Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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men gerechnet werden kann. Die ältere Rinde istsehr dick, runzlig, schwarz. Das Holz zeichnet sichdurch eine ausnehmende Härte und Dauerhaftig-keit aus.

Die Blätter, von deren Schönheit der Baumseinen Namen führt, sind gegenständig, auf sechsbis acht Linien langen glatten oben gefurchtenBlattstielen, die sich auf der untern Blattflache ineine stark vortretende Mittelrippe fortsetzen; siesind oval-länglich, stumpf und zuweilen ausgeran-det, ganzrandig, von fester lederartiger Substanz,mit zahlreichen feinen parallelen Nervendurchzogen und vollkommen glatt und glänzend;ihre Länge beträgt an einem vorliegenden Evem-plar aus Java sechs bis acht, ihre Breite drei bisvier Zoll.

Die Blüthen bilden in den Winkeln der Blät-ter einfache sechs bis neun blüthige Trauben; dergemeinschaftliche sowohl als die besonderen ein bisanderthalb Zoll langen gewöhnlich gegenständigenBlüthenstiele sind glatt und von weifser Farbe.

Der Kelch ist aus vier ungleichen abgerun-deten concaven glatten weifsen hinfälligen Blättchengebildet, von denen zwei kleiner und mehr flachsind.

Die Blumenkrone besteht aus vier (nachBlume aus acht) verkehrt - eiförmigen stumpfenebenfalls concaven auf einer Seite ungleichen weis-sen Blumenblättern.

Die sehr zahlreichen dicht gedrängten Staub-fäden sind kürzer als die Blumenblätter; dieStaubfäden sind am Grund unter einander, aberohne bestimmte Regelmäfsigkeit, verwachsen; ihreStaubbeutel sind aurrecht, dunkelgelb.

Der Fruchtknoten ist rund, glatt, röthlich;der Griffel ist gegen die Spitze hin gebogen undendigt in eine grofse schildförmigeNarbe. DieseBlumen verbreiten einen trefflichen dem der Lilienähnlichen Geruch.

Die Frucht ist eine runde glatte gelblicheSteinfrucht (drupa) von der Gröfse einer Aprikose;unter der fleischigen äufseren Hülle liegt eine Nufs,deren Schale nach innen aus einer schwammig kalk-artigen Substanz besteht und einen gelbenöligen Kern einschliefst.-

Nach den Beobachtungen unseres FreundesBlume, dem unermüdeten Forscher der JavanischenFlora (S. d. o. a. Werk!) tritt aus der Rinde diesesBaums ein gelber Balsam hervor, der an der Luftzu einem gelbbraunen Harz von eigenthümlichenGeruch erhärtet, welches das ächte ostindischeTacamahak (Resina Tacamahac) darstellt.

Blume bemerkt, dafs dieses Harz in Java in hin-länglicher Menge gesammelt werden könnte, undaus der nahen Verwandtschaft dieses Baums mit derfolgenden Art des Schönblatts läfst sich mit vielerWahrscheinlichkeit auf die Aehnlichkeit ihrer har-zigen Educte schliefsen.

Die feinste Sorte des Takamahaks, die sehrselten ist, kommt in kleinen Kürbisschalen vor, istblafsgelb und soll sich vorzugsweise durch seinenangenehmen Geruch nach Lavendel und Ambra aus-zeichnen.

Anm. Was gegenwärtig im Handel vorkommt,bildet drei verschiedene Sorten:

Die erste erscheint in unregelmäfsigen trock-nen zerbrechlichen Stücken; sie sind gegen das Lichtgehalten halb durchscheinend von bräunlich-gelberFarbe, aufsen mehr oder minder weifs bestäubt, aufdem Bruch schwach glänzend, gleichförmig. DerGeschmack ist unbedeutend, der Geruch bei der

harzig-

Erwärmung eigenthütntnlich, aber gerade nicht sehrangenehm. Man könnte diese Sorte mit gröfserenStücken von Olibanum vergleichen, doch ist siehinlänglich verschieden; diefs scheint das gemeineTacamahak der deutschen Autoren zu seyn. NachGuibourt gehört hierher Resina Anime n, 2,A. 1. c. 243.

Die zweite Sorte kommt in mehr flachen we-niger bestäubten Stücken vor, sie lassen sich leich-ter in der Hand erweichen, sind auf dem Brmhmehr glasartig-glänzend und in einzelnen Stückenfast ganz durchsichtig, von einer gelblich-braunenFarbe. Diese Sorte könnte mit Guibourt Re-sina Anime n. 5. verglichen werden.

Die dritte Sorte, welche bald als Taca-mahak, bald als Anime von unsern Dro-guisten verkauft Avird, erhalten wir in klei-nen rundlichen, oder auch in gröfseren mehr fla-chen Stücken. Diese sind sehr leicht, stark weifsbestäubt und zeigen auf dem Bruch unter einermehr gelben Rindenschicht einen weifsen oder gelb-lichen matten Kern. Die Farbe und auch der Ge-ruch ist dem Elemi-Harz zu vergleichen, wodurchsich diese Sorte leicht unterscheidet. Unsere deut-schen Autoren, so wieLemery u. a. nehmen diefsfür Resina Anime. Nach Guib. hingegen istdiese Sorte das wahre Tacamahac.

Da Blume das Harz desCalo phyllumlno-phyllum »gelblich-braun» nennt, so kann schondeswegen diese dritte Sorte nicht wohl als ostindi-sches Tacamahac betrachtet werden.

Aufserdem soll auch noch ein AmerikanischesTacamahac, vonFagara octandra Jacq. ab-stammend, im Handel seyn, so dafs es fast unmög-lich ist, mit voller Sicherheit über den Ursprungdieser verschiedenen Sorten des Tacamahaks zuentscheiden.

Was das Anime-Harz anlangt, welches ingrofsen Stücken an den Wurzeln der HymenaeaCourbaril in Brasilien gefunden wird, so habenwir hierüber von Herrn von Martius die Ent-scheidung zu erwarten, ob eine der hier beschrie-benen Sorten wirklich das Harz der Hymenaeaist, oder nicht?

Bei der hier gegebenen Darstellung dieses Schön-blatts hat uns ein getrocknetes Exemplar aus Javaund eine dort gefertigte Zeichnung, als Vorbild ge-dient, die wir der Güte des Herrn Professors R e i n-wardt verdanken. (N. v. E.)

Abbildungen,Rumpf Herb. Amb. IL tab. 7I.Rheede Hort. Mal. IV. tab. 38.

Erklärung

1.

2.3.

4-5.6.

7.

S.9-

10.11.12.i3.

der Tafel.Ein blühender Zweig.Ein Blatt im Umrifs.Eine Blüthenknospe.Der Kelch, von der Seite gesehen.Ein Kelchblättchen,Ein Blumenblatt.

Ein Bündel der verwachsenen Staubgefäfse, ver-gröfsert.

Ein Staubgefafs, vergröfsert.Das Pistill mit einigen Staubgefäfsen, in natür-licher Gröfse.

Ein Durchschnitt des Fruchtknotens.Der Griffel mit der Narbe, vergröfsert.Der Saamen.

Die Frucht in natürlicher Gröfse, an einer Seitegeöffnet.