Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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förmig oder kaum herzförmig, lang zugespitzt, amRande mit kleinen entfernten Sägezähnen und aufbeiden Flachen, doch mehr auf der untern, miteinzeln - stehenden fest angedrückten Sternhaa-ren besetzt, die nur mit der Lupfe zu bemer-ken sind; aus der Mittelrippe entspringen zweiSeitennerven, welche, sich schon in der Mitte desBlatts Mieder im Parenchym verlieren, wodurchdie Blätter fast - dreinervig erscheinen ; ihre Gröfseist verschieden, die gröfsten, die uns vorliegen,sind über fünf Zoll lang und zwei und einen hal-ben Zoll breit. An der Basis stehen am Randezwei kleine runde, in der Mitte vertiefte, geraudete,tellerförmige Drüsen.

Die kleinen unansehnlichen Blüthen bildeneine aufrechte, zwei bis drei Zoll lange, Traubean der Spitze der Aeste.

Der gröfste Theil derselben ist weiblich undnur an der Spitze stehen einige kleinere männlicheBlüthen; wir zählen an unsern Exemplaren sechsbis acht der ersteren, gegen zwei bis drei der letz-teren. Bei den männlichen Blüthen besteht derKelch aus fünf sehr kleinen eiförmigen spitzen gelb-lich-grünen Abschnitten, zwischen denen sich ebenso viele längliche stumpfe weife« stark gewimperteBlumenblättchen finden. Die Staubfäden, (ungefähr16), sind in der Knospe, wie wir die Blüthen un-tersuchten, hakenförmig umgebogen und an derSpitze, wo sie auf dem Rücken mit den Antherenverbunden sind, verdickt. Bei den weihlichen Blü-then sind die Kelchabschnitte etwas länger undspitzer. Die Blumenkrone fehlt. Der Fruchtknotenist eiförmig, stumpf-dreieckig, und dicht mit Steni-haaren bedeckt, die zerstreut auch auf der äufserenSeite des Kelchs vorkommen. Der Griffel ist tiefdreilheilig mit sechs langen fadenförmigen Narben.Die Frucht ist stumpf-dreieckig, an der Basis vondem ausdauernden Kelch umgeben, aufsen gelb-lich, innen bräunlich glänzend, sie ist dreifächrig,dreisaamig und dreiklappig, spaltet sich aber beider Reife leicht in sechs Schaalstücke. Die Saamensind von der Gestalt und Gröfse der gemeinenBohne, doch an den Seiten mehr gewölbt; dieharte Saamenschale ist aufsen an dem eben aus derFrucht genommenen Saamen hellröthlich-braun, amalten Saamen graulich-schwarz, innen weifs undglänzend, und birgt den weifslichen Kern, der auseinem öligen Eiweifskörper besteht, welcher denEmbryo mit seinen flachen ausgebildeten Cotyledo-nen umgiebt.

Alle Theile der Pflanze, besonders aber dieSaamen, sind sehr scharf und besitzen heftig pur-girende Kräfte. Ehemals war das Holz, Lignum

moluccense, und die Saamen, G r a n a T i g 1 i i, of-ficinell, die später als allzuheftig wirkende Arznei-stoffe verworfen wurden und in Vergefsenheit ge-riethen. In der neuesten Zeit wird das aus denSaamen geprefste fette Oel, Oleum Crotonis,welches wir gegenwärtig in kleinen, eine Drachmefassenden Gläschen aus England erhalten, als einzwar sehr heftiges, aber in mehreren Fällen nützli-ches, Purgirmittel von verschiedenen Seiten empfoh-len. Es ist von gelber Farbe, von der Consistenzdes Baumöls, sein Geruch hat Aehnlichkeit mit demJalappenharz, der Geschmack ist sehr scharf undbrennend. Bei der Anwendung ist gröfse Vorsichtnöthig, da schon der sechste Theil eines Tropfens,ja sogar das Riechen an einer gröfsern Quantität,Purgiren erregte. Aus den Untersuchungen des Hrn.Dr. Nimmo in Glasgow, so wie aus denen unse-res Freundes, Hrn. Dr. Rud. Brandes, geht her-vor, dafs die heftigen Wirkungen von einer flüch-tigen Säure, die der Ja tropha säure ähnlichund in den Saamen und in dem OeJ an einen har-zigen Bestandtheil innig gebunden ist, ruhen. NachNimmo enthalten 100 Theile des Saamens 27 desscharfen harzigen Princips und das Oelselbst 45 Theile desselben. (V. Conwell Re-ch erches sur les proprietes medicinales de l'huilede Croton Tiglium. Paris 1824. BrandesArchiv W. p. 173. Buchner Repert. XIV. p. 3o2.)

Anm. Mit Dank erkennen wir auch hier diegütige Mittheilung eines getrockneten Exemplarsund einer reifen Frucht, welche Herr Profes-sor Reinwardt in Java sammelte, wodurchwir zuerst in den Stand gesetzt wurden, einevollständigere Beschreibung und Abbildung mit-zntheilen, als man bisher von dieser Pflanzebesafs. (M. v . E.)

Abbildu

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e n.

Bnrm. Thes. zeyl. tab. go.

Rheede. Mal. IL p. 33. (pl. fruetifera.)

Erklärung der Tafel.Ein blühender Zweig.

Ein Blatt von der unteren Seite, beides in na-türlicher Gröfse.Ein Stück desselben mit den Drüsen.Eine männliche ßlüthe.Dieselbe ausgebreitet.Zwei Staubgefäfse, das eine umgebogen, wie die

Knospe.Der Kelch mit der Blumenkrone, ohne die

Staubgefäfse.Der Kelch, von unten gesehen.Derselbe, mit dem Fruchtknoten.Dieselbe Figur, noch stärker vergröfsert.Der weibliche Kelch, von der Seite gesehen.

Alle Figuren von 3 an vergröfeert.Die Frucht.i3. Dieselbe im Durchschnitt.i4- Der Saamen.

i5. Die eine Hälfte desselben mit dem Embryo,alles in natürlicher Gröfse.

t.2.

3.4.5.

G.

8.

9-10.

11.

12.