Benennungen:
Deutsch. Das gemeine Löffelkraut, Löffelkresse,
Scharbockskraut.Franz. Le cranson officinal, rherbe aux cuillers.Ital. Coclearia.
Span. Cochlearia.
Port. Cochlearia.
Engl. * The common scurvy cress, The spoon-
wort.Ho 11. Gemeen Lepelkruid.
Dan. Koklearie, Skiörbugskurt.
Norw. Kokleare, Skiörbugsgraes.
S c h w e d. Skörbjuggsgnes, Sked - ort.
Diese häufig im nördlichen Europa, in Holland,England, Grönland, Island etc. am Meerestrande wach-sende Pflanze ist einjährig, oft zweyjährig. Auch fin-det sie sich in der Schweiz, in Deutschland etc. ansumpfigen Orten, in Morästen, auf feuchten Anhö-hen und an Gräben. In unsern Gärten, wo sie zuverschiedenem Gebrauche gezogen wird, gedeiht siein etwas feuchtem Boden sehr gut.
Die Wurzel ist länglich, weifslich, ein wenigdick, und mit vielen feinen Fasern besetzt.
Die schwachen, mit dem untern Theile liegen-den, mehr oder weniger aufrechten Stengel sindetwas eckig, ästig, ausgebreitet, glatt, röthlich undeinen halben bis einen Fufs* und drüber hoch.
Die glänzend - grünen, saftigen Blätter sindvon verschiedener Gestalt; die Wurzelblätterlang gestielt, zahlreich, herzförmig-rundlich, dick,stumpf, undeutlich gekerbt und etwas ausgehöhlt;die untern Stengelblätter sehr wenig gestielt, in denBlattstiel sich endigend, kleiner, etwas winklig, dieobern aufsitzend, umfafsend, länglich, stumpf und anjedem ihrer Ränder mit einem spitzen Zahn versehen.Die weifsen, kleinen Blumen bilden am Endedes Stengels und der Aeste mehr oder wenigerdichte Trauben.
Der Kelch ist glatt, abfallend und vierblättrig.Die Blättchen sind eyförmig, vertieft und stumpf.Die Krone, fast noch einmal so grofs als der Kelch,besteht aus vier kreuzförmig geöffneten, uingekehrt-eyförmigen Blumenblättern. Die Nägel sindschmal, oöen und kürzer als der Kelch. Die sechsStaubfäden, wovon die 4 längern paarweise, diezwey kürzern gegenüberstehen, sindpfriemenförmigund so lang als der Kelch: die Staubbeutelstumpf und zusammengedrückt. Der Fruchtknotenist herzförmig; der Griffel einfach, kurz und blei-bend; die Narbe stumpf und kopfförmig.
Die Frucht ist ein kleines, kurzes, etwas rund-liches, ziemlich dickes, ein wenig mnzlkhes, aufge-blasenes, mit dem Griffel an der Spitze gekröntes,zwp\ fächeriges Üchötchen mit hervorstehender Schei-dewand. In jedem Fache sind ein bis zwey eyfor-
mige ausgerandete Saamen enthalten. Die Klappensind dick, stumpf, und höckerig.
Die Blüthezeit dieser Pflanze ist Mai bis August.Der Saamen reift im Juli bis September. Die Fort-pflanzung derselben geschieht durch den Saamen,welcher entweder im Herbste, sobald er reif ist, oderzeitig im Frühjahre in Gärten an schattigen Stellenausgesäet werden mufs.
Die Blätter, (Herba Cochleariae) sind offizi-neil. Man benutzt entweder nur die Wurzelblätteroder die ganze blühende Pflanze. Sie besitzen ei-nen eigenen krefsartigen, bitterlich-salzigen, bei-fsenden Geschmack. Zerrieben haben sie einen ei-genthümlichen, scharfen, balsamischen Geruch. Ge-trocknet sind sie ganz unwirksam, und verlieren Ge-ruch und Geschmack.
Zuweilen wird das Löffelkraut, besonders wennes nicht in hinreichender Menge zu haben ist, vonden Kräutersammlern absichtlich mit den Blätterndes Feigwarzenkrauts (Ranunculus Ficaria L)vermischt und verfälscht. Diese Blätter aber habeneine mehr herz-nierenfönnige, rundliche Gestalt,sind ungleich, in der Mitte oft mit einem schwarzenFleck bezeichnet, und besitzen einen mehr unange-nehmen bittern, als krefsartigen, scharfen Ge-schmack.
Abbildungen:
Plenk icon. pl. med. 512.
Flor, du dict. d. scienc. med. livr. 33. pl. 125.
Oeder fl. dan, t. i35.
Ludw. Ectyp. t. i33.
Kniphof cent. 3. n. 3o.
Lam. illustr. gen. t. 558. f. 1.
Woodville med. bot. 1. p. 80. t. 29.
Engl. bot. 551.
Sa vi. mat. med. toscan. p. 25. t. 18.
Trattin ick Archiv. 5. t. 236.
Black well herb. t. 227.
Dodon. pempt. 5g4. f. 1.
Ca in er. epit. 271.
Dalech. lugd. 1320. f. l.
J. Bau h. bist. 2. p. q\i.
Moris. Oxon. 2. p. 3oS. 5. 3. t. 20. f. 1.
Petiver h. brit. t. 49« £ *•
Erklärung der Platte.
Taf. No.t. Die Pflanze mit ihren VVurzelblättern. ,
2. Ein Blüthensteugel.
3. Der Kelch, ohne Blumenkrone, mit Staubfäden
und Pistill.4- Der Kelch mit Pistill und Fruchtknoten, dersich schon zum Schötchen entwickelt hat.
5. Ein Schötchen.
6. Dasselbe quer durchschnitten, wo man die Saa-
men sieht.