ungefähr an Länge gleich kommen; sie sind nieren-förmig (reniformia), an der Spitze stumpTund einge-drückt, mit einem sehr kurzen borslenförmigen Spitz-chen versehen, und auf der untern Seite, besonders inder Jugend, mit einem graulich-gelblichen, seidenar-tigen Filz bedeckt, der sich bei den altern Blätternzum Theil verliert; die obere Seite ist mit wenigenHaaren bekleidet, oft fast glatt. Bei der männli-chen Pflanze stehen (an dem vorliegenden Exem-plare) die sehr kleinen Blüthen auf den kurzenSeitenästchen, die in den Winkeln der Blätter ent-springen, in zweitheiligen kurzen sparrigen Ris-pen. Die. vier Kelchblättchen sind stumpf, ge-gen die Basis verschmälert, und auf dem Rückenmit langen grünlich - gelben Haaren besetzt. Einekurze, glockenförmige, fast viereckige Neben-krone (discus, nectarium der Autoren) um-giebt den scheibenförmigen Träger, auf dessenRand die vier kaum getrennten gelben Antheren soaufsitzen, dafs sie den Rand der Scheibe selbstbilden.
Bei der weiblichen Pflanze entspringen inden Winkeln der Blätter einfache, zwei bis dreiZoll lange Trauben, an denen sich zwischen nie-renförmigen, nach der Spitze an Gröfse abnehmen-den Deckblättchen zahlreiche, kurzgestielte, winzigkleine Blüthchen finden. Die Deckblättchen sind mitdemselben Haarüberzug, wie die Blätter, bedeckt.Der eiförmige Fruchtknoten ist mit drei sitzen-den Narben gekrönt und auf einer Seite mit densich deckenden Blättchen der Blüthenhülle verse-hen. Die Frucht ist eine etwas zusammenge-drückte, höckrige und behaarte rothe Beere.
Die Wurzel dieser Pflanze, die eine bedeu-tende Stärke erreicht, ist unter dem Namen Ra-dix Pareirae bravae in den Officinen bekannt,und war früher als ein diureticum berühmt.
Nach Dccandolle ist es wahrscheinlich, dafs auchdie Wurzeln von andern nah verwandten Pflanzengesammelt werden. Wir erhalten sie in Stückenvon der Dicke eines Fingers bis zu der eines Arms;von aufscn ist sie dunkelbraun, im Innern ist sieaus groben Holzfasern von schmutzig gelber Farbegebildet; sie hat einen schwach bittern Geschmackund ist ohne Geruch.
An merk. Wir haben bei dieser Darstellung dieExemplare des Willdenow'sehen Herbariumsund die von Sprengel a. a. 0. gegebene Ab-bildung benutzt.
(N. v. E.) .
Abbildungen.
Plum. Amer. tab. g3.
Sw. Obs. tab. 10. fig. 5.
Sprengel Berl. Jahrb. der Pharm. 23. Jahrg.
Woodv. Med. Bot. tab. 8i.
Erklärung der Tafel.
i. Ein blühender Zweig der männlichen Pflanze.
2. Ein Aestchen der Blüthenrispe in natürlicher
Gröfse.
3. Dasselbe vergröfsert.
4- Eine männliche Blüthe noch mehr vergröfsert.
5. Ein Kelchblättchen.
6. Die Scheibe mit den Andreren, beides stark
vergröfsert.
7. Ein blühender Zweig der weiblichen Pflanze.
8. Eine Blüthent raube in natürlicher Gröfse.
9. Der Fruchtknoten mit dem Kelch und Blumen-
blältchen, vergröfsert.
10. Die Frucht.
lt. Dieselbe, der Länge nach durchschnitten.