Der Stamm hat einen schönen Wuchs, erreichteine mittlere Höhe von achtzehn his zwanzig Fufsund eine Dicke von ungefähr sechs Zoll im Durch-meser. Die Rinde ist besonders an dem jungenHolze glatt, weifs und sehr aromatisch.
Die Blätter stehen genähert aber abwech-selnd an den Spitzen der Zweige; sie sind kurz ge-stielt, keulenförmig, stumpf, vollkommen ganzran-dig; glatt, blafs-grün und auf der oberen Seiteglänzend; ihre Länge beträgt ungefähr drei, dieBreite einen bis anderthalb Zoll; mit der Lupe siehtman im Innern zahlreiche durchsichtige punktför-mige Drüsen.
Die Blüthen stehen an der Spitze der Zweigein Doldentrauben mit glatten, zweitheiligen Blü-thenstielen.
Der Kelch besteht aus drei breiten kurzenabgerundeten an den Seiten übereinander liegendenund am Grunde verwachsenen Blättchen.
Die (fünf) Blumenblättchen sind dick, le-derartig (oder fleischig), ungleich, elliptisch undvon rother Farbe.
Die Staubbeutel (fünfzehn his sechszehn)sind linien förmig, gelb und in eine etwas bau-chige Röhre verwachsen, welche kürzer ist als dieBlumenblätter.
Innerhalb dieser Röhre ist ein glatter eiförmi-ger Fruchtknoten, der sich in einen kurzen dickenGriffel mit fünf sehr kleinen runden Narben endigt,eingeschlossen.
Die Frucht ist eine schwarze dreifäcbrige unddreisaamige Beere. Die Saamen sind glänzend-schwarz, nierenförmig, mit einem kurzen etwas ge-bogenen Spitzchen. Der Embryo liegt etwas ge-krümmt an der Seite, in der Nähe der vortretendenSpitze mit linienför migen Cotyledonen imreichlichen Eiweifskörper.
Die Rinde dieses Baumes ist der weifseZimmt, Canella alba, auch Costus corticosus,Cortex Winteranus spurius, oder auch Costus dul-cis genannt. Wir erhalten diese Rinde in dreibis fünf Zoll langen halb zusammengerollten Stük-ken; die Dicke der Rinde selbst beträgt einebis zwei Linien; die äufsere Seite ist von der Epi-dermis entblöfst, ganz glatt, gelblich- oder röth-lich-weifs, die innere Seite ist mit einer sehr dün-nen weifsen Bastlage bedeckt; der Bruch ist dichtkörnig. Der Geruch ist sehr angenehm aromatisch,der Geschmack stark feurig-gewürzhaft. Sie ent-hält nach Robinet:
Eine eigenthümliche zuckrige Materie.
Einen bittern Extractivstoft (Canellin.)
Ein scharfes aromatisches ätherisches Oel.
Harz.
Eiweifsstoff,
Gummi.
Stärkmehl.
Einige Salze. (S. Journ. de Pharm. 1822. p. 197.)
Diese Rinde wird öfters statt der ächten Win-ter sehen Rinde gegeben, die sich aber leichtdurch die bedeutend-gröfseren Stücke, durch ihreDicke und braune Farbe unterscheidet.
Anm. Ich verdanke der Güte des Herrn Profes-sors und Ritters Hornemann in Koppenhagendie gütige Mittheilung eines vollständigen Exem-plares der Canella alba, welches hier als Vor-bild diente. Aus unserer Beschreibung des Saamensgeht hervor, dafs Gärtner diesen vollkommenrichtig abbildet, und dafs Decandolle auf einefalsche Voraussetzung die Stellung dieser Gattungunter die Guttiferen gründet, die wohl richtigerden Melien zugezählt bleibt. — Auch sind dieBlumen nach S1 o a n e, der doch in Jamaika selbstden Baum beobachtete, nicht blau, wie De-candolle angiebt, sondern roth (scarlet). Fer-ner sind die Blätter vollkommen stumpf (obtu-sissima), nicht zugespitzt, wie es in Dierbachs
Beschreibung heifst.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Browne Jam. tab. 37. fig. 3.Swartz Act. soc. Lin. Lond. I. tab. 8.
Erklärung der Tafel.
Ein Zweig mit Blüthen.
Eine ßlüthe, von der Seite gesehen.
Dieselbe, mit Entfernung von drei Blumenblätt-chen, (in natürlicher Grölse.)
Ein Blumenblatt, von der äufseru Seite.
Dasselbe, von der innern Seite, beides ver-gröfsert.
Der Kelch mit den verwachsenen Staubgefäfsen,ebenso vergröfsert.
Der Fruchtknoten, in natürlicher Gröfse.
Derselbe, vergröfsert.
Ein Aestchen, mit unreifer und reifer Frucht.
Der Saamen.
Der Saamenkern.
Derselbe durchschnitten, um die Lage des Em-bryos in dem Eiweifskörper zu zeigen.
Der Embryo.
Ein Stück der Rinde, von der äufsern Seite.
Dasselbe von der innern Seile,
l.2.3.
4-
/♦
8.
9-10.
ii.
12.
i3.14.i5.