Dieser schöne, immergrüne Baum, welcher eineHölie von 18 Fufs und drüber erreicht, oft einenFufs im Durchmesser hält, ist ziemlich gemein inPeru, (auf Bergen von 900-1200 Klafter) trägt ge-genüberstehende , aufrechte, rundliche Aeste und istmit rauher, narbiger, in die Quere rifsiger Rindebedeckt. An den von abgefallenen Blättern zurück-gebliebenen Narben und Knoten sind die Zweigeunvollkommen vierseitig. Die mittelmäfsig-gestiel-ten, gegenüberstehenden, drüsigen Blätter sind ey-lanzettförmig, spitzig, auf beyden Flächen glatt,ganz ungetheilt, oben grün, unten blässer, mit Drü-sen in den Winkeln der Rippen, und am Grundeder Stiele mit zwey kleinen, hinfälligen Afterblät-tern versehen. Die kurzgestielten, weifsröthlichen,mit Nebenblättchen versehenen Blumen stehen inarmförmigen, abstehenden, dreizinkigen End- undSeitenrispen, die länger sind als die Blätter. AmGrunde und gegen die Mitte der Rispe sind kleine,gegenüberstehende, spitzige Nebenblättchen befind-lich. Die Stiele und ßlumenstielchen sind seiden-artig-haarig und rund.
Der bleibende, einblättrige, rundlich-glocken-förmige Kelch ist seidenartig-haarig, und endigtsich durch fünf kurze, kleine, spitze, angedrückteZähne. Die weifs-röthliche, einblättrige, fünfthei-lige, trichterförmige Blumenkrone ist einen halbenZoll lang und länger, äusserlich haarig und die ey-förmig-länglichen, spitzigen, oben weifs-wolligenEinschnitte derselben sind kürzer, als die Röhre.Die fünf, auch wohl drey, vier, kurzen, weifs-röth-lichen in der Blumenkronröhre befestigten Staubfä-den tragen linienförmige, gelbliche Staubbeutel. Deruntere, rundliche, filzige oft punktirte und fünf-furchige Fruchtknoten trägt einen dicken, rundenGriffel, der fast von der Länge der Röhre und mitzusammengedrückter, zweyspaltiger, oft zweytheili-ger, grünlicher Narbe versehen ist.
Die Frucht besieht in einer holzigen, eyförmig-länglichen, glatten, braunen, der Länge nach miteinigen wenig erhabenen Linien bezeichneten, mitdem Kelche gekrönten, über einen halben Zoll lan-gen, zweyfächerigen, vom Grunde bis zur Spitzezweyklappigen, sich von der Mitte aus öffnenden,mit einer den Klappen paralleler Scheidewand ver-sehenen, vielsaamigen Kapsel. Die Saamen sindrundlich, zusammengedrückt, mit häutigem Randeumgeben und dachziegelförmig übereinander liegend.
Die Rinde ist offizinell und kömmt unter denNamen, braune Chinarinde, gewöhnliche Chinarinde(Cortex chinae ruscus s. oflicinalis, Cortex peruvia-nus) vor.
Diese Rinde wird vom Moilat September an bisin November abgeschält, getrocknet und in Thier-häute verpackt nach Europa versandt. Man nennteine solche mit Chinarinde angefüllte Thierhaut ei-ne Zeronne, welche an Gewicht 100 bis 120 Pfundbeträgt. Man findet darin die Rinden sowohl vonaltern, als Jüngern Bäumen und Zweigen, grobe,mittlere und feine Rindenstücke, die von den Kauf-leuten ausgesucht, und als verschiedene Sorten ver-kauft werden. Zum Arzneygebrauch ist nur diefeinste und beste auszuwählen.
Eine gute Chinarinde besteht, nachdem sie vom
Stamme oder von den Zweigen genommen worden,aus mehr oder weniger zusammengerollten, harten,trocknen , schweren , nicht leicht zerbrechlichenStücken, von ein bis drey und mehrern Zoll Längeund von der Dicke eines Federkiels bis zu der ei-nes Fingers und drüber. Sie ist äusserlich rauh,uneben, höckerich, quer aufgesprungen, mit weifs-lichen oder gräulichen Flechten besetzt, und mitfein-runzlichem, geädertem, und weifs-geflecktemOberhäutchen bedeckt. Inwendig ist sie glatt, hellrostfarbig - bräunlich , , gelblich - oder bräunlich-zimmtfarbig. Die beste und feinste Sorte bil-den die völlig oder gröfstentheils geschlossenen,dünnern oder dickern Röhren, M-elche auf dem Bru-che glatt und eben, nicht faserig und pulverig sind,sondern kleine, glänzende Punkte zeigen, und sichim Verhältnifs der Dicke und Gröfse durch beträcht-liche, speeifische Schwere auszeichnen. Der Ge-schmack derselben ist nicht unangenehm bitter,mäfsig - zusammenziehend , etwas balsamisch; derGeruch speeifisch, kräftig, etwas gewürzhaft, einwenig dumpf, jedoch nicht widerlich.
Eine Chinarinde, welcher obige Eigenschaftenmehr oder weniger mangeln, ist schlechter, veral-tet, verdorben oder schon mit Wasser abgekochtund wieder getrocknet, und so wie auch das ver-käufliche, der Verfälschung und Unächtheit fast im-mer verdächtige Pulver zum Arzneygebrauch un-dienlich und verwerflich.
Auch ist durch Vergleichung mit den angege-benen Kennzeichen der ächten Chinarinde eine Ver-wechselung oder Verfälschung derselben durch dieseit einigen Iahren im Handel unter dem NamenChina nova vorkommende wohlfeilere Rinde sowohl,als durch Beymischung von fremden Rinden z. B.des Mehlbeerbaums ( Crataegus aria L.), der Rofs-kastanie (Aesculus Hippocastanum L.) etc. zu er-kennen.
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Abbildungen :
Plenk Icon. pl. med. ich.
Vahl. Act. Soc. Hist, nat. Hafn. I. tab. 1.
Lamark Encycl. Method. VI. tab. iG4- f. 1.
Houttuyn Linn. Pfl. Syst. 5. tab. 6. f. 1.
Lambert Cinch. Fig. 1.
Humbold et Bonpl. PI. aequinoct I. tab. 10.
Trattin ik Tabul. tab. 108.
Hayne Getr. Darst. VII. tab. 37.
Erklärung der Platte.
Nro.
1. Ein blühender Zweig nach Hayne.
2. Ein Kelch.
3. Ein Stempel.
4- Eine geöffnete Blüthe.
5. Eine Frucht.
6. Eine Kapsel in 2 Klappen aufgesprungen.
7. Dieselbe im Querdurchschnitt.
8. Dieselbe von innen mit den Saamenhaltern,0. Ein Saamenhalter mit Saamen.
to. Der Saame.
11. Feine Chinarinde von der äufsern Seite.
12. Dieselbe von der innern Seite.