Boswellia serrata Coleb r.
B. thurifera Roxb.
(Der indische Weihrauchbaum.;
Linne Clas. X. Decandria. Ord. 1. Monogynia.
Famil. Terebinthaceae Juss. Sprengel Lebers. d, Gewächsr. p. 65i.
G h a r. Gen.Boswellia Roxb.
Cal. Calyx inferus quinque-dentatus.Cor, Corolla quinque-petala.
Nectarium: Annulus cyathiformis, germen basi cingens.St am, Filamenta decem nectario inserta.Pist. Pistillum unicumCaps. Capsula trilocularis, trivalvis trisperma.Sem. Semina ala membranacea cincta.
Char. SpecBoswellia serrata: foliis pinnatis, foliolis oblongis obtusis obtuse serratis villosis; petalis ovatis.
Der indische Weihrauchbaum wächst in Ostin-dien und hat sehr ausgebreitete Aeste, die sich inviele Zweige zertheilen.
Die langen, ungleich gefiederten Blätter findensieb fast alle gegen die Spitze der Aeste hin. DieBlättchen sind abwechselnd, kurz-gestielt, länglich,stumpf, gesägt, einen bis anderthalb Zoll lang, undso wie der gemeinschaftliche Stiel haarig.
Die kleinen, blafs-gelblichen Blumen stehenin den Blattwinkeln in einfachen, aufrechten Trau-ben. Der Kelch ist klein mit fünf Zähnen. DieKrone besteht aus fünf ausgebreiteten, eyförmig-stumpfen etwas hohlen Blumenblättern. Die zehnpfriemenförmigen Staubfäden sitzen an dem äufse-ren Rand des Nectariums, und tragen länglich-herz-förmige Staubbeutel. Der am Grunde mit ringför-migen, tiefgekerbtem, fleischigem Honiggefäfs um-gebene, rundliche Fruchtknoten ist mit kurzemGriffel und dreylappiger Narbe versehen.
Die Frucht besteht in einer dreiseitigen, drev-klappigen und dreyfächerigen Kapsel, welche herz-förmige, geflügelte Saamen enthält.
Dieser Baum liefert das so lange bekannte undallgemein als Räuchermittel verbreitete, angenehm-riechende Harz, das Olibanum, Thus oder Weih-rauch der Alten. Einem Engländer, Herrn Coie-brooke gebührt die Ehre, den wahren Ursprungdesselben entdeckt zu haben. In einer Abhandlungdarüber in den Aseatik resiarch. Vol. IX. p. 377.,welcher D. Roxburgh eine botanische Beschrei-bung des Baums beyfügte , bewiefs er hinlänglich,dafs diese Substanz nicht, wie man allgemein glaub-
te, von Juniperus Lycia, sondern von dem obeiibeschriebenen Baume herstamme.
Der gewöhnliche oder indische Weihrauch(Olibanum, Olibanum electum) besteht aus gelbenoder etwas röthlichen, halb durchsichtigen, zer-brechlichen, trocknen, gewöhnlich rundlichen oderlänglich-rundlichen, tropfenartigen oft aneinandergeklebten Körnern, welche im Allgemeinen an Grös-se und Gestalt sehr verschieden sind. Aeusserlichjedoch sind sie ein wenig mehlig, auf dem Brucheetwas matt. Gekaut werden sie zäh und weich,hängen sich den Zähnen an, besitzen einen bitter-lichen Geschmack, lassen sich leicht entzünden,brennen mit heller Flamme, und verbreiten ange-zündet oder auf glühende Kohlen geworfen einenstarken, angenehmen Geruch. Sie sind um destobesser, je trokner, spröder, heller, gelber unddurchsichtiger sie sind; in Weingeist löfst sich derWeihrauch gröstentheils auf, und das Pulver des-selben gibt mit Wasser gerieben eine nach kurzerZeit Harz absetzende Milch,
Man hat auch eine schlechtere, geringere ausundurchsichtigen, rothbraunen Körnern und Stük-ken bestehende und durch mancherley fremdartigeBeymischungen verunreinigte Sorte (Olibanum insortis), welche verwerflich ist. Eine Verfälschungdes Weihrauchs mit Fichten- und Lerchenbaum-harz ist theils an der dunkelgelben und rothbrau-nen Farbe der Körner, theils an dem unangeneh-mem Geschmack und dem terpentinartigen Geruchzu erkennen.