Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Holl.

Berberis, Zuurboom.

Schwed.

Berberis» Surtorn.

Russ.

Barbarifs.

Ukräö,

Kislanka.

Poln.

Ciernie biale, Piwnik.

Böhm.

Dracc, Dristal.

Ung.

Leany - som.

Dieser Strauch wächst fast in jedem Klimasowohl der neuen als auch der alten Welt. Manfindet ihn häufig an Hecken und Zäunen; auch wirder seines Nutzens wegen in Gärten gezogen.

Die Wurtzel ist holzig, gelblich, kriechendund ästig. Die Stengel, welche eine Höhe von 6bis 8, zuweilen auch von 10 bis 12 Fufs erreichen, sindaufrecht; die Aeste abwechselnd, ekig, und mit einerdünnen, glatten, aschgrauen Rinde bedeckt. DasHolz ist von gelber Farbe. An dem Grunde jederKnospe und jedes Astes befinden sich zuweilen ei-ner, gewöbnlich aber drey sehr feine, gerade, un-gleich grofse, sehr spitzige Stacheln.

Die Blätter sind büschelförmig zusammenge-drängt, verkehrt eyförmig, kurz gestielt, stumpf,gewimpert, gezahnt, auf beyden Seiten glatt undoben graugrün, unten aber matt, wie bestäubt.

Die Blüthen sind gelb, von einem sehr un-'angenehmen Geruch und bilden an der Spitze derkurzen Zweige zwischen den Blättern seitwärts hän-gende einfache , längliche Trauben.

Die Deckblättchen am Grunde der Blumen-stiele sind klein,

Iede Blume zeigt: einen etwas grün-gelblichgefärbten sechsblättrigen, abfallenden Kelch, defsenBlättchen eyförmig, vertieft, am Grunde schmäler undabwechselnd kleiner, (die innern gröfser) sind; einesechsblättrige Krone, mit eyförmigen, vertieften,aufrecht-abstehenden Blumenblättern, welchekaum länger sind, als der Kelch, und am Grundezwey rundliche, gefärbte Honigdrüsen haben; sechsaufrechte, zusammengedrückte, stumpfe, den Blu-menblättern entgegengesetzte, im Blumenboden ein-gefügte Staubfäden, welche sehr viele Reizbarkeitbesitzen, so dafs sich bey geringer Berührung dieStaubbeutel, deren zwey an jedem Faden be-findlich sind, mit Heftigkeit an die Narbe legen undden Blumenstaub fahren laßen; einen obern, wal-

zenförmigen Fruchtknoten Von der Länge derStaubfäden, ohne Griffel, mit scheibenförmiger blei-bender Narbe, die breiter als der Fruchtknoten undmit einem scharfen Rande umgeben ist.

Die Frucht ist eine eyrund-längliche, stum-pfe einfächerige, anfangs grüne, zur Zeit der Reiferothe, oben mit einem schwarzen Punkte versehe-ne Beere welche zwey längliche, walzenförmige,stumpfe Saamen enthält.

Die Berberitze blüht im Mai und Junius unc 1die Früchte reifen im September und October. DieBeeren derselben (Baccae berberidis) sind offizinell.Ehedem gebrauchte man auch Wurzel, Rin-de und Saamen. Das Fleisch der Beere besitzt ei-nen angenehm sauern, etwas zufammenziehendenGeschmack und färbt den Speichel roth. Ausdem ausgeprefsten Safte wird mit Zucker der Ber-berisbeerensyrup (Syrupus Berberum) bereitet. Erhat eine rothe Farbe und einen süfs-säuerlichenGeschmack.

Abbildungen.

Reiter und Abel Abbild, t. 4g,

Du Hamel edit. Mich. IV. t. 4»

Hayn. term. bot, t. 35, £ 2,

Flor. dan. t. 904,

Palmstr. Svensk bot. t. 24»

Boiss. fl, eur. 1. t. 263.

Lam. Jll. gen. t. 253. fig. i.

Blackwell herb. tab. i63.

Miller Jcon. tab. 63.

Knorr del. 2. tab. B,

Dodonaeus pempU p, 700»

Camerarius epit. p. 86.

Plenk Je. pl, med. t. 2Ö2.

Flor, du dict. des scienc. med, livr. 17. pl. 65.

Erklärung der Platte»

Taf. No.i. Ein blühender Zweig.

2. Einzelnes Blumenblatt von innen gesehen, mit

den zwey Drüsen an der Basis.

3. Der Früchtknoten mit oberhalb stehender sit-

zender Narbe.4» Die Frucht; eine gestielte Beere,5, Eine der Länge nach durchgeschnittene Beere

wo man iwey Saamen sieht.