Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Seit undenklichen Zeiten bekannt und in denältesten Schriften erwähnt, wächst der Johannisbrod-haum unter dem schönen Himmel des Orients, aufden Inseln des Archipelagus, in Egypten und Syri-en ; auch in den mittägigen und wärmern GegendenEuropas,in Spanien, der Provence, Sicilien und Nea-pel, Er wird bey uns in Gewächshäusern gezogen,und ist nach Lamark ein Baum von mittler Gröfse,immergrün, mit ausgebreiteter Krone, wie die desApfelbaums, Die Äste sind gekrümmt und derStamm ist mit einer braunen und unebenen Rin-de bedeckt.

Die immergrünen Blätter stehen abwechselnd,sind gepaart-gefiedert und bestehen aus sechs bisacht eyrund - stumpfen, glatten, festen, lederar Ligen,last aufsitzenden, oben dunkelgrünen, unten blassenund geäderten Blättchen.

Die traubenförmigen Blüthen kommen an demnackten Theile der Zweige und den Achseln derBlätter hervor. Sie sind anfangs purpurroth, undwerden weifslicher je mehr sie in ihrer Entwicke-lung fortschreiten. Es bilden sich sowohl männli-che und weibliche als auch Zwitterblüthen, alle aufbesondern Bäumen. An den letztern bemerkt maneinen kleinen Kelch mit fünf Einschnitten; keineKrone; eine fleischige,'fünflappige Scheibe, wel-che die Mitte der Blume einnimmt; fünf pfriemen-formige, lange, den Kelch-Abtheilungen entgegenge-setzte, abstehende, im Blumenboden eingefügte Staub-fäden, welche grofse, zweyknöpfige Staubbeuteltragen; einen obern im Miitelpunckt des fleischigenBlumenbodens liegenden Fruchtknoten, mit ei-nem einfachen, langen, mit kopfförmiger Narbeversehenen Griffel.

Die Frucht ist eine Art Schote oder vielmehrHülse, welche sechs bis acht Zoll lang, gegen einenZoll breit, stumpf, zusammengedrückt, lederartig,

gewöhnlich bogenförmig gekrümmt, glatt, an denRändern dick, frisch grün, getrocknet braun-roth undinwendig durch Querwände in viele Fächer getheiltist, wovon jedes Fach, in einem saftigen Marke ei-nen rundlichen, etwas elliptischen, zusammengedrück-ten, flachen, gelbbräunlichen, sehr harten und glän-zenden Saamen enthält.

Der Johannisbrodbaum blüht im März und dieFrüchte reifen im Herbst.

Die Frucht, Johannesbrod, Soodbrot (Siliquadulcis, s. Fructus Ceratoniae) ist offizinell. Sie istunreif grün und herbe, erhält aber bey der Reifeeinen sehr süfsen Geschmack. Das Mark derselbenist süfs, weich, dick und hellbraun. Die zum Arz-neygebrauch bestimmten Früchte müssen gehörigreif, nicht alt, schimmlich und verlegen oder vonWürmern zerfressen, zusammengeschrumpft und hol-zig seyn. Auch sind diejenigen, in welchen dieSaamen beym Schütteln klappern oder die gar kei-ne enthalten, zu verwerfen.

Abbildungen.

Flor, du Dict. des. Scienc. livr. 26. pl. 100.

Du Hamel edit Michel. I. tab. 58.

Du Hamel Arbr. t. 2. tab. 69.

Lam. lllustr. gen, t. 809.

Gärtn. de fruct. vol. 2. t. l46 f. 1.

Blackw. Herb. tab. 209.

Knorr. Flor. 2. t. S. 7.

Zorn. Jcon. pl, med. Cent. 1. tab. 5g.

Lobel. Jcon. 2. p. io4»

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Ein Zweig mit Blumen.

2. Die Saamenschoote; als offizineller Theil,