Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Röhrenkassie ist ursprünglich in Aegyp-teu und Ostindien einheimisch und wurde vonda nach dem Antillen und dem südlichen Ame-rika gebracht.

Es ist ein grofser und ansehnlicher Baum, inWuchs und Blattbildun"- unsern Wallnufsbäumenähnlich. Das Holz ist schwer und dicht, von gel-ber Farbe; die Rinde glatt, blafsgrau. Die Blättersind abgebrochen-gefiedert (abrupte- pinnata); dergemeinschaftliche Blattstiel ist an der Basis verdickt,rund, glatt, oft über einen Fufs lang und mit fünfbis sieben Paar gegenständiger etwas entfernt ste-hender Fiederblättchen besetzt; diese Blättchen sindmit einem sehr kurzen verdickten drüsigen Stiel-chen befestigt, eiförmig lang zugespitzt, (ovato-acuminata) ganzraudig, glatt , drey und einenhalben bis vier und einen halben Zoll lang undungefähr anderthalb Zoll breit. Das letzte Fieder-paar ist verhältnifsmäfsig viel kleiner.

Die Blüthen bilden ansehnliche über einenFufs lange hängende Trauben, die aus den Win-keln der Blätter entspringen; die besonderen Blü-thenstiele sind einen bis anderthalb Zoll lang, glattund nur an der Spitze nebst den Kelchblättchensehr fein behaart. Der Kelch besteht aus fünfovalen stumpfen grünen hinfälligen Blättchen. DieBlumenkrone ist aus fünf fast gleich - grofsenlänglich-keilförmigen stumpfen goldgelben mit dunk-leren Adern gezierten Blumenblättern gebildet, vondenen drey mehr nach unten gerichtet sind.

Die Staubfäden sind bogenförmig aufwärtsgekrümmt, drey sind länger als die Blumenkrone,vier über die Hälfte kürzer und drey ganz kurzmit viel kleineren aber doch ausgebildeten Staub-beuteln, die sich an ihrer Spitze öffnen.

Das Pistill besteht aus einem walzenförmigennach der Basis und nach den Narben hin verdünn-ten mit sehr feinen Haaren besetzten Fruchtknoten,der in der bogenförmigen Krümmung und in derLänge mit den unleren längeren Staubläden über-einstimmt.

Die Frucht ist eine walzenförmige schwarzenicht aufspringe Gliederhülse, an der auf jederSeite ein Längsstreifen die Stelle der Nath bezeich-

net; die Länge derselben beträgt ungefähr einenFufs, die Dicke acht bis zehn Linien. Im Innernsind diese Früchte mit zahlreichen Querfächern ab-getheilt nnd in jedem Fach liegt zwischen einemweichen saftigen schwarz - braunen Mark ein gelb-lich-brauner ovaler flacher Saamen.

Dieses schwarze süfse Mark wird zur Bereitungeines gelind abführenden Muses Pulpa Cassiaebenutzt und die Früchte sind daher um so besser,je frischer sie sind und je mehr sie von diesemMark enthalten. Nach Vauquelin enthält sie Zuk-ker, Gallerte, Kleber und Gummi.

Die neuerlich im Handel gekommenen Früchteder Cafsia grandis, sind 1 t/i Fufs lang, anderthalbZoll breit, zusammengedrückt und wegen der adstringirenden Bestandteile ihres Marks zu verwer-fen.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Rumph. Herb. Amb. IL tab. 21.Rheede. H. Mal. I. lab. 22.Alpin. Hist. 2. tab. 1.

Erklärung der Tafel.

1. Eine Blülhentraube.

2. Ein Blatt.

3. Ein Kelchblättchen in natürlicher Gröfse.

4. Dasselbe, vergrößert.

5. Ein Blumenblatt.

6. Die Staubgefäfse und das Pistill.

7. Eins der kürzern Staubgefäfse.

8. Eins der längeren vergröfsert.

9. Das Pistill, in natürlicher Gröfse.

10. Dasselbe, vergröfsert.n. Eine reife Frucht.

12. Ein Stück derselben, der Länge nach ange-schnitten.

i3. Der Saamen.

i4- Derselbe mit dem Embryo im Eiweifs von derSeite gesehen.

i5. Dieselbe Figur, vergröfsert.

16. Der Embryo mit den Cotyledonen.