Der schadlose Traganth, oder Zwergbocks-dorn, eine ausdauernde Pflanze, wächst im Orient,in Ungarn, der Schweiz, und wird auch in einigenGegenden Deutschlands angetroffen.
Die Wurzel ist rund, einfach, allmählig dün-ner zugehend, von der Dicke einer Federspule, biszu der eines kleines Fingers, eine bis zwey Spannenlang, seitwärts in Fasern auslaufend, blofs gegendie Spitze zu getheilt, etwas höckerig und mit ei-ner dünnen, dunkelbraunen Oberhaut bedeckt.
Der Stengel fehlt. Die ungepaart-gefiederten,spannen-langen, zottigen Blätter stehen auf derErde in Büscheln beysammen, und sind aus zwölfbis sechszchn Paaren ungestielter, gegenüber-ste-hender, eyförmiger und stumpfer Blättchen zusam-mengesetzt. Die gelben, angehäuften, sehr kurzgestielten Blüthcn entspringen aus der Wurzel.
Der einblättrige, eyrunde, bauchige, weifs-zot-tige Kelch hat fünf weifse, spitzige Zähne-, wovondrey etwas kleiner sind. Die Fahne der Schmetter-lingsblume ist länger, als die übrigen Blumenblät-ter, an den Seiten zurückgeschlagen, stumpf, auf-recht und eingeschnitten. Die Flügel sind länglichund kürzer als die Fahne. Das Schiffchen ist ein-geschnitten, und so lang, als die Flügel. Die Staub-fäden, mit rundlichen Staubbeuteln, sind fast auf-recht, neun derselben unten verwachsen, und um-geben die Pistille, der zehnte steht frey. Derobere Fruchtknoten ist mit pfriemenförmigem, ge-krümmtem Griffel versehen. Die Narbe ist unbe-haart.
Die Frucht besteht in einer länglichen, wolli-gen , etwas h öckerigen, zweyfächerigen und viel-
saamigen Hülse, die nierenförmigen Saamen stehenin zwey Reihen.
Diese Pflanze blüht im Mai und Juni, und wirddurch Saamen und Wurzeln fortgeflanzt.
Die Wurzel (schaftlose Tragantwurzel, radix as-tragali exscapi) ist offizinell. Sie hat unter der ge-trocknet-runzlichen, braunen Oberhaut eine weis-se, poröse und faserige Rinde, welche einen gelb-lichen, holzigen Kern einschliefst. Sie ist geruch-los und besitzt einen bitterlichen, schwach - zusam-menziehenden, schleimigen Geschmack, welcher inder braunen Abkochung davon zwischen dem Ge-schmacke von Bittersüfs und Süfsholz steht.
Abbildungen :
Plenk icon. pl. med. t. 561.Pallas astragol. p 78. t. 64»Jacquin icon. rarior. 2. t. 17.Buxbaum cent. rarior. t. 38. f. 2.
Erklärung der Platte.Taf. Nro.
1. Eine blühende Pflanze.
2. Die zergliederte Blume.
3. Das Schiffchen von der Seite gesehn.
4. Der Kelch mit den Befruchtungswerk7eugen.
5. Der Fruchtknoten.
6. Die geöffnete Frucht.
7. Der Saame.