Der Kümmel findet sich auf Wiesen durchganz Deutschland, wo er früher als andereDoldenpflanzen schon im April und im Anfang desMai's zur Blüthe gelangt.
Die Wurzel ist zweijährig, ästig, fleischig,gelblich-weifs und besitzt einen der gelben Möhreähnlichen Geruch.
Der Stengel ist aufrecht, zwei bis drei Fufshoch, von Grund an 'ästig, ganz glatt und nachoben eckig und gefurcht.
Die Blätter sind glatt, doppelt-gefiedert; dieFiederblättchen der zweitenOrdnung (pin-nulae) sind sitzend und an der Basis dem gemein-schaftlichen runden oben etwas ausgehöhlten Blatt'stiel genähert und gleichsam kreuzweise gestellt,bei den Wurzelblättern und den untern Stengelblät-tern sind sie gefiedert zerschnitten und noch ein-mal in schmale spitze Abschnitte getheilt.
Die Blattscheiden sind an den Wurzelblät-tern flach und schlaff, an den übrigen stehen sieaufrecht, sich den Aesten anschliefsend, und zeich-nen sich durch ihren breiten weifsen durch-sichtigen Rand aus.
Die Blüthen bilden zusammengesetzte viel-5trahlige flache oben etwas ungleiche Dolden. Dieallgemeine Hülle (involucrum) ist aus zwei bisdrei ganzen schmalen hinfälligen glatten Blättchengebildet, die besondere Hülle (involucellum)fehlt. Der K e 1 c h r a n d hat keine Zähne. Die Blu-menkrone besteht aus fünf gleichförmigen ovalenweifsen oder selten blafs - röthliehen Blumenblätt-chen mit einer ganzen eingeschlagenenSpitze.Die Staubfäden sind weifs und ragen nur
wenig über die Blumenkrone hinaus; die Staub-beutel sind aufrecht, oval gelblich.
Der untere Fruchtknoten ist verkehrt-ei-förmig zusammengedrückt mit vier erhabenen Rip-pen auf der Seite, von denen zwei an der Nath ste-hen; die Nectarplatte ist gewölbt, mit den auf-rechten kurzen genäherten Griffeln grünlich-gelb-
Die kleinen Früchte (Cremocarpia) sind oval»au den Seiten zusammengedrückt; auf dem gewölb-ten Rücken jedes Carpells sind drei erhabene Rip-pen von hellerer Farbe und zwei dergleichen ander Commifsur, zwischen diesen sind die etwas er-habenen braunen Thälerchen.
Diese Früchte (der Kümmel Semen Carvi)sind sehr aromatisch, enthalten ein eigenthümlichcsätherisches Oel und sind als Carminativum berühmt.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Jacq. Fl. Aust, tab. 3o3.Hayne Getr. Darst. VII. tab. 19.
Erklärung der Tafel.
1. Die Pflanze mit Blüthe und unreifen Früchten.
2. Ein Wurzelblatt.
3. Eine Bluraenkrone, vergrößert.
4. Ein Blumenblatt.
5. 'Der Fruchtknoten, beide Figuren vergröfsert.
6. Die reifen Früchte in natürlicher Gröfse.
7. Eine Frucht (Cremocarpium) von der Seite mit
den beiden Carpellen, stark vergröfsert.
8. Ein Carpell von der Fuge gesehen.g. Ein Querdurchschnitt der Frucht.