Die immergrünen kurz und gleich breit gestiel-ten Blätter sind abwechselnd, steif, oval-lanzett-förmig, lang zugespitzt, ganz ungetheilt, oder zu-weilen etwas sägeartig gezahnt, glatt, glänzend undTon blcichiminer Farbe.
Die Blumen sind weifs, bisweilen auswendigröthlich, sehr wohlriechend und stehen zu mehrernvereinigt meist fast an der Spitze der Zweige. IhrKelch ist einblättrig, kurz, dick, flach, fünfzähniguud verwelkend. Die fünf Blumenblätter der Kronesind länglich, fast elliptisch, flach und abstehend,die Staubfäden, meislentheils 20, pfriemcnförniigzusammengedrückt, aufrecht, in einen Kreis odereine Walze gestellt, und unter sich in mehrere oderwenigere Bündel verwachsen; die Staubbeutel läng-lich. Der Fruchtknoten sitzt oben, ist rundlich.Der Griflel walzenförmig, dick, so lang als dieStaubfäden. Die JSarbe kugelig.
Die Frucht ist eine längliche, oben und untenzugespitzte saftige Beere mit einer fleischigen, runzli-gen, blasgelben Rinde bedeckt und durch häutigeZwischenwände in 9 Fächer getheilt, wovon jedeszwev fast eyrunde, harthäutige Saamen enthält.
Von diesem in allen seinen Theilen wohlrie-chenden Baume hat man durch Kultur viele Varie-täten erhalten, welche sich durch die Gestalt, denGeruch und Geschmack der Früchte und zuweilenauch durch den Bau nnd die Form der Blätter voneinander unterscheiden. Er blüht im Frühling undträgt zugleich reife und unreife Früchte. Seine Fort-pflanzung geschieht theils durch Saamen, theilsdurch Ableger, Propfen und Okuliren.
Die Früchte, Citronen, Poma citri, fruetus citrimala citrea, welche den (suecus citri) Zitronensaftliefern und die Schalen (Gortices citri) welche einendurchdringenden, angenehmen Geruch und bitter-lich gewürzhaften Geschmack besitzen, so wie auchdas ans denselben gewonnene Oel (Oleum de cedro)
sind in den Apotheken vorräthig. Früher v/areaauch die Blüthen und Saamen ofhzinelL.
Die bekannten, so wie sie zu uns kommen,vor ihrer volliefen Reife abgenommenen Citronen sindeyförmig-länglich, endigen sich am obern Ende ineine Warze, laufen am untern stumpf zu und sinddaselbst noch mit den Ueberbleibseln des - Kelchsversehen. Ihre mehr oder weniger dicke Schale istäufserlich hellgelb, durch unzählige kleine, mit ge-Avürzhaftem, ätherischem Oele angefüllte Behältnisseuneben und höckerig, innerlich aber weifs, schwam-mig und geschmacklos. Diese Schale schliefst einsaures, aus vielen kleinen Saftbläschen bestehendes,gemeinlich in 9 Fach er getheiltes und achtzehn wei-fse, eyförmige, bitterschmeckende Saamen enthal-tendes Fleisch in sich. Die dünnschaligen von Mes-sina kommenden, welche saftreicher sind, verdienenvor den dickschaligen aus Genua, St. Remo undMentono kommenden den Vorzug.
Abbildungen.
Rumphius amb. 1. 2. c, 35. t. 25.
Black well herb. t. 361. 3Ü2.
Zorn ic. pl. t. 4<p.
Gärtner de fruet. 2. p. 189. t. 121. f. 2.
Handb. der pharm, bot. hl. LXX. f. 33ö.
Fl. du dict. des scienc. med. livr. 32. pl. 122,
Plenk icon. plant, med. t. 679.
Erklärung der Platte.
1.
Taf. No.Ein Zweig mit Blüthen, mit halb ausgewachse-
nen und mit zeitigen Früchten.
2. Eine querdurchschnittene Frucht.
3. Ein Kelch mit dem Stempel.
4. Ein Fruchtknoten.
5. Ein keimendes Saamenkorn.