Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Diese Pflanze ist in den südlichem Theilen Ame-rika's, besonders in Peru und Mexiko, zu Hause.

Aus der perennirenden Wurzel erheben sichunmittelbar, sowohl Blätter, als Blüthenstiele. Dieersteren stehen auf 3-4 Zoll langen, runden, ander Spitze von der herablaufenden Blattsubstanzetwas geflügelten rauhen Blattstielen. Die jüngerenBlätter sind herzförmig, am Rande mehr oder weni-ger buchtig und eckig; die älteren sind ziemlichgrofs, drei oder fünflappig, die Lappen sind läng-lich zugespitzt, gezahnt, der an der Spitze befind-liche ist gröfser als die übrigen. Beide Blattflächensind mit kurzen Haaren besetzt, die obere ist sehrrauh und dunkelgrün, die untere blafs, mit zahl-reichen hervortretenden Nerven und Adern.

Die runden, und schwach behaarten Blüthen-stiele. sind kürzer als die Blätter.

Der Fruchtboden ist fleischig, flach, viereckig,am Rande tief eingeschnitten, buchtiggezahnt undetwas eingerollt. Mit der Lupe betrachtet siehtman zahlreiche sehr kurze gelbe Staubgefäfse, auskleinen vierspaltigen Kelchen, paarweise hervorbrechen. Zwischen diesen sind die weifsen Frucht-knoten ganz in die Substanz des Fruchtbodens ver-senkt, und nur lue und da ragen die zwei kurzenfeinen Narben, des an der Seite des Fruchtknotensbefestigten Griffels, über die Oberfläche hervor.Die Frucht ist ein einsaamijres, häutiges an derSpitze rachenformig aufspringendes Behäitnifs (utri-culus). Der Saamen ist eckig mit erhabenen Punk-ten besetzt, und unter der milch-weifsen aufseienHaut gelblich-braun.

An merk. Diese Art unterscheidet sich von dernah verwandten D. Haustoni theils durchdie handförmig getheilten Blätter, theils und

vorzüglich durch den am Rande eingeschnit-tenen, buchtig gezahnten Fruchtboden. (Manvergleiche Sprengel in Schraders Journal 1800ir Band.) Vielleicht ist auch diese D. Haus-toni nur eine jüngere Pflanze der D. Con-traverta. Die Wurzel dieser beiden Pflan-zen ist unter dem Namen Radix Contrayervaein der materia medica bekannt und Mar ehe-mals als ein sehr kräftiges Antidotum berühmt.Sie besieht aus einem länglichen gleichsamgegliederten 4 - 5 Linien dicken Wurzelstock,aus dem zahlreiche, dünne und ästige Wur-zelfasern hervor kommen. Die Farbe ist gelb-lich, mehr oder weniger ins Braune neigend.Ihr Geschmack ist bitterlich, adstringirendund etwas aromatisch.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Plenk Ic. pl. med. tab. 67.

Jacquin Icon. pl. rarior. III. tab. 5t4-

Wendland apud Römer Archiv I. p. 5a.

Lamark Illustr. gen. tab. 83. f. 1,

Blackwell Herb. tab. 679.

P1 u m i e r pl. Amer. Icon. fasc V. tab. 11g.

Erklärung der Tafel.

i. Die blühende Pflanze in natürlicher Gröfse.

2. Ein Fruchthoden im Umrifs, in natürlicher Gröfse.

3. Ein Stück des Fruchtbodens so durchgeschnitten,

dafs man die Blüthentheile sieht, vergröfsert.

4. Der Fruchtknoten mit dem Griffel.

5. Die. aufgesprungene Schlauchfrucht,

6. Der Saamen.

Diese drei Figuren sind stark vergröfsert.