Versammlung vieler nakter,cinmänniger Blüthen erklärt, die eine -weiblicheBlüthe umgeben.

Anmerkung.Der scharfe Milchsaft dieser Pflanze giebt das-selbe Gummiharz (Euphorbium) von dem schonin diesem Werk bey Euphorbia officinarum die Re-de war, und es soll der gröfsere Theil des jetzt imHandel befindlichen von ihr gewonnen werden.

Abbildungen:

Decandolle pl. grass. Tom. I.Blackwell Herb. t. 34o. f. i.Commelin Hort. Amstel. 2. tab. I04.Plucknet Abnagest, bot. tab. 320. f. 2.

Erklärung der Platte.

(Unsere Abbildung ist nach einem blühenden Exem-plare des botanischen Gartens zu Bonn ge-zeichnet worden, das über 80 Jahre alt ist.)

> T ro.

1. Die ganze Pflanze fünfmal verkleinert.

2. Ein blühender Ast in natürlicher Gröfse.

3. Die Blüthe in natürlicher, Gröfse.

4. Eine Blume im Durchschnitt, stark vergröfsert.

5. Em Blumenblatt mit dem innern schuppenförmi-

gen Anhang.

6. Das Pistill mit der kelchartigen Einfassung am

Grunde des Fruchtknotens.

7. Ein Staubgefäfs stark vergröfsert.

8. Ein haarförmig-zertheiltes Spreublättchen zwi-

schen den Staubgefäfsen, sehr stark ver-gröfsert.