Der Sennesblätterstraueh, ursprünglich im Orientzu Hause, wächst sehr häufig in Arabien, EgyptenSyrien und Persien, so wie auch in Italien undFrankreich in der Provence und" wird der Blätterwegen auf Feldern angebaut. Er eihebt sich alseinjähriger Strauch auf holzigem, mittelmäfsig ästi-gem Stengel zu einer Hohe von 2 bis l\ Fufs. DieZweige sind sehr dünn und biegsam.
Die gestielten, abwechselnden, gefiederten Blät-ter sind oben grün, uuten etwas bläulich-grün undbestehen aus fünf bis seihi Paaren fast eyfÖrmigerstumpfer oder elliptischer, an den Seiten am Grundeungleicher ßlättchen. Das lezte Paar ist gewöhnlichgröfser. An den langen, dünnen, gelben Blattstielensind keine Drüsen. Die Afterblätter sind abstehend.
Die blafs-gelben, mit purpurrothlichen Adernbezeichneten Blumen stehen in Trauben auf laugenStielen in den Blattwinkeln am Ende der Zweige.
Der Kelch besteht aus fünf al fallenden, buh-len, gefärbten Blattchep. Die offene Blumenkronehat fünf hohle, rundliche, ungleiche Blumenblätter.Die beyden untern stehen mehr voneinander, sindetwas gröfser und offener. Die zehn Staubfäden sindungleich, frey und niedergebogen; drey obere klei-ner, oft unfruchtbar; vier aufrecht, von mittlerGröfse und drey untere sehr grofse, mit länglichen }gebogenen Staubbeuteln versehen. Der obere Frucht-knoten ist gestielt, rundlich und sehr lang; derGriffel kurz, aufwärts gekrümrat und die Narbe ein-fach und stumpf.
Die Frucht ist eine längliche, zusammengedrückte,bogenförmig gekrümmte Gliedhülse, mit mehr oderweniger Querwänden, und enthält viele ander obernNath befestigte schwärzliche, herzförmige Saamen.
Die Blätter (Sennesblätter, folia sennac) sindof-ßzinell. Sie kommen theils von der rundblättrigen Sen-nencafsie, (Cafsia seuna L), theils auch von derschmal-blättrigen Cassia (Cafsia lanceolata, Forskähl)von der man glaubt, dafs sie die wahre alexandri-nische Senna sey und wovon die Blätter aus vieroder fünf Paaren gleicher, schmälerer, lanzettförmi-ger, spitziger, glatter, hellgrüner und fast Zoll-langer Blättchen bestehen; die Blattstiele sind überihrem Grunde mit einer aufsitzenden Drüse versehen;die Blumen blafsgclblich; und die Hülsen sehr zu-sammengedrückt, gebogen und anfangs etwas zottig,und enthalten kleine herzförmige und weifslicheSaamen.
Im Mandel gibt es mehrere .Sorten Seunesblätter,die nicht nur in ihrer Güte nach dem Orte, wohersie kommen, sondern auch in Hinsicht der Gestalt,Gröfse und Farbe verschieden sind. Nämlich:
1) Die alexandriuischen Seunesblätter, (foliasenna? alexandrin«) welche für die besten gehaltenwerden und über Marseille, Livorno und Venedigvon Cairo kommen, sind eyrund, zugespitzt, in derMitte gerippt, einen halben bis ganzen Zoll langund einen viertel Zoll breit, glatt und sanft anzu-fühlen, von grüner, ins Gelbe spielender Farbe,von einem eigenen, etwas widrigen Geruch undbitterlichen etwas scharfen schleimigen Geschmack.
2) Die italienischen oder provenzalischen Sen-nesblätter sind breiter, stumpfer, dünner, zerbrech-lich, stärker, und mehr gerippt, auch grüner vonFarbe, geruchlos und schwächer von Geschmack.
3) Die tripolitanischen Sennesblätter, welchein der Barbarey, im Königreich Tripoli gesammeltwerden, sind gröfser , grüner und weniger zugespitztals die alexandrinischen, rauh anzufühlen und schlech-ter als die vorhergehenden; und
4) Die mochanischen oder arabischen Sennes---blätter, welche man für die schlechtesten hält, sindlänger, schmäler, spitziger und auch schwächer vonGeruch und geringer an Kräften.
Braungefleckte, ganz unreine und ganz gelbge-wordene, verdorbene, zerbrochene und zerstückelteSennesblätter sind zum Arzneygebrauche undienlich.Besonders sollen die letztern (folia senna? parva)gewöhnlich mit ähnlich gestalteten Blättern von an-dern Pflanzen z. B. des Blasenbaums (Colutea arbo-rescens L) etc. verfälscht seyn, welches nicht seltenhey den italienischen der Fall ist und sich bey deuzerstückelten Blättern uaa so weniger jentdeckealäfst.
Abbildungen,
Plenk. Icon, pl. med. tab 326.
Flor du Dict. des Scienc med. Livr. 84- ph 3a J.
Moris. Hist. II. S. 2. tab. 24. fig. i — 2.
Erklärung der Platte.Taf. Nro.1. Ein Zweig mit Blüthen, kleinen noch unent-wickelten und grofsen ausgewachsenen Früchten..