Der Stengel ist strauchartig, holzig, sehrästig, mit dunkelbrauner Rinde bedeckt, fünf bissechs Fufs hoch und wie alle hieher gehörige Arten
immergrün.
Die Blätter sind gegenständig, sitzend, mitihrer scheidenartigen Basis verwachsen, linien-lan-zettförmig, (fast gleichbreit) ganzrandig, oben glatt,dünkelgrün, unten mit einem dichteu kurzen weis-sen Filz bedeckt; ihre Länge beträgt an dem vonHerrn Geheimen Rath Link aus dem VVildenow'schenHerbario gütigst mitgetheilten Exemplar zwei undeinen halben bis drei Zoll.
Die Blüthen stehen einzelnen der Spitze derZweige auf drei Zoll langen mit ausdauerndenDeckblätlchen besetzten Blüthestielen; diese Deck-blättchen sind an der Basis den Blättern ähnlich, jenäher sie dem Kelch stehen, desto gröfser werdendie grünlich - gelben häutigen coneaven Scheiden unddesto kürzer und schmäler die blattartigen Spitzen,bis diese endlich ganz fehlen und die scheidenar-tige Basis in den Kelch übergeht. Dieser bestehtaus drei grofsen gelblichen convexen mit ihren Rän-dern über einander liegenden stark gewimperten unddrüsigen Blättchen.
Die Blumenkrone, die über drei Zoll imDurchmesser erlangt, ist aus fünf sehr zarten hin-fälligen ganz weifsen, nach Decandolle zuweilenauch an der Basis gefleckten, verkehrt - eiförmigen
Blumenblättern gebildet* Die zahlreichen kurzenStaubgefafse sind schön gelb. Der eiförmige Frucht-knoten zeigt zehn etwas vorspringende Längslinien;die Narbe ist grofs und schildförmig.
Wir unterscheiden diese Art leicht von C. cy-prius Lam., der jetzt in Gärten unter dem Na-men C. ladaniferus vorkommt, durch dieschmälern fast gleichbreiten und sitzen-den Blätter, durch die bleibenden blatt ar-tigen Bracteen, so wie durch die zehnfäch-rige Kapsel. (S. das neunte Heft dieses Werks.)
Die jungen Blätter und Zweige sind gerade wiebei Cistus cyprius mit einem wohlriechendenklebrigen balsamischen Harz bedeckt, welches sei-nen Geruch nach Clusius eine Viertelstunde weitverbreitet und in Spanien wie bei jener Art benutztwird, um durch Auskochen eine geringere Sorte vonLadanum daraus zu bereiten.
Anm. Wir haben zu dieser Darstellung ein Exem-plar des Willdenow'schen Herbariums benutzt,welches uns von Herrn Geh. Rath Link gütigst
mitgetheilt wurde.
(N. v. E.)
Erklärung der Tafel.
Die. blühende Pflanze mit einer offenen und einerhalb offenen Blüthe.