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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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emplar aus Aegypten, welches ich der Güte desHerrn Präsidenten von Schlechtendal verdanke,kommen auch an der dichotomischen Theilung desStengels entgegengesetzte Blätter vor); sie sind drei-zählig (ternata), so dafs die Seitenblättchen gewöhn-lich wieder in zwei, das Endblättchen in drei Blätt-chen getheilt ist, nach der Spitze der Aeste hinnimmt diese Theilung ah; alle diese Blättchen sindsehr schmal, fast haarförmig und glatt.

Die Dolden stehen auf seitlich-entspringendenglatten Blüthenstielen, deren Länge an dem unterenund oberen Theil der Pflanze sehr verschieden ist,sie sind klein zusammengesetzt (umhella composita),doch kommt zuweilen auch eine einfache vor: dieallgemeine Dolde ist drei- bis fünfstrahlig, diebesondere besteht aus drei doch häufiger ausvier oder fünf kurz gestielten Blüthen. Die allge-meine und besondere Hülle besteht aus ebenso viel pfrieraenförmigen Blättchen als Strahlen vor-handen sind, diese Blättchen sind von der Längeder Dolden oder länger als diese, theils einfachtheils in zwei oder drei Abschnitte gespalten.

Der Kelch setzt sich an der Spitze des Frucht-knotens in fünf sehr spitze Zähne von der Längeder Blumenkrone fort. Die fünf Blumenblät-ter sind länglich-keilförmig, an der Spitze ge-spalten, mit einem eingeschlagenen schmalen Ab-schnitt (lacinula iuflexa) gewöhnlich von rother,zuweilen auch von weifser Farbe.

Die Staubfäden haben die Länge der Blu-menkrone, ihre Staubbeutel sind violett, rundlich,auf dem Rücken angeheftet. Der untere längli-ehe gestreifte und behaarte Fruchtknoten trägt zweiauswärts gebogene starke Griffel mit stumpfen Nar-ben, deren verdickte Basis die Nectarplatte verdeckt.

Die Frucht (Cremocarpium) ist länglich, anbeiden Enden verdünnt, an den Seiten etwas ein-gedrückt, ungefähr drei Linien laug und in derMitte eine Linie breit, von gelblich - grauer Farbe;die beiden Carpellen sind an einem borstenförmigenbis an den Grund gespaltenen Saamenhalter befe-stigt; auf dem Rücken derselben sind drei schmaleetwas erhabene fast glatte Rippen, zwei andere bil-den den Rand; zwischen diesen liegen die vier brei-teren ebenfalls erhabenen mit gekrümmten borsten-

formigen Haaren besetzten Thälerchen (juga secun-daria), unter denen sich die Streifen (vittae) fin-den. An dem Querdurchschnitt einer trocknenFrucht konnte ich deutlich den Kelchüberzug, dieFruchthülle und die am Saamen anhegende Saamen-schale (testa) unterscheiden; die Fuge ist etwas con-cav und zeigt die Rinne des Fruchthalters.

Diese Früchte, die gewöhnlich durch Abreibeneinen grofsen Theil der Behaarung verlohren ha-ben, sind als ein altes Arzneimittel Semen Cu-naini, Aegyptischer Kümmel, bekannt; siebesitzen einen sehr starken ganz eigen thümlichenaber unangenehmen aromatischen Geruch und bit-terlichen Geschmack und enthalten ein ätherischesOel von gelblicher Farbe und dem eigenthümlichenGeruch und Geschmack der Früchte.

An in. Warum die fast haarförmigen Blättchenbei Rom. et Schult, und Richard als ovaliaoder o v ato-lanceolata angegeben sind, verste-

hen wir nicht.

(N. v. E.)

Abbildungen.Morison. Hist. Sect. IX. tab. 2.

Irklärung der Tafel.

i. Die Pflaize mit Blüthe und Frucht.

2. Eine BlUhe, in natürlicher Gröfse.

3. Die Blühe, ausgebreitet und stark vergrüfsert

dargestdlt.

4. Ein Blunenblatt, eben so vergröfsert.

5. Ein Staibgefäfs, von vorn gesehen.

6. Dasselbe, von der Seite.

7. Eine Ddde mit reifen Früchten, in natürlicher

Gröfse.

8. Eine dieer Früchte (ein Cremocarpium).

9. Dieselbe in die beiden Carpellen gespalten, mit

dem Fwchthalter.

10. Die Fricht, vergröfsert.

11. Ein Caipell von der Fuge angesehen.

12. Ein Qmrdurchschnitt, sehr stark vergröfsert, um

die Kechrinde, die Frucht- und Saamenschalczu zeigen.