Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Benennungen.

Deutsch. Die braune Brucea.Franz. Bruce anti-dysenterique.

Engl. The brown Bruce,

Ein Strauch in Abvssinien einheimisch.

Das blühende Exemplar des botanischen Gartensin Bonn hat einen einfachen, nur an der Spitze mitBlätter besetzten 3-4 Fufs hohen und £ Zoll duc-ken Stamm. Die Rinde ist grau, mit vielenweifsen kleinen Flecken, die durch Aufspringen derEpidermis entstehen; gegen die Spitze ist sie mehrbräunlich-grün und mit einem dichten weifsen Filz,bedeckt; grofse dreyeckige weifse Narben bezeich-nen die Stellen der abgefallenen Blätter. Diesestehen horizontal ab, sind grofs, über einen Fufslang, gefiedert, auf runden und dicht mit bräun-lich-gelben Haaren besetzten Blattstielen. Die Fie-derblättchen, deren gewöhnlich 9 sind, nehmennach der Spitze hin an Gröfse zu, sind hier breit-lanzettförmig, zugespitzt, i£ Zoll breit, 3| Zolllang. Die langen Trauben kommen aus den Win-keln der Blätter hervor: an einem starken grünlich-gelben behaarten Hauptstiel sitzen in unbestimmtenEntfernungen die kleinen Blüthen büschelweise bey-sammen; jede derselben besteht aus einem vier-theiligen Kelch und aus vier Blumenblättchen, die mitden Abschnitten des Kelches abwechseln; beyde sindeyförmig, spitz, bräunlich - grün und behaart. DenBlumenboden bedeckt ein flaches, etwas punctirtesNectarium, das an vier entgegengesetzten Seiten

ausgerandet und daher undeutlich vierlappig ist.In diesen Ausrandungen entspringen bey der männ-lichen Pflanze vier kurze Träger mit grofsen dun-kelrothen Staubbeuteln von der Länge der Blumen-krone.

Da dieser Strauch fast allgemein als die Mut-terpflanze der bekannten falschen giftigen An-gusturarinde angegeben wird, so glaube ich, dafseine gute Abbildung jedem Pharmazeuten angenehmseyn werde, ob ich gleich selbst der Meinung der-jenigen beytreten möchte, die die genannte Rindeeinem andern noch unbekannten Baume zuschreiben,

(N. v, E.)Abbildungen»

L'Hftritier. Stirp. i9. tab. 10.Lamark. Jllustr. gen. tab, 810,Miller, Jcon, tab, 25.

Erklärung der Tafel.

i. Die blühende männliche Pflanze nach einemExemplar des bot. Gartens in Bonn.

2. Ein Stück der Blüthenähre, vergröfsert.

3 und 4* Zwey einzelne Blumenkronen von hintengezeichnet, um die Kelche zu zeigen,

5. Eine Blumenkrone mit den Staubgefäfsen.

6. Das vierlappige Nectarium mit den Staubfäden.

7. Ein Staubgefäfs.

8. Eine weibliche Blüthe.

9. Die vier Fruchtknoten mit den anliegenden Grif-

feln.

.