Benennungen:
Griech. rhvßou Diosc. ex Spreng, hist. rei herb,pag. 186.
Deutsch. Die Mariendistel. Die Frauendistel. Sil-berdistel.
Franz. Le chardon Marie. Le chardon Notre
dame. Le chardon blanc.
Ital. Cardo Santa Maria. Cardo Mariano.
Erba del latte.
Span. Cardo lechero. Cardo Mariano.
Port. Cardo mariano. Cardo leiteiro.
Engl. The ladies thistle. The milk thistle.
Doli. Lieve Vrouwen distel. Mariedistel.
Dan. Marientidsel. Vild-ertes-kok.
Schwed. Marientistel. Miölktistel,
Russ. Woltschetzkudrjawoi,
Poln. Ostropest. Podgorzal.
Böhm. Ostropes.
Diese einjährige Pflanze wächst häufig in Itali-tn, Frankreich, England und Deutschland. Sie fin-det sich an ungebauten Orten, an den Rändern derWege und Gräben, an alten Gebäuden, Zäunen,Dämmen und an Ackern. Auch wird sie zuweilenin Gärten als Zierpflanze gezogen.
Die Wurzel ist fpindelförmig, lang, dick, cy-lindrisch und Faserig.
Der aufrechte Stengel ist stark, fest, gestreift,ästig, etwas filzig, und erhebt sich zu einer Höhevon zwei bis drei Fufs. Die Blätter sind abwech-selnd, grofs, breit, Spiefsförmig-halbgefiedert, buch-tig-dornig, glänzend, glatt, grün und mit weifsenFlecken und Adern bezeichnet, wodurch sie ange-nehm bunt gestreift erscheinen. Die untern Blättersind gestielt, die obern aufsitzend und den Stengelumfassend. Die Blüthen befinden sich einzeln andem Ende des Stengels und der Zweige, sind auf-recht, grofs, dunkelpurpurfarbig, und bestehen ausZwitterblumen. Die Blumenstiele sind lang undfast nackt.
Der gemeinschaftliche Kelch ist nicht mitBlättern umgeben, einfach, einblättrig, rundlich undschuppig. Die Schuppen sind Lanzettförmig zuge-spitzt, glatt und zur Seite und an der Spitze dor-nig. Die zusammengesetzte Blumenkrone, ist einför-mig, röhrig, und besteht aus fast gleichförmigen, zu-rückgebogenen Zwitterblümchen. Die besondereBlumenkrone ist trichterförmig, sehr dünnröhr ig,
fünfspaltig und aufrecht. Vou den gieichbreiteuund gleichförmigen Lappen ist einer tiefer abgeson-dert. Die Staubfäden sind haarförmig, sehr kurz,und mit walzenförmigen, röhrigen Staubbeuteh;versehen. Der Fruchtknoten ist eyförmig, derGriffel fadenförmig, länger als die Staubfäden; dieNarbe einfach, pfriemenförmig und eingeschnitten.Der Blumenboden ist flach, und mit Haaren besetzt.Die Saamen sind in dem etwas zusammengeneigtenKelche enthalten.
Die Mariendistel blüht im Juli und August.Die Saamen reifen im August und September. DieSaamen (Mariendist elsaamen, Semen Cardui Maria 1sind offizinell.
Sie sind glatt, braunglänzend, eyförmig, etwasflach und gebogen u. mit einer einfachen, aufsitzen-den langen Haarkrone versehen, welche sich leichtabstreift, weshalb sie gewöhnlich ohne diese ange-troffen werden, Sie enthalten einen weifsen süfsenöligen Kern.
Ehedem wurde auch das Kraut gebraucht, wel-ches aber geruchlos ist, einen sehr schwachen bitternGeschmack besitzt, u. an einigen Orten, nachdemzu-vor die Dornen abgenommen worden, nur noch alsGemüse und Salat genossen wird,
Abbildungen.
Flor, du dict. des scienc. med. livr. 29. pl. 111.
Plenk icon. plant, medic. Cot.
Curtis Fl. Londin. n. 25.
Engl. Botany. t. 976.
Black well. Herb. t. 79.
Ludwig. Ectyp. t. 35.
Kniphoff. Cent. 1. n. i3.
Krorr. Delic. 1. t. M. 3.
Erklärung der Platte.
•1.2.3.4-
Taf. No.Ein blühender Zweig.
Der Umrifs eines Wurzelblattes.
Die Wurzel.
Ein einzelnes Zwitterblümchen aus der zusam-mengesetzten Blumenkrone, mit Staubfäden undGriftel.
5. Ein eben solches Blüthchen der Länge nach von
einander gespalten, wo unten der Fruchtkno-ten schon mehr entwickelt ist.
6. Ein einzelnes Saamenkorn mit seiner haarförmi-
gen Krone.