den die End- Abschnitte sehr breit und stumpf, wo-durch diese ein sehr verschiedenes Ansehen gewin-nen. Auf der Oberfläche befinden sich kleine Ver-tiefungen (lacunae). Die Grundfarbe der Flechteist ein grauliches Weifs, welches gegen die Spitzehin bald ins Olivengrüne, häufiger aber ins Kasta-nienbraune übergeht; gewöhnlich ist die Basis desLaubs mit einem blutrothen Flecken bezeichnet.Im feuchten Zustand is'. die Flechte zähe und bieg-sam, im trockenen sehr spröde und zerbrechlich.— Die Früchte (Apothecia) bilden kleine rundeoder ovale Schildchen an der Spitze des Laubs; siesind flach, stehen nahe am Rande der Lappen, undsind nur im Umfang von dem Laube frei. DieScheibe (discus) dieser Apothecien ist dunkelbraun,glänzend; ihr Rand ist von derselben Farbe, kaumverdickt , zuweilen etwas einwärts gerollt undschwach gekerbt; auf der unteren Seite sind dieApothecien von der Substanz des Laubs gebildet,welches an der Stelle, wo sie ansitzen, auf derunteren Fläche eine runzliche Vertiefung zeigt. DieFlechte kommt übrigens Aveit häufiger im unfrucht-baren als fruchtragenden Zustand vor. Im Innerndieser Apothecien findet man bei sehr starker Ver-gröfserung, kurze fadenförmige Schläuche (Asci),mit rundlichen dunklen Sporen. Unter allen kryp-togamischen Gewächsen ist diese Flechte vorzugs-weise als Arzneipflanze geschätzt. Sie ist ohne Ge-ruch; ihr Geschmack ist schleimig, schwach bitterund etwas adstriugirend. Unter den chemischen
Bestandtheilen ist für die Medizin besonders daseigenthümliche Stärkmehl, (Moosstärkmehl) wich-tig, wodurch sie zur Bereitung der iMoosgallerte(Gelatina Lichenis islandici) geschickt wird. Aufser-dem hat Berzelius in dieser Flechte noch eineneigentümlichen Bitterstoff, Schleimzucker, grünesWachs, Gummi und weinsteinsaure Salze gefunden.(Vergl. Pf äff Mat. med. VI p. 199.)Anmerk. Diese isländische Flechte kommt fastnie verfälscht vor und ist nur von zufällig hin-ein gefallenen, oder damit eingesammelten Din-gen sorgfältig zu reinigen.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Flor. Dan. tab. i53 et 879.Hoffm. Plant, liehen, tab. y. fig, 1.Jacq. Collect. IV. tab. 8. fig. 1.
Erklärung der Tafel.
1 et 2. Die isländische Flechte von verschiedenerGröfse und Farbe, mit Frucht.
3. Ein unfruchtbares Exemplar.
4. Ein Endlappen mit zwei Apothecien, von oben.
5. Derselbe, von unten gesehen.
6. Die Schläuche mit den Sporen, sehr stark ver-
gröfsert.