Cinchona oblongif olia. Mutis.
(Der rothe Chinarindenbaum.)
C. foliis oblongis acuminatis glabris, filamentis brevis-simis, antheris infra medium tubi latentibus
C. magnifolia, foliis oblongis ovalibusque glabris,panicula bracbiata, floribus subcorymbosis,corollse albse limbo villosiusculo . .
C Grandifolia.......
Cascarillo amarillo ......
Quina Roxa, ( Cortex ruber) incolorum.
Der Fieberrindenbaum mit länglichen grofsenBlättern oder der rothe Chinabaum wächst im spani-schen Amerika in den wärmsten Gegenden und Wäl-dern der Ander, Neu Granada auf Bergen von 600- i3oo Klafter, an den Ufern der Flüfse, und istein grofser, schöner Baum mit stark belaubter, auf-recht - ausgebreiteter Krone. Der Stamm ist mitglatter, braun - aschfarbiger , inwendig röthlicherRinde bedeckt. Die jungem Aeste sind vierseitigetwas röthlich; die Blätter gegenüberstehend, auf1 bis 2 Zoll langen Stielen eyförmig-länglich, vonweitern Umlange, oft Fufs lang und länger, ganz un-getheilt, oben glänzend, und mit purpurröthlichenAdern, woran man bey den erstem am Grunde ei-nige wenige weifse Häärchen bemerkt, bezeichnet.
Die Afterblätter sind eyförmig, zugespitzt undhinfällig. Die wohlriechenden, einen dem der Po-meranzenblüthe ähnlichen Geruch verbreitenden,weifsen Blumen stehen in weiten, sehr ästigen, ab-stehenden, blättrigen, langen, mit kleinen eyförmi-gen, spitzen Nebenblättern versehenen Rispen.
Der Kelch ist purpurröthlich und fünfzahnig;die Krone Zoll-lang, weifs, der Rand inwendigetwas haarig. Die Staubfäden sind länglich und amGrunde zweyspaltig. Die grqfse, längliche, andert-halb — zwey Zoll lange, kaum gestreifte Kapselenthält eyförmige mit häutigem gezahnten Randeumgebene Saamen.
Die Rinde dieses Baums wurde im Iahr 1779bekannt, und unter dem Namen rothe Chinarinde(Cortex chinae ruber) offizineil. Sie besteht in gröf-sern, schwerem und dickern Stücken, als die ge-wöhnliche China. Die Stücke sind weniger zusam-mengerollt , nur rinnenförmig gebogen oder flach,zwey bis drey Linien und darüber dick und aufdem Bruche faserig. Die braune Farbe fällt starkins Rothe, und ist der Farbe der dunklen Cassen-rinde ähnlich. Zuweilen finden sich unter den gro-bem auch dünne, feinröhrige Stücke, die durchausroth, sehr wirksam und kräftig sind.
Man bemerkt an dieser Rinde drey verschie-dene Lagen, wovon die erstere oder Oberhaut dünn,
Mutis. apud Humb. Berl. Magaz. naturforsch.
Freunde, I. p. 118.Alibert. Traite d. fievr. ataxiques.Römer et Schult. Regn. Veg. V, p. ia.
Ruiz et Pav. fl. peruv. II. p. 53.Poiret Encycl. Meth. VI. p. 36.Ruiz Quinolog. Art. 6. p. 71.
rauh, runzlig, quer-rissig, schmutzig-rothbraunoder graubraun, und oft hin und wieder mit gelb-lich-weifsen Flechten besetzt; die mittlere odereigentliche Rinde dicker, fester, dunkler, braun-roth und harzig und die innere, der Splint holzig,faserig, und heller braunroth als die übrigen Lagen,jedoch dunkler von Farbe, als bey der braunenChina ist. Auch ist die rothe Chinarinde specifischschwerer, als diese; der Geruch derselben, der ge-meinen Chinarinde fast gleich aber schwächer, undder Geschmack viel stärker, bitterer und mehr zu-sammenziehend. Der Speichel wird durch das Kauender Rinde röthlich gefärbt, und das Pulver dersel-ben ist von dunkelbraunrother Farbe. Durch Ein-wirkung der Lichtstrahlen verliert diese Rinde mitder Zeit von ihrer Farbe und wird bläfser.
Oefters wird die rothe Chinarinde nicht nurdurch Beymischung von grobem Stücken der ge-wöhnlichen Chinarinde, sondern auch durch schlechteveraltete Stücke derselben, und durch Rinden ande-rer Bäume, die nicht selten mit rothem Bolus oderdem Pulver von rothem Sandelholz etc. bestreutund gefärbt worden, verfälscht. Auch ist das käuf-liche Pulver derselben gemeinlich verfälscht undverwerflich,
Abbildungen :
Flor du Dict. des Scienc. med. Livr. 75. pl. 288. etc,Ruiz et Pav. fl. peruv. II. tab. 196.Hayne ,Getr. Darst. VII. tab. 4 1 «
Frklärung der Platte.
Nro.
1. Ein Zweig mit Bliithe und Frucht nach Ruiz et
Pav.
2. Eine geöffnete Blüthe.
3. Der Kelch und Stempel.
4. Die Frucht.
5. Ein Saamenhalter mit Saamen,
6. Der Saame.
7. Rothe Chinarinde von aufsen.
8. Dieselbe von der innern Seite.