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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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buco wird in den mit den herrlichsten Wälderngeschmückten Gegenden , das Alagoas genannt,gegraben. Nach von Humboldt wächst sie auchauf den Bergen von Neugranada.

Die perennirende einfache oder in wenige spar-rige Aeste getheilte Wurzel geht schief in denBoden, sie ist vier bis sechs Zoll lang, gebogen undgewunden, von der Dicke einer Gansfeder mit zahl-reichen genäherten Einschnürungen und erhabenenRingen bezeichnet j die Epidermis ist frisch hell-braun, getrocknet mehr schwärzlich-braun, die Rin-densubstanz frisch weifs und mehlig, gehl durchsTrocknen in eine grauliche Farbe über, gewinnt eindichtes harziges Ansehen, und ist dann leichter vondem gelblich-weifsen holzigen Faden im Centro zutrennen.

Der Stengel ist aufsteigend, zuweilen ganzniederliegend, einfach oder in wenig Aeste getheilt;der in der Erde verborgene Theil ist braun, der un-tere blattlose blafsgrau, der obere grün und behaart.

Die Blätter (gewöhnlich vier bis sechs) sindgegenständig ausgebreitet gestielt verkehrt-eiförmig,spitz, ganzrandig oder etwas ausgeschweift, drei bisvier Zoll lang, einen bis zwei Zoll breit, mit kur-zen Haaren besetzt, oben dunkelgrün, unten blafsmit hervortretenden Adern. Die Blattstiele sindungefähr einen halben Zoll lang, rund und weich-haarig. Die Afterblättchen, welche die Blatt-stiele mit einander verbinden, sind aufrecht-anlie-gend, und in vier bis sechs borstenförmige Ab-schnitte gespalten.

Die Blü thenstiele kommen einzeln aus denBlattwinkeln hervor, sie sind rund weichhaarig, un-gefähr einen bis anderthalb Zoll lang, erst aufrechtdann abwärts gebogen.

Die kleinen Blüthen sind in ein rundes Köpf-chen gesammelt und von einer einblättrigen, in vierbis sechs verkehrt-eiförmige kurz zugespitzte ge-wimperte Abschnitte gespaltenen Hülle umgeben.Zwischen jeder Blüthe steht aufserdem ein kleines,eiförmig-längliches, behaartes Nebenblättchen.

Der kleine Kelch ist verkehrt-eiförmig, weifs-lich, schwach - behaart und in-fünf kurze Zähnegespalten.

Die Blumenkrone ist weifs, trichterförmig,aufsen und am Schlund mit zarten Haaren besetzt;der Saum ist halb so lang als das Blumenrohr und infünf eiförmige spitze abstehende Abschnitte gespal-ten. Die fünf Staubgefäfse haben kurze faden-förmige am oberen Theile des Blumenrohres ange-wachsene Staubfäden; die Antheren sind li-nienförmig, etwas länger als die Staubfäden undragen über den Schlund hervor.

Der Fruchtkoten ist mit dem Kelch ver-wachsen, eiförmig, auf dem Scheitel mit einer flei-schigen weifslichen Scheibe bedeckt; der Griffelist weifs, von der Länge des Blumenrohres; diebeiden Narben sind linienförmig, stumpf, abste-hend ; die Frucht ist eine eiförmige weiche fleischigevom Kelch gekrönte der Länge nach in zwei Fächergetheilte zweisaamige Steinfrucht von purpurroterins schwarz - violette übergehender Farbe.

Die beiden Nüfschen (Saamen) sind auf einer

Seite convex, auf der andern flach mit einer Längs-

furehe, glatt und von blasser Erdfarbe.

Die oben beschriebene Wurzel dieser Pflanzeist unsere so sehr geschätzte Brechwurzel, RadixIpecacuanhae fusca s. nigra, die man frü-her, bevor wir zuerst durch Gomez und die übri-gen Autoren unterrichtet waren, der Psychotriaemetica zuschrieb. Sie ist ein wichtiger Handels-artikel für die Brasilianer; die Stämme der Coroa-dos und Puris beschäftigen sich vorzugsweise inden Monaten Januar, Februar und März mit demGraben dieser Wurzel; die ersteren nennen diePflanze Wosaenda, die letzteren Muschina.

Die Wurzel kommt ziemlich rein zu uns, sodafs nur als Seltenheit ein Stückchen der folgendenBrechwurzel gefunden wird. Wir unterscheiden inRücksicht der Farbe eine mehr röthlich-brauneund eine mehr schwärzlich-braune Ipeca-cuanha, von denen die erstere die jüngere Wur-zel ist. Nach der von Pelletier gegebenen Ana-lyse enthält diese Wurzel folgende Bestandteile:

Emetin (der

wirksame Extractivstoff). ,

l6.

Ein fettes Oel.

t

2.

Wachs. .

.

6.

Gummi.

IO.

Amyhim.

.

*

42.

Faserstoff.

,

<

20.

Spuren von

Gallussäure und Verlust.

4-

100.Die Analyse von Richard stimmt hiermit über-ein, und es ergießt sich daraus, dafs die wirksameEmetine nur in der Rindensubstanz, nicht in dem

holzigen Kern enthalten ist.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Gomez Memoria sobre a Ipecacuauha fusca do

Brasil. Lisb. 1801.Brotero 1. c. tab. XI.

Richard Hist. nat. des diff. especes dMpecac. tab. 1.a Marti us Mal. med. Bras. 1. tab. I.Hayne Getr. Daist. V 111. tab. 20.

Erklärung der Tafel.

1. Die blühende Pflanze mit der Wurzel, nach v.M a r t i u s.

2. Eine Bliilhe mit dem Kelch, in natürlicher Gröfse.

3. Dieselbe, vergröfsert.

4. Die ßlumenkrone, geöffnet und vergröfsert.

5. Das Pistill.

6. Die Frucht.

7. Dieselbe durchschnitten mit dem Saamen.