Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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land und Siberien, und wird auch häufig in Gärtenzur Zierde gezogen. 'Sie verbreitet einenstarken, durch-dringenden, der Citrone ähnlichen , jedoch nichtso an-genehmen Geruch, welcher von dem in den unzäh-ligen, über alle Theile der Pflanzen verbreitetenDrüsen oder Bläschen enthaltenen, flüchtigen Oeleherrührt, Sie ist daher auch vorzüglich bei heiternwarmen. Tagen mit einem ätherischen, brennbarenDunste umgeben, der sich entzündet, so baldman ein brennendes Papier in die Nähe der Pflanzebringt, und alsdann besonders in stillen dunkelnSommernächten eine grofse lichte Flamme bildet,die aber keineswegs die Pflanze beschädigt.

Die Wurzel istweifs, dick und ästig; der Stengeleinfach, aufrecht, rund, nicht ästig, zwey bis drey Fufsund drüber hoch, röthlich, gestreift, rauh und drüsig.

Die abwechselnden Blätter sind ungepaartoefiedert, den Eschenblättern ähnlich und mitgeflügelten Stielen versehen. Die Bättchen sindstiellos, gegenüberstehend, eyformig, steif, glatt, ge-sägt, dunkelgrün, glänzend, und hin und wieder mitdurchsichtigen Punkten bezeichnet.

Die wohlriechenden Blumen sind blafsroth,dunkel oder purpurroth gestreift oder ganz weiis,und. bilden eine schöne, grofse, eyförmige, lockere,zusammengesetzte Traube am Ende des Stengels.

Der Blumenstiel und der kleine abfallende fünf-blättrige Kelch sind klebrich undschwarz-röthlich;die Kelchblättchen länglich und zugespitzt. Diegrofse Krone öffnet sich unregelmafslg und istfünfblättrig. Die Blummenblätter sind ungleich,eyrund-lanzettförmig, zugespitzt, ausgebreitet undmit Nägeln versehen. Zwey derselben sird auf-wärts, eins herabgebogen und zwey stehen schiefzur Seite. Die zehn Staubfäden sind pfrie-menförmig, voneinander geneigt, zwischen denzwey Seitenblättern niedergebogen, mit drüsi-gen Körpern besetzt, am Grunde rauhhaarig, solang als die Blumenkrone, und mit vierseitigen Staub-beuteln versehen. Der obere, fünfeckige, schwarz-purpurfarbige Fruchtknoten sitzt auf dem er-habenen Blumenboden und hat einen einfachen,kurzen, purpurfarbigen, ausAvärts gekrümmten Grif-fel, mit einfacher, spitziger Narbe.

Die Frucht besteht in fünf zusammengedrück-ten Kapseln, welche durch eine nach aufsen ge-richtete Spitze beendigt, durch den innern Rand

mit einander verbunden, auisen rauh, nach innenknorpelartig sind, und elastisch an dem innern Winkel in zwey Klappen aufspringen. In jeder Kap-sel sind zwey kugelrunde, ganz schwarze, glatte,glänzende S a a m e n enthalten.

Die Blüthezeit ist Juni und Juli; die der Saa-menreife August und September. Durch Saamenund Zertheilung der Wurzelsprossen kann diesePflanze leicht vermehrt werden.

Die Wurzel, (weifse Diptamwurzel, Specht-oder Aeschenwurzel, radix Dictamni albi s. Fraxi-nellae) ist offizinell.

Die frische Wurzel, welche im April und Maieingesammelt wird, ist länglich, fingerdick, ästio-saftig, fleischig, weifs, in der Mitte holzig, von ei-nem bittern, scharfen, gewürzhaften Geschmack, undeinem starken, widrigen, bocksartigen Geruch, wel-che aber beyde durchs Trocknen fast gänzlich ver-loren gehen. In den Apotheken wird blos die vonihrem mittlem, holzigen, unwirksamen Theile be-freite, liniendicke, sich von seihst in fingerslano-cund fast eben so dicke, röhrenförmige Stückeaufrollende Rinde aufbewahrt. Je dünner dieselbeist, um desto wirksamer soll sie seyn. Die wurm-stichigen Stücke sind untauglich.

Abbildungen:

Sturm Deutschi. Flora. I. fasc. 6.

Schkuhr bot. Handb. t. 114.

Flor, du dict. d. scienc. med. Ihr, 45. pl. i~i.

Plenk icon. pl. med. 325.

Jacquin 11. austr. 5. t. 4 2 &

Miller icon. t. ia3.

Blackw. herb. t. 73.

Ludw. Ectyp. t. io.

Kniphof cent. 1. n. 25.

Renealme specim. t. 12t.

Rivin. pentapet. irregul. t, i32.

Erklärung der Platte.

1.2.3.

4.

5.6.

Taf. No.Ein Blumenstengel,Die Wurzel,

Der Kelch, mit den Fruchtknoten und dem Pistill.Ein einzelner Staubfaden.Eine Saamenkapsel,Ein Saamenkom.