Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Krone hat fünf längliche, flache, abstehende, dik-ke, saftige Blumenblätter. Die Staubfäden,ohngefähr 20 an der Zahl, sind pfriemenförmig zu-sammengedrückt, aufrecht, unten in einen Cylin-der zusammengestellt, und in mehrere Bündel ge-theilt. Die Staubbeutel sind länglieh. Der rund-liehe, obere Fruchtknoten trägt einen walzen-förmigen Griffel von der Länge der Staubfäden,und ist mit kugeliger, inwendig neunfächerigerNarbe versehen.

Die Frucht ist eine rundliche, an beydenEnden etwas eingedrückte und mit einem Nabelversehene Beere, welche mit einer dicken, drü-fsigen, runzeligen, von aufsen im frischen Zustan-de rothgelben, getrocknet aber ungleichen dun-kel-schwärzlich-gelben oder braungelben, inwen-dig dick-weifs-schwammigen Rinde bedeckt, eingelbliches, saftiges, säuerlich bitterschmeckendesFleisch enthält, das durch mehrere häutige, durch-sichtige Scheidewände in 9 bis 12 Fächer abgetheiltist, woinn 18 fast eyrunde, etwas plattgedrückte,knorpelige Saamen liegen.

Von diesem Baume, der in seinem Vaterlandedas ganze Jahr hindurch Blüthen und Früchte trägt,hat man durch Kultur mehrere Abänderungen, wo-zu vorzüglich die Apfelsine, Sinnaapfel und der Ber-gamott-Baum gehören.

In den Offizinen sind die reifen, so wie auchdie kleinen grünen, unreifen Früchte, (Poma au-

rantiorum immatura) von der Gröfse einer Erbsebis zu der einer Kirsche; die Blätter, (Pomeran-zenblätter, Orangeblätter, folia aurantiorum); dieBlüthen (flores aurantiorum s. naphse) und dieSchalen (Cortices aurant.) vorräthig. Durch Auf-ritzen der Oelbläschen der frischen oder auch durchDestillation der frischen sowohl als getrocknetenSchalen wird das Pomeranzenschalenöl; (Oleum Cort.aurantiorum) gewonnen.

Abbildungen:

Blackwell herb. t. 349»

Zorn icon. pl. t. 496-

Lamark ill. t. 639. f. 2.

Tournefort inst. p. 660. t. 390.

Ferrari hesp. 43o. t. 433.

Plenk icon. plant, med. t. 579.

Handb. der pharm, bot. bl. LXX. f. 33;.

Fl. du dict. des scienc. med. livr. 66. pl. 255.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Ein Zweig mit Blüthen, mit halb ausgewachse-

nen und mit zeitigen Früchten.

2. Ein Kelch mit dem Stempel.

3. Ein Bündelchen Staubgefäfse.

4. Eine querdurchschnittene Frucht.

5. Ein Saamenkorn.